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Skulpturenpfad – „Empfange“

von | 30. April 2026

Station 17

„Empfange“

 

 

 

 

 

Die letzten drei Stationen stehen im Umfeld des ehemaligen Großhennersdorfer Wasserschlosses.

Man ist also bei Station 17 schon fast am Ziel angekommen.

Unsere Füße haben uns auf dem Skulpturenpfad- je nach Schrittmaß- etwa 10000 Schritte bis hierher getragen. Nun ist es Zeit ihnen mal was Gutes zu tun.

Zumindest wenn die Sonne scheint, sollte aus den beiden Händen Wasser des nahen Teiches in ein Becken fließen, in dem unterschiedlich große Fußabdrücke zu sehen sind. Die Bänke laden zum Hinsetzen ein, man kann sich gern selbst oder gegenseitig die Füße kühlen oder waschen. Bei trübem Wetter oder im Winter kommt kein Wasser, dann kann man dort aber wenigsten sitzen und ausruhen und unter großen Bäumen zwischen den beiden Teichen die Seele baumeln lassen.

Diese Station lädt also erst einmal dazu ein, sich gegenseitig oder sich selbst die Füße zu waschen. Das war im Orient zu Jesu Zeiten üblich- man wusch einen Gast zum Willkommen die staubigen Füße- eine Arbeit die eher von Sklavinnen bzw. Bediensteten erwartet wurde. Jesus hat seinen Jüngern aber auch selbst die Füße gewaschen, als Zeichen, dass die menschengemachten Rangordnungen unwichtig sind. Es kommt auf das Miteinander an.

Auch von Zinzendorf wird berichtet, dass er gelegentlich seinen Untertanen die Füße wusch. Es kostet Überwindung, kann aber eine wirklich bereichernde Erfahrung sein.

Die Station ist dazu da, sich selbst oder sich gegenseitig etwas Gutes zu tun. Mal selber Empfangende/Empfangender sein. Nach der vorherigen Station, die dazu ermuntern sollte, sich und seine Gaben für das Wohl der Allgemeinheit und bedürftiger Menschen einzusetzen, ist jetzt der Fokus auf mir selbst. Es muss auch Zeiten geben, wo ich es mir selber gut gehen lasse- sei es dadurch, dass ich mir „mal was gönne“ oder mir von jemandem etwas Gutes tun lasse.

Letztlich ist nicht entscheidend was ich empfange, sondern dass ich empfange. Das wird heutzutage eher selten eine Fußwaschung sein, aber Menschen freuen sich auch über Blumen, einen Wellnessgutschein, eine Prämie, einen zusätzlichen freien Tag, eine Einladung zum Essen, eine Karte, einen gemeinsamen Ausflug, ein Dankeschön……

 

Wenn man den Pfad (ca. 6 km) ohne Führung wandern will, empfiehlt sich das Begleitheft, in dem man zu allen Stationen und zur Entstehung wichtige Hintergrundinformationen bekommt. Dieses Ist in Deutsch, Englisch und Tschechisch im Buchhandel erhältlich.

Hier werden nun die einzelnen Stationen in den nächsten Wochen vorgestellt.

Nächste AUSGABE :    15. Mai  2026

Station 18:   „Das ihr werdet wie die Kinder

Die Beiträge sind mit freundlicher Unterstützung in Kooperation mit dem Verantwortlichen für den Pfad, Herrn Matthias Clemens, entstanden.

Herr Clemens ist Leiter der Forstverwaltung der Evang. Brüder-Unität, Herrnhut.

Führungen auf dem Skulpturenpfad oder durch Herrnhut sind nach Anmeldung über das Gästepfarramt möglich:

Telefon: +49 172 4412306

E-Mail: willkommen@herrnhuter.de  (welcome@herrnhuter.de)

 

Foto: Matthias Clemens

 

 

 

 

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