Eine Geschichtenreihe aus dem Buch: „Renate löscht. Das Licht.“
Von Manuela Bibrach
Illustration von Pètrus Akkordéon
Schöne Tage. Schöne Sommertage. Schöne Wintertage. Von den Herbsttagen ganz zu schweigen. Nur Frühlingstage kann Heinz nicht leiden. An Frühlingstagen flattert alles begierig: die Vögel in der Luft, die Röcke der Frauen um volle Schenkel, die Blusen, die Busen, Heinz‘ Herz. Die Eile der Tiere, sich paaren zu wollen, das Schieben und Drängen der Knospen und Triebe machen Heinz konfus. An Frühlingstagen bleibt Heinz zu Hause und schaltet den Fernseher an. Auf RTL zeigen sie schon ab Februar flauschige Hasen und bunte Eier. Werbepausenfüllsel. Osterstimmungskanonendonner. Glitzer mit Schleifchen. Auf N24 sieht man Hitler verlieren. Immer wieder. Obwohl er nicht den Nimbus des Verlierers hatte. Am Anfang. Auf den Programmen nach der 300 zeigen Frauen das Beste. Gottesgaben in Tüll. Glitzer mit Schleifchen. Bunte Eier. Ab und zu greift Heinz in die Gebäckschale aus Pressglas. Salzstangen und Flips. Brezeln und Chips. Heinz sitzt still. Draußen flattert die Welt. Hitzig will sich das Leben erneuern. Und dreht sich im Kreis. Die Gardine vor dem Fenster verhindert, dass Heinz das Flattern und Drehen sehen und sich aufregen muss. Abends lässt Heinz das Schnapprollo runter. Man sieht dann von draußen nicht, womit er sich beschäftigt gegen die Unruhe. Zum Beispiel mit Bier. Oder mit Kreuzworträtseln, in die vom Herausgeber immer schon ein paar Buchstaben eingetragen wurden, damit der Anfang nicht so schwerfällt. Köder. Wenn Heinz ein Wort nicht weiß, füllt er die Felder mit Erfundenem. Weil keiner es merkt, ist egal, ob er es richtig macht. Heinz genießt die Freiheit, sich Worte ausdenken zu dürfen, die niemand lesen wird, weil er die Zeitung, in der die Rätsel abgedruckt sind, am Ende zum Anheizen benutzt. Manchmal werden es kleine Romane, kompliziert ineinander verstrickte Handlungsmuster. Waagerecht und senkrecht. Liebesromane. Mag Heinz am meisten. Mit blauen Augen und Locken und viel Landschaft. Berge und Meer. Schafe und Kühe. Katzen und Hühner. Am Ende ein Kuss. Heinz ist Romantiker. Und allein. Weil Frauen das Weiche im Mann ablehnen. In Heinz. Ist es weich. Weil Frauen selber weich sind, suchen sie im Mann etwas Hartes. Glaubt Heinz. Man sieht es auch in den Filmen und Serien. In den Doku-Soaps. Im Vorabendprogramm. Kernige Typen und Damen mit Herz. Gegensätze ziehn sich an. Und aus. Heinz zappt durch die Sender. Greift zum Gebäck. Cracker sind auch hart. Kross. Auf RTL zeigen sie schon ab Februar flaumige Küken in grünen Kunkeln. Glitzer mit Schleifchen. Gottesgaben in Tüll. Das Beste. Auf N24 explodiert das Universum. Immer wieder. Bunte Planeten spritzen durch das All. Auf der 4 Bernd das Brot. Noch weicher als Heinz. Gefangen im System. Links raus und rechts wieder rein. Das Brot im Tütü. Das Brot mit Hut. Schöne Tage. Im Sommer. Im Winter. Im Herbst. Vor allem im Herbst. Weiche Farben überall, mit denen Heinz sich identifizieren kann. Schöne weiche Farben. Wenn es draußen stirbt, lebt Heinz auf. Viel Wind, kein Flattern. Schön.
Ein bisschen frech, ein bisschen crazy; auf jeden Fall einzigartig.
So präsentiert Anja ihre ganz eigene Schmuckkollektion.
Du benötigst einen Eyecatcher für deine Garderobe. Du willst Zeichen setzen, deine Stimmung unterstreichen!?
Bei Schmuck-Kutzsche findest du die passenden Accessoires. Entworfen und gefertigt mit viel Phantasie und Kreativität.
Wie Anja dazu kam, woher sie ihr Ideen nimmt und was Ihr großer Traum ist; oberlausitz art hat wieder für Euch nachgefragt.
Anja, was bedeutet Dir Schmuck?
Welchen trägst Du persönlich?
Schmuck ist für mich nicht nur Zierde; es ist für mich die Möglichkeit, die eigene Persönlichkeit zu unterstreichen oder sogar Gefühle/ die persönliche Stimmung auszudrücken.
Mein Lieblingsschmuck sind Ohrringe, und da vor allem Ohrstecker.
Dabei lege ich großen Wert darauf, dass der Schmuck, den ich trage, vom Stil (Form und Farbe), im Gesamten zum Outfit passt.
Da freue ich mich jeden Tag, wenn ich eine Kombination finde, die matcht.
Mittlerweile platzen so langsam meine Schmuckkästchen aus allen Nähten, da fast jede Woche neue Modelle dazukommen.
Es klingt vielleicht ein bisschen verrückt, aber ohne Ohrringe würde ich das Haus nicht verlassen ☺.
Wie bist Du zu diesem Hobby gekommen?
Was war der ausschlaggebende Moment?
Vor längerer Zeit (ich schätze vor etwa zehn Jahren) hatte ich bei den Flugtagen in Bautzen mit meiner Freundin auf dem Trödelmarkt einen Verkaufsstand. Beim Stand direkt neben uns wurden unter Anderem selbstgefertigte Ohrringe mit Glascabochons verkauft.
Damals waren diese noch seltener, heutzutage findet man die beliebte Art von Ohrringen überall. Ich habe natürlich zugeschlagen und mir ein Paar Ohrringe gekauft.
Es hat nicht lang gedauert und ich dachte mir, dass ich das auch selbst fertigen kann. Das war der Startschuss und seitdem habe ich viel probiert, mich Stück für Stück heran getastet und das Portfolio erweitert.
Welche Materialien verwendest Du?
Ich probiere alle Materialien aus, die mir so in die Finger fallen.
Verarbeitet habe ich bislang Glascabochons, Modelliermasse, Knöpfe, Bausteine, Holz, Draht und Perlen bis hin zum Ton.
Sogar mit Beton habe ich herumexperimentiert.
Ich liebe es, neue Materialien und Kombinationen zu kreieren. Es ist erstaunlich, wie oft mich kleine Dinge im alltäglichen Umfeld zu neuen Modellen inspirieren.
Man muss einfach ein offenes Auge dafür haben…
Gibt es da einen Lieblingswerkstoff? Ja, derzeit arbeite ich sehr gern mit FIMO Modelliermasse.
Da ist der Kreativität in Form und Farbe keine Grenze gesetzt und sie ist leicht zu verarbeiten.
Deine Motive sind oft lustig und ungewöhnlich.
Bist Du eine „Frohnatur“?
Ich bin ein sehr positiv eingestellter Mensch, und das kommt auch in meinen Schmuckkreationen zum Ausdruck. Dabei macht mir das Planen, vom Konzept bis zum Basteln der Modelle, sehr viel Freude. Genauso mag ich aber auch das Fotografieren der Schmuckstücke.
Von Anfang an habe ich jedem neuem Modell einen zum Teil lustigen oder auch skurrilen Namen gegeben. Der Name schießt mir meist während des Bastelns in den Kopf und sorgt sehr häufig dafür, dass ich darüber schmunzeln muss.
Wie sagt man so schön… ‚Das Leben ist zu kurz für Knäckebrot‘ ☺.
