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„Gedeckte Töne sind ihre Passion.“

von | 15. April 2026

Michaela Mönch ist eine Malerin, die ihren eigenen Weg, ihre eigene Technik, ihre eigene Stimmung gefunden hat.

 

 

 

 

 

Mit Vorliebe benutzt sie gedeckte Farben. Die kühlen Wintertöne setzt sie so gezielt und meisterlich ein, dass aus den Farben ein Motiv entsteht, das Dir als Betrachter Hoffnung und Zuversicht gibt.
Wie sie es schafft, eine trübe Herbstlandschaft so festzuhalten, dass es Dir ein Lächeln ins Gesicht zaubert; oberlausitz-art hat für Euch nachgefragt.

Frau Mönch, sind Sie ein Herbst-/Wintertyp?
Warum bevorzugen Sie gedeckte Farben?

Ein Herbst-/Wintertyp bezieht sich meist auf das Aussehen einer Person.
Sie meinen aber die Farbtöne in meiner Malerei.
Herbsttöne können bunt und kraftvoll sein, die Natur taucht den Pinsel noch einmal in Rot, Orange, Braun, also warme Nuancen.
Ich mag sie genauso wie die kühlen Wintertöne.
Sie sind eher zurückhaltend.
Blau, Grau, Violett, Ocker und Weiß in den unterschiedlichsten Abstufungen.
Bei Sonnenschein ein hellgelbes Weiß mit lila Schatten.
Natürlich komme ich in sommerlichen Landschaften nicht ohne Grün aus. Allerdings mische ich es stets aus Blau und Gelb.

Die meisten Bilder von Ihnen sind Landschaften.
Malen Sie am liebsten mitten in der Natur?

Ja, mitten in der Natur.
Es sollte aber „Malerwetter“ sein!
Kein starker Wind. Regentropfen und Sonne ohne Schatten sind auch anstrengend.
Und viel Publikum.
Schnell lässt die Konzentration nach.

Was zieht Sie so oft an die Ostsee?
Ist es nur die gesunde Luft?

Ostseeurlaub gab es schon in meiner Kindheit und Jugend (z. B. Zelten in den Dünen von Prerow, 3 Wochen Sonnenschein).
Aber zum Glück für meine Motive gibt es an der Ostsee weit dramatischere Wolkensituationen.
Kein Tag ist wie der andere. Das ist spannend. Das liebe ich an dieser Landschaft.
Die Wellen des Meeres kommen und gehen, unbeeindruckt von den Querelen der Menschen.
Glück bedeutet für mich auch, morgens fast allein am Strand dem Aufgang der Sonne zuzusehen und im kalten Ostseewasser zu baden.
Nicht nur der Himmel bietet zahlreiche Motive.
Steine an der Steilküste, die aus der lehmigen Wand „geboren“ werden, die die Eiszeit dort abgelagert hat. Häfen, wo die Fischer früh ihren Fang abladen, oder das wellige Hinterland Usedoms.

Was und wer verbirgt sich hinter den „Montagsmalern“?

Fünf Frauen, die von Malzirkeln und VHS-Kursen um Erhard Gassan und Lutz Jungrichter, Malern und Grafikern aus Bautzen und Umgebung, „übrig geblieben“ sind.
Ich gehöre dazu und wir malen und zeichnen schon seit vielen Jahren zusammen.
Auch mehrtägige Malerurlaube gemeinsam mit unseren Männern gibt es einmal im Jahr.

Sie haben an der Abendakademie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig studiert.
Illustrieren Sie Bücher bzw. würden Sie das gern tun?

Leider nur für kurze Zeit, eine Zulassung für ein Kunstdirektstudium habe ich nicht bekommen. Vielleicht besser so.
Aber Malen und Zeichnen ist mir als Hobby geblieben.
Nur von der Bildenden Kunst zu leben, ist nicht einfach.
Mit Illustrationen habe ich mich noch nicht beschäftigt. Einen Versuch sollte ich einmal machen!
In der Schulzeit habe ich oft Stoffmuster entworfen und mich mit Modezeichnungen beschäftigt. Das hätte mich zur Angewandten Kunst führen können. Leider zu spät (lacht).

Frau Mönch, welchen Einfluss hatten Erhard Gassan und Lutz Jungrichter auf Ihren Malstil?

Bei Erhard Gassan und seiner Malweise, die er uns nahebrachte, ging es vor allem darum, großzügig mit Farbe und Motiv umzugehen.

Er war ein guter Pädagoge und Freund, den ich sehr schätzte. Erhard Gassan hatte großen Einfluss auf meine künstlerische Entwicklung.

Ich habe ca. 20 Jahre in seinem Zirkel gearbeitet.
Nie hat er eine Sache total abgelehnt, sondern Hinweise zur Verbesserung gegeben und somit geholfen, einen Erfolg zu erreichen.
Bei Lutz Jungrichter haben wir uns ebenfalls mit Malerei und auch mit Drucktechniken wie Radierung und Holzschnitt beschäftigt.
Von beiden Künstlern wurde meine Arbeit positiv beeinflusst.

Bei vielen ihrer Werke setzen Sie auf Ihre Pastellmalerei, harte, gezeichnete Striche. Wie im Bild „Frühlingsgrün“. Eine Art Mischung aus Malerei und Zeichnung.
Was steckt dahinter? Ist das Ihr ganz eigener Stil?

Die Pastelltechnik ist an sich eine Mischung aus Malerei und Grafik.

Sie bietet also die unterschiedlichsten Gestaltungsmöglichkeiten. Flächig angelegt und grafische Akzente gesetzt, die dem Bild durch Konturen Halt geben.

Wo kann man Ihre Werke betrachten?
Wo stellen Sie demnächst aus?

Im Wilthener Rathaus sind noch ca. 50 Arbeiten bis Mitte Mai von mir auf drei Etagen zu sehen.
Eine weitere Ausstellung ist in Arbeit.

Frau Mönch, Sie sind ja auch Chormitglied. Ist der Gesang ein Ausgleich zum Malen oder eher eine Ergänzung?

Der Chorgesang ist für mich eine Ergänzung zur Malerei.
Oft singe ich beim Malen oder höre Musik.
Eine Episode fällt mir ein.
Eine kleine Faschingsfeier im Zirkel bei Erhard Gassan. In der Gaststätte hielten die Leute uns für einen Chor …
Singende Maler oder malende Sänger …?

Sie wohnen im idyllischen Crostau.
Was bedeutet Ihnen die Oberlausitz?

Ja ich wohne in Crostau, einem Vorort der Stadt Schirgiswalde/Kirschau.
Die Oberlausitz ist für mich Heimat.
Tolle Landschaft, Berge, nicht zu hoch.
Seen mit klarem Wasser, ehrwürdige alte Städte mit ihrer besonderen Geschichte im Dreiländereck. Saubere Luft (wir wohnen am Waldrand und auch die Bäume werden wieder nachwachsen).
Die Oberlausitzer Mundart, die meine Vorfahren noch ausgeprägter sprachen. Brauchtum, Familie und Freunde.

 

Wir bedanken uns für das freundliche Gespräch und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg beim Malen an der Ostsee und in Ihrer Heimat.

Kontakt:    mmoench@gmx.de

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