Station 10
Wer singt, betet doppelt. Manche Texte wirken durch die Vertonung tiefer, erschließen sich besser, prägen sich leichter ein, bringen die Seele zum Schwingen und zum Klingen.
Musik spielt in der Kirche eine wichtige Rolle und man darf behaupten, dass das auf die Brüdergemeine ganz besonders zutrifft.
Zinzendorf selber hat gerne gesungen und viele Lieder selbst komponiert und gedichtet. Manche davon haben bis heute Eingang in die Gesangbücher der verschiedenen Denominationen gefunden.
Mit der wöchentlichen Gebetssingstunde gibt es eine besondere gottesdienstliche Form, bei der die Gemeinde mehrere Liedstrophen, die einen Text vertiefen bzw. auslegen, gemeinsam singt. Das „Priestertum aller Gläubigen“ wird hier jeden Samstagabend in vielen Brüdergemeinen erlebbar.
Die Brüdergemeine Herrnhut hat den ältesten Bläserchor Deutschlands, weil die ersten Bewohner die Tradition des Blechblasens aus ihrer Heimat mitbrachten. Der Einsatz dieser Instrumente war damals im kirchlichen Raum nicht üblich, fand aber bald Eingang und bildete so die Keimzelle des heutigen Posaunenwerkes. Heute gibt es in Herrnhut neben dem Bläserchor und einen Flötenchor auch zwei Kinderchöre, einen Jugendchor, einen Kirchenchor und viele Konzerte zu erleben. Die Gemeinde singt gerne, kräftig und oft mehrstimmig.
Die Skulptur bestand zuerst aus Klanghölzern und mittlerweile aber aus Klangstäben, die, wenn man sie von links nach rechts anschlägt, den Beginn einer Melodie erkennen lassen. Es handelt sich um ein Lied, welches Christian Gregor komponierte. Der Text stammt von Christian Renatus von Zinzendorf und das Lied ist bis heute in vielen Brüdergemeinen eine Art Hymne geworden.
Christian Renatus war der einzige Sohn der Zinzendorfs, der das Erwachsenenalter erreicht hat, aber auch er ist letztlich sehr jung im Alter von 25 Jahren in England verstorben.
Hier der Text:
Das einige Notwendige ist Christie teilhaft sein
Und dass man ihm behändige Geist Seele und Gebein.
Dann geht man seinen Gang gewiss und weiß, dass man durch keinen Riss,
sich von der Hand, die nie lässt gehn, getrennet werde sehn.
Und hier kann man die Melodie durch Bläser der Brüdergemeine hören:
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Wenn man den Pfad (ca. 6 km) ohne Führung wandern will, empfiehlt sich das Begleitheft, in dem man zu allen Stationen und zur Entstehung wichtige Hintergrundinformationen bekommt. Dieses Ist in Deutsch, Englisch und Tschechisch im Buchhandel erhältlich.
Hier werden nun die einzelnen Stationen in den nächsten Wochen vorgestellt.
Nächste AUSGABE : 30. Januar 2026
Station 11: „Der Eremit„
Die Beiträge sind mit freundlicher Unterstützung in Kooperation mit dem Verantwortlichen für den Pfad, Herrn Matthias Clemens, entstanden.
Herr Clemens ist Leiter der Forstverwaltung der Evang. Brüder-Unität, Herrnhut.
Führungen auf dem Skulpturenpfad oder durch Herrnhut sind nach Anmeldung über das Gästepfarramt möglich:
Telefon: +49 172 4412306
E-Mail: ()
Foto: Matthias Clemens