Anja, ich suche ein einzigartiges Accessoire für einen besonderen Moment.
Fertigst Du da auch nach meinem Wunsch?
Natürlich – das mache ich tatsächlich am liebsten.
Wenn konkrete Wünsche an mich herangetragen werden, versuche ich dies bestmöglich umzusetzen.
So habe ich zum Beispiel in der Vergangenheit für Freunde Ohrstecker mit den Namen der eigenen Kinder, das Lieblingsplüschtier als Ohrringmotiv oder Armkettchen, farblich passend zum bunten Sommerkleid, gefertigt.
Manchmal reicht aber auch nur die Angabe der Lieblingsfarbe, dann kann ich mich genauso austoben.
Du arbeitest mit Draht und Perlen, mit Glascabochons und Modelliermasse.
Was liegt Dir am besten?
Ehrlich gesagt, kann ich mich da auf kein Steckenpferd festlegen.
In unserer modernen Zeit legen auch Männer Wert auf ein gepflegtes, modebewusstes Äußeres.
Gibt es in diese Richtung schon Überlegungen?
Gibt es bei Schmuck – Kutzsche schon „Schmuck für IHN“?
Bislang liegt der Fokus auf weiblichen Schmuckstücken.
Allerdings habe ich vor einigen Jahren mal personalisierte Manschettenknöpfe für einen Freund mit dessen Firmenlogo erstellt… Also schließe ich den ‚Schmuck für IHN‘ grundsätzlich nicht aus, da bin ich für alles offen.
Was ist Dein nächstes Projekt?
Welche Materialien möchtest Du noch ausprobieren?
Für ein nächstes Projekt habe ich von meinen Arbeitskollegen TAGUA- Nüsse (Steinnüsse) geschenkt bekommen. Das ist der Samen der Elfenbeinpalme.
Und wie es der Name sagt, ähnelt dieses Material von der Beschaffenheit her dem Elfenbein.
Ich sehe es als große Herausforderung an, dieses Material zu bearbeiten und wundervolle Schmuckstücke daraus zu kreieren, um einfach schmuck zu sein ☺.
Anja, was verbindet Dich mit der Oberlausitz?
Die Oberlausitz ist für mich meine Heimat. Hier bin ich aufgewachsen und mit meiner Familie und meinen Freunden tief verwurzelt.
Es ist einfach ein wunderschönes Fleckchen Erde, dass natürlich noch viel mehr Schmuck verträgt ☺.
Oberlausitz-art wünscht Dir noch viele verrückte Ideen. Und unbedingt am Männerschmuck dranbleiben.
Die Zeit ist reif dafür. Mach sie schmuck.
Kontaktdaten: https://www.schmuck-kutzsche.de
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Eine Frauenfigur sitzt am Waldrand auf einer Bank, wo genug Platz ist, dass man sich dazusetzen kann. Sie ist ins Gebet vertieft.
An dieser Stelle des Pfades konnte man, als die Skulptur aufgestellt wurde, viele Jahre lang die vier Orte sehen, die für die Brüdergemeinde in ihrer Entstehung wichtig waren. Ganz links sah man den Hutbergaltan von Herrnhut, etwas weiter rechts die Kirchturmspitze von Berthelsdorf und ganz rechts schauen die ersten Dächer von Großhennersdorf / Neundorf hervor und dahinter in der Ferne die Berge, über die die ersten Siedler Herrnhuts damals gekommen waren. Mittlerweile sind die Bäume gewachsen, so dass nicht alles immer gleichzeitig, bzw. zu jeder Jahreszeit sichtbar ist.
Die Figur lädt ein, für das was vor Augen ist zu beten- für ein gutes Miteinander in unseren Orten und unserer Region, für die Menschen die hier leben, auch die in den Nachbarländern, für Frieden in den Häusern, Kommunen und zwischen den Ländern, für Wohlstand und Zufriedenheit, für eine gute Weiterentwicklung, eine gute Zukunft, für eine Zusammenarbeit über Religionsgrenzen und politische Grenzen hinaus…
Und der Blick macht dankbar- für die schöne Landschaft, die bestellten, reifen oder abgeernteten Felder, für die Wälder und für die älteren und jüngeren Orte, in denen die Menschen friedlich leben können.
So ein Gebet kann demütig und glücklich zugleich machen. Die freien Plätze auf der Bank laden dazu ein.
Wenn man den Pfad (ca. 6 km) ohne Führung wandern will, empfiehlt sich das Begleitheft, in dem man zu allen Stationen und zur Entstehung wichtige Hintergrundinformationen bekommt. Dieses Ist in Deutsch, Englisch und Tschechisch im Buchhandel erhältlich.
Hier werden nun die einzelnen Stationen in den nächsten Wochen vorgestellt.
Nächste AUSGABE : 13. März 2026
Station 13: „Die große Zahl„
Die Beiträge sind mit freundlicher Unterstützung in Kooperation mit dem Verantwortlichen für den Pfad, Herrn Matthias Clemens, entstanden.
Herr Clemens ist Leiter der Forstverwaltung der Evang. Brüder-Unität, Herrnhut.
Führungen auf dem Skulpturenpfad oder durch Herrnhut sind nach Anmeldung über das Gästepfarramt möglich:
Eine Geschichtenreihe aus dem Buch: „Renate löscht. Das Licht.“
Von Manuela Bibrach
Illustration von Pètrus Akkordéon
Maslow. Im Ernst.
Ernst hatte das Ruder herumgerissen. Es allen zeigen. Nie getraut, aber jetzt! Hat reinen Tisch gemacht. Job, Freunde, Ehe. Den Arsch voller Tränen, aber fette Rosinen im Kopf, hatte seine Frau gesagt. You’re a Loser, Baby, hatte ein Freund gelacht und Pizza gekaut. Zum Aufsteigen haben Sie nicht die richtigen Schuhe an, hatte der Chef gewitzelt und sich in den Sessel gefläzt. Gehen Sie zurück zu Feld eins, stand in der Spielanleitung bei der grün markierten sechsunddreißig, auf die Ernst sich gewürfelt hatte und plötzlich kapierte: Alles auf Anfang! Ernst, der Drachenbaum, der wächst, indem er die unteren Blätter abwirft. Oben kommen bessere nach. Neue Triebe, neues Leben. Studieren vielleicht? Oder kreativ! Naive Malerei? Auf jeden Fall berühmt. Prominent. Ernst hatte investiert. Geld, Zeit, Nerven. Vor allem Nerven. Lagen bald blank. Doch wer hoch hinaus will, muss leiden. Dachte Ernst. Und später dann happy. Von oben herabsehen. Endlich Spitze. Maslowsche Bedürfnispyramide. Die Basis muss stimmen – Nahrung, Sicherheit, Soziales. An der Spitze, wenn die Pyramide steht, Selbstverwirklichung. Ernst hatte gelernt. Dass man sich nicht umdrehen darf. Dass man immer weitergehen muss. Augen zu und durch.
Wenn man Drachenbäume zu oft gießt, gehen sie ein. Wurzeln faulen. Blätter fallen. Nicht nur die unteren. Hatte Ernst erst erkannt, als das letzte Blatt schon lose war. Schob oben nichts mehr nach, grüner und besser. Was blieb, waren versumpfte Erde und knorpelige Stängel. Biomüll.
Ernst kocht Kaffee. Gibt Sahne rein, zwölf Prozent. Wer hat, der hat. Wenn das Telefon klingelt, checkt Ernst die Rufnummer und gibt sie bei Google ein. Vielleicht die Zeitung? Ein Produzent? Ein Mäzen? Meist wollen ihm nur Callcenter mit rhetorischen Tricks an die Tasche. Mehr Strom für weniger Geld. Ergo Direkt. Hubschrauberrettung. Tiere in Not.
Ernst war selber mal ein Tier in Not. Ein dürftiger Gaul im Angorapullover. Eigentlich sollte er im Kindergarten den Froschkönig spielen, doch weil er so schüchtern war, ihm die Worte wie Bauklötze im Mund lagen, musste er raus aus dem Brunnen. Bekam die stumme Rolle: Pferd. Mit weißer Strumpfhose und Federbüschel am Kopf. Am Ende des Märchens zog er die Kutsche mit dem glücklichen Paar, Prinz und Prinzessin mit Perücke und Krönchen. Zwei-Minuten-Auftritt mit Getrappel und gesenktem Blick. Kutscher Heinrich sprangen die eisernen Bande vom Herzen, denn sein Herr war vom bösen Zauber befreit. Ernst sprang auch. Vor dem Blick seiner Mutter bei der Aufführung. Die Eltern in großem Rund im Speiseraum. Vom Froschkönig zum Strumpfhosen-Schimmel. Die goldene Kugel. Die Prinzessin. So schön, dass die Sonne. So traurig, dass es einen Stein. Ernst sammelt Froschkönige. Auf Tassen, als Nippes, aus Plüsch. Um sich zu beweisen, dass er es kann. Positiv denken. Chancen nutzen. Treppchen putzen.
Ernst hat es geschafft. Er klebt am Märchenhimmel und schaut nach unten. Alles unscharf und weit weg. Von der Spitze der Pyramide aus. Aber happy. Die Basis muss stehen. Ernst wiehert: Selbstverwirklichung.
Diese Skulptur war ein unerwarteter Beitrag des Holzbildhauers Günter Schönfelder aus Großhennersdorf / Schönbrunn. Viele kennen ihn und seine eindrücklichen Holzfiguren im Zittauer Gebirge und entlang der alten B178. „Ich hab von eurem Projekt gehört und euch einen Eremiten gemacht, der müsste ganz gut dazu passen“. Mit diesen Worten, in bestem oberlausitzer Dialekt vorgetragen, wurde der Pfad unerwartet um eine Station reicher. Ein älterer Mann mit langem Haar und langem Bart, auf einen Stock gestützt, schaut konzentriert in die Ferne. Aber wie passt ein Eremit ins Bild und wo platziert man ihn? Zinzendorf hat einst gesagt „ich statuiere kein Christentum ohne Gemeinschaft“ und ein Eremit steht nun nicht gerade für Gemeinschaft.
Letztlich wurde ein guter Platz auf dem Roten Berg neben dem Brunnenhäuschen für ihn ausgesucht und auch theologisch wurde eine Lösung gefunden. Selbst Jesus zog sich von Zeit zu Zeit auf Berge oder in die Wüste zurück, um zur Ruhe zu kommen und Gott in der Stille näher sein zu können.
„Eremit auf Zeit“ zu sein (zum Beispiel Stille Tage in einem Kloster, alleine Pilgern…) kann auch heute eine gute Hilfe sein, um mal ganz ohne äußere Ablenkung durch andere Menschen oder Medien zur Ruhe zu kommen. Gerade wenn schwere Entscheidungen anstehen, man im Leben an Weggabelungen steht, kann es helfen, sich mal zum Nachdenken / Meditieren ganz zurückzuziehen, um zu einer guten Entscheidung zu kommen. Gebet und Bibellesen können dabei eine Hilfe sein.
Momentan steht dort Eremit Nr.2., eine Spende des Vereines der Freunde des Buschhäusels e.V.. Der erste war nach 15 Jahre verwittert.
Wenn man den Weg weiterläuft kommt nach ca. 200 m das Buschhäusel, ein guter Rastplatz. Das Häusel kann man auch mieten. Ein guter Platz, um selbst einmal „Eremit auf Zeit“ zu sein.
Wenn man den Pfad (ca. 6 km) ohne Führung wandern will, empfiehlt sich das Begleitheft, in dem man zu allen Stationen und zur Entstehung wichtige Hintergrundinformationen bekommt. Dieses Ist in Deutsch, Englisch und Tschechisch im Buchhandel erhältlich.
Hier werden nun die einzelnen Stationen in den nächsten Wochen vorgestellt.
Nächste AUSGABE : 13. Februar 2026
Station 12: „Einkehr„
Die Beiträge sind mit freundlicher Unterstützung in Kooperation mit dem Verantwortlichen für den Pfad, Herrn Matthias Clemens, entstanden.
Herr Clemens ist Leiter der Forstverwaltung der Evang. Brüder-Unität, Herrnhut.
Führungen auf dem Skulpturenpfad oder durch Herrnhut sind nach Anmeldung über das Gästepfarramt möglich:
Ihre Aufnahmen zeugen von der Schönheit ihrer tschechischen Heimat, deren Bewohnern und ihrer Gebräuche. Oft ist sie aber auch in Deutschland unterwegs. Vor allem die Oberlausitz hat es ihr angetan. Hier hält sie die Besonderheiten und Reize des Oberlausitzer Berglandes fest.
Warum Hana Palečková sich in ihre Nachbarregion verliebt hat, was sie über Portraitfotografie denkt und welche besondere Beziehung sie zur Schwarz-Weiß-Fotografie hat;
oberlausitz-art hat wieder für Euch nachgefragt.
Frau Palečková, wie und wann haben Sie die Fotografie für sich entdeckt? War das schon immer eine Leidenschaft von Ihnen?
Meine fotografischen Anfänge datieren bis ins Jahr 2001, als ich meine erste Kamera gekauft habe. Damals war der Hauptanreiz zum Fotografieren meine Leidenschaft, von jeder Reise irgendwelche Souvenirs, vor allem Ansichtskarten mitzubringen. Weil mir aber die Motive oder die graphische Gestaltung der angebotenen Karten oft nicht besonders gefallen haben, dachte ich mir, probiere es doch mal alleine, die besten Motive in der Landschaft zu suchen und zu finden.
Im Jahr 2026 feiere ich also ein Jubiläum, denn ich kann auf ein Vierteljahrhundert hinter der Kamera zurückblicken.
Ich muss sagen, dass das die beste Entscheidung meines Lebens war. Dankbar gehen meine Blicke auch zum Papa dem Himmel entgegen, denn er hat mich in dieser Entscheidung bekräftigt und anfangs sehr geholfen.
Ihre Themenpalette ist recht umfangreich, wie ich auf Ihren Internetseiten www.HaniPhoto.cz sehen konnte.
Was sind Ihre bevorzugten Motive? Woran oder an wem orientieren Sie sich? Gibt es ein Vorbild?
Am Anfang stand die Landschafts-, Architektur-, Tier- und Blumenfotografie. Meist waren das die Themen auf meinen beliebten Reisen zu verschiedenen schönen Burgen, Schlössern oder einfach interessanten Zielen in der Natur – vor allem in meiner Heimat, der Tschechischen Republik, Deutschland und Österreich.
Allmählich ist meine Themenpalette reicher geworden, unter anderem auch dank meiner Arbeit im Umfeld des industriellen Maschinenbaus, wo ich schöne Motive auch in unterschiedlichen technischen Komponenten gefunden habe. Z.B. regten mich Verschraubungen, Überwurfmuttern, Schläuche in Edelstahlglanz zu künstlerischen Ablichtungen an.
Mit einem Foto einer Überwurfmutter im Edelstahlschlauch konnte so ich zu meiner Freude den zweiten Platz in einem Fotowettbewerb der Euroregion Neiße erringen.
Nicht weit entfernt davon ist meine Liebe zu den „stählernen Rossen“, den Dampflokomotiven, angesiedelt. Deren Faszination versuche ich sehr häufig in meinen Aufnahmen festzuhalten. Dafür bin ich sommers wie winters bei jedem Wetter unterwegs, sowohl bei der Zittauer Schmalspurbahn als auch bei Sonderfahrten für Eisenbahnfreunde. Dann suche ich interessante Locations entlang der Fahrstrecke, um das Motiv eines Zuges, einer Brücke sowie Wald und Natur schön in die Landschaft zu komponieren. Ich will nicht verhehlen, dass dazu auch vorher Recherche in Karten-Apps und allerhand Laufarbeit notwendig sind.
Schließlich habe ich vor etwa 7 Jahren Interesse und – wie ich etwas unbescheiden glaube – eine gewisse Begabung für das Genre der Reportagefotografie entdeckt. Seither hat mich dieses Thema nicht mehr losgelassen. Ich bin mit großer Leidenschaft häufig zu unterschiedlichsten Veranstaltungen unterwegs. Mich begeistern lebendige Momentaufnahmen, sogen. „Schnappschüsse“ z.B. auf Märkten und bei Volksfesten, Mittelalterevents, Weihnachtsmärkten, Verkaufsveranstaltungen, die Arbeit der Fischer, der Glasbläser in offenen Glashütten, andere Handwerkstätigkeiten wie Schmieden, Töpferei, Weberei.. Aber auch das Karl-May-Fest, Eisenbahnfeste wie Historik Mobil usw. bieten dem Fotografen reizvolle Motive, die ich sehr gerne einfange.
Mein neuestes Thema, das in meinem Blickfeld und dem Fokus meiner Kamera in letztem Jahr steht, sind Vogelaufnahmen. Durch die Naturbeobachtung haben sich für mich ganz neue Horizonte eröffnet. Plötzlich sieht man die Landschaft mit ganz neuen Augen, unter ganz anderem Blickwinkel und ist wie gebannt. Die Natur ist einfach faszinierend! Wenn das Wort „Fotographie“ übersetzt wird mit „Malen mit Licht“, dann versteht man im Rot des Morgens und der Abendsonne den Sinn erst recht.
Für mich ist das Fotografieren also auch im didaktischen Sinne so spannend, weil ich eine Vielzahl von neuen fotografierten Themen lernen kann. Ich kaufe mir z.B. diverse Bücher über die Natur, um genau zu wissen, was für eine Vogelart, Blume oder Insekt gerade aufgenommen wurde. Das beglückt mich sehr.
Allgemein betrachtet versuche ich meistens das Foto so zu gestalten, als ob es sich um ein Gemälde handelt. Das heißt, ein Motiv in das Bild und in die Umgebung so zu komponieren, als ob ein echtes Gemälde entstehen soll.
Sehr oft nehme ich mir eben die Gemälde der alten Meister zum Vorbild, weil die ganz genau wussten, wie die einzelnen Elemente auf den Zuschauer wirken, wohin das Auge und das Hauptmotiv geführt werden sollten, wie man mit dem goldenen Schnitt arbeitet usw. Hier ist ein Schatz an klugen, weisen Ratschlägen zu finden, die man auch in unseren Zeiten stets berücksichtigen sollte.
Wie sind Sie auf die Oberlausitz und ihre Schönheiten gekommen? Was verbindet Sie mit dem Oberlausitzer Bergland?
Mein neuer Wohnsitz, nur 20 Minuten von der deutschen Grenze entfernt und in den verwandten Lužické hory (Lausitzer Gebirge) gelegen, hat mir in den vergangenen Jahren die Gelegenheit gegeben, die Oberlausitz näher zu Fuß oder per Auto, immer von der Kamera begleitet, zu erschließen. Das hat mir wirklich wieder viel Lebensfreude gebracht.
Die geografische Nähe zur Oberlausitz ermöglicht es mir, die besten Momente und Bedingungen mit bekannten fotografischen Highlights zu erfassen und neue Motive zu entdecken.
Meine große Leidenschaft ist Eisenbahnfotos, vor allem Aufnahmen von Dampfloks, zu machen. Es liegen mir die einzigartigen historischen Züge, welche durch die wunderschöne Natur zwischen Zittau und den Kurorten Oybin oder Jonsdorf dampfend schnaufen, sehr am Herzen und der Seele. Hier paaren sich meine Leidenschaft für Technik mit der Liebe zum Dampf-, Schmier- und Ölgeruch, aber auch mit meiner Begeisterung für historische Bauwerke und geschichtliche Monumente, auf ideale Weise. Das kommt meiner Neugier und Lust auf neue interessante Ziele sehr entgegen. Ich bin überzeugt, dass die nächsten Jahre mir noch viele weitere Entdeckungen in der wunderschönen Oberlausitzer Landschaft bieten werden.
Als Fotografin sehe ich mit dem Blick durch Sucher und Linse die Schönheit auch in Szenerien, wo die „normalen“ Touristen nichts Außergewöhnliches erkennen. In diesem Sinne würde ich mich also als eine „Schönheitssucherin und -erfasserin“ bezeichnen. Wenn die dann entstandenen Aufnahmen bei den Besuchern meines Profils, meiner Webseite oder in Fotoausstellungen Emotionen, bestenfalls Begeisterung auslösen, fühle ich mich sehr in meiner Philosophie begeistert und beglückt.
Wo kann man Ihre Fotos, außer im Netz, noch betrachten? Nehmen Sie an Ausstellungen teil? Wo und wann kann man Sie demnächst sehen?
Meine fotografischen Arbeiten findet man sowohl auf meinen Webseiten www.HaniPhoto.cz als auch auf meinem Profil unter meinem Namen Hana Palečková in Facebook oder auf einigen anderen tschechischen Plattformen.
Für 2026 plane ich zwei eigenständige Fotoausstellungen in Tschechien, jeweils für zwei Monate. Eine wird in Turnov (April-Mai), die zweite in Stráž pod Ralskem (wahrscheinlich in den Ferienmonaten), wo ich die letzten Jahre lebe, zu sehen sein. Hier werde ich zum Thema Naturfotografie ausstellen. Die Ausstellung in Stráž pod Ralskem soll dem Besucher meine schönsten Fotos vom Zittauer Gebirge zeigen.
Erwähnen will ich noch die Mitarbeit in zwei Fotoclubs. Für Mai planen wir mit dem Fomaklub aus Liberec eine gemeinsame Ausstellung in Frýdlant in Nordböhmen.
Außerdem werde ich auch weiterhin immer wieder unterschiedliche – z.B. historische – Veranstaltungen in CZ und in Deutschland fotografieren. Meine lebendigen Reportagefotografien sollen als ein schönes Andenken für die Teilnehmer und Besucher und auch den Darstellern zu Werbezwecken dienen.
Mit Freude und Dankbarkeit hatte ich bisher ausschließlich positive Reaktionen zu diesen Eventfotos. Sehr oft bestätigen mir die Leute, dass es mir gelungen ist, die einzigartige Atmosphäre der Veranstaltung festzuhalten und unwiederbringliche Momente zu erfassen. Kann es eine schönere Belohnung geben?
Ansonsten gestalte ich für private Zwecke auch zahlreiche Fotobücher oder Kalender mit diversen Motiven. Es ist ein unbeschreibbar schönes Gefühl, aus gewählten Aufnahmen etwas Greifbares und „Dauerhaftes“ in der Hand halten und ansehen zu können.
Frau Palečková, mir persönlich gefallen Ihre Schwarz-Weiß-Fotografien sehr. Was finden Sie an dieser Art Fotografie besonders?
Die Schwarz-Weiß-Fotografie empfinde ich als eine spezifische künstlerische Art, die zu einigen gewählten (meistens kreativen) Motiven besser als Farbe passt und sie noch mehr erhebt und betont. Manchmal benutze ich anstatt einer Schwarz-Weiß-Fotografie auch eine monochromatische Tonung (z.B. Sepia). Man muss auf das innere Gefühl oder den Geschmack vertrauen, das manchmal klar sagt, was zu welchem Foto