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Mein fröhliches Blumenbeet

von | 7. Juli 2023

Die üppige Pracht im Garten,

die bunte Fülle an Farben und Düften ist für mich immer wieder ein Grund,

um innezuhalten und mich an Blumen, Kräutern und Insekten zu erfreuen.

Kein Wunder also, dass folgendes Gedicht entstanden ist.

 

 

Auf der Bank in meinem Garten

ruh ich nach der Arbeit aus,

schliess zufrieden meine Augen,

friedlich ist es rund um’s Haus.

 

Plötzlich ist da so ein Wispern,

Tuscheln, Flüstern, hell und fein.

Blinzelnd schau zum Beet ich rüber,

Träume ich? Wie kann das sein?

 

Staunend reib ich mir die Augen,

doch das Bild, so nah vor mir,

lässt mein Herz vor Freude klopfen,

wie verzaubert ist es hier.

 

Alle Blumen, Knospen, Blüten

haben plötzlich ein Gesicht.

Wunderbar ertönen leise

Stimmen in dem Dämmerlicht.

 

„Sieh mich an, ich bin die Rose,

Königin hier im Revier!“

Eifrig trägt ein kleines Lüftchen

süßen schweren Duft zu mir.

 

Voll Bewund’rung seh ich Blüten,

schimmernd, zart wie Porzellan,

doch schon ruft ein nächstes Stimmchen:

„Warum schaust du mich nicht an?“

 

„Bin Lavendel, Freund der Rose.

Wenn die Blüten trocken sind,

füll ein Säckchen dir aus Leinen,

schläfst dann selig wie ein Kind.“

 

„Hörst du uns? Wir läuten leise

dir den Feierabend ein –

Glockenblume, Purpurglöckchen –

welcher Klang kann schöner sein?“

 

„Meine Glöckchen, große, kleine,

klingen noch einmal so gut!“

Höher noch als seine Nachbarn

reckt sich stolz der Fingerhut.

 

Margeriten und Kamille,

Schmuckkörbchen und Schleierkraut

brüsten sich: „Wie weiß wir strahlen,

wie der Schleier einer Braut.“

 

Rot dagegen, wie das Feuer

leuchtet Mohn in all dem Grün.

„Komm, genieße meine Farbe,

denn schon bald muss ich verblüh’n.

 

„Willst du uns denn nicht beachten?

Unsre Gäste sind die Bienen.“

Weiß und rosa, blau und lila

winken mir nun die Lupinen.

 

Löwenmäulchen, Phlox und Malven

drängen sich sogleich hervor.

„Du wirst uns doch nicht vergessen!“,

rufen sie vereint im Chor.

 

Frauenmantel, Ringelblumen

füllen jeden Zwischenraum.

Wo die Blicke auch verweilen,

überall ein bunter Traum.

 

„Ich kann blühen, duften, würzen,

wann bin ich denn endlich dran?“

Zwischen Steinen ungeduldig

ruft der treue Thymian.

 

„Und am Rand deck ich den Boden,

kann zwar nur bescheiden blühn,

doch ich brauche nicht viel Pflege“,

meldet sich das Immergrün.

 

„Unscheinbar an hellem Tage,

aber abends leuchte ich!“

Sonnig öffnen sich die Blüten

der Nachtkerze heut nur für mich.

 

Noch ein Strahlen, gelb und freundlich:

„Ich tu der Gesundheit gut,

musst nur meine Heilkraft nutzen“,

das erklärt der Sonnenhut.

 

„Ach ihr Großen, müsst ihr prahlen?

Warum seid ihr nur so laut?

Sind wir Kleinen gar nicht wichtig?“,

klagt das kleine Pfennigkraut.

 

„Meine Lieben“, ruf ich heiter,

Jeden von euch schau ich an!

Einzigartig seid ihr alle

und ich freu mich täglich dran.

 

Lass mich gern im Garten nieder,

bin bei euch, so oft es geht,

denn ich lieb von ganzem Herzen

mein fröhlich buntes Blumenbeet.

 

 

© bei der Autorin             Eva Mutscher   2017

 

 

 

Eva Mutscher

Dorfstr. 1 a     02829 Neißeaue OT Zodel

Tel. 035820 / 60667

e-mail:

www.eva-mutscher-geschichten.net

 

 

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