Station 16
„Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder (und Schwestern) getan habt, das habt ihr mir getan“. „Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt und deinen Nächsten wie dich selbst“. Diese Sätze Jesu (Matthäus 22, 36-40 und 25, 40) führten dazu, dass das ganze Leben als „Gottesdienst“ angesehen wurde. Daraus resultierte eine hohe Arbeitsmoral, was Zuverlässigkeit, Fleiß, Gründlichkeit und auch Fairness im Handel zur Folge hatte. Die Liebe zu Gott und zum Nächsten, also den Mitmenschen, wurde Antrieb und Maßstab für alles Tun und sollte es auch heute noch sein.
Die Skulptur ist bewusst in Größe, Material und Form an den Gedenkstein 1933-1945 auf dem Gottesacker in Herrnhut angelehnt- sozusagen als positives Gegenstück.
Es ist ein Quadratischer Granitstein mit einem Loch in der Mitte, aus welchem ein Apfelbaum- ein „Schöner von Herrnhut“- wächst. Händepaare von Frauen, Männern und Kindern leiten das Regenwasser, eine geschenkte Gabe Gottes, zum Baum. Die Äpfel sind dann für alle da.
Um den Fuß des Granitsteins läuft ein Zitat aus dem 1. Petrusbrief „Dienet einander, ein jeder mit der Gabe die er empfangen hat“.
Das eigene Können und Vermögen wurde nicht nur als persönliche Leistung und Errungenschaft angesehen, sondern als Begabung, also als etwas, was von Gott gegeben wurde. Dieses Bewusstsein und die Dankbarkeit für diese Begabungen, sowie die Aufforderung „Dienet einander…“ waren ein weiterer Beweggrund für ein hohes Arbeitsethos und sollen auch heute Motivation sein, abzugeben und zu teilen. Die Arbeit soll nicht nur dazu dienen, den eigenen Lebensunterhalt und Wohlstand zu sichern, sondern auch zur Stärkung des Gemeinwohls und der Unterstützung schwächerer Mitmenschen.
Großhennersdorf hat mit dem Katharinenhof eine der ältesten diakonischen Einrichtungen unseres Landes und deshalb passt diese Skulptur auch gut hierher- an einen Ort, wo das „füreinander da sein“ schon eine so lange Tradition hat.
Wenn man den Pfad (ca. 6 km) ohne Führung wandern will, empfiehlt sich das Begleitheft, in dem man zu allen Stationen und zur Entstehung wichtige Hintergrundinformationen bekommt. Dieses Ist in Deutsch, Englisch und Tschechisch im Buchhandel erhältlich.
Hier werden nun die einzelnen Stationen in den nächsten Wochen vorgestellt.
Nächste AUSGABE : 1. Mai 2026
Station 17: „Empfange„
Die Beiträge sind mit freundlicher Unterstützung in Kooperation mit dem Verantwortlichen für den Pfad, Herrn Matthias Clemens, entstanden.
Herr Clemens ist Leiter der Forstverwaltung der Evang. Brüder-Unität, Herrnhut.
Führungen auf dem Skulpturenpfad oder durch Herrnhut sind nach Anmeldung über das Gästepfarramt möglich:
Telefon: +49 172 4412306
E-Mail: willkommen@herrnhuter.de (welcome@herrnhuter.de)
Foto: Matthias Clemens





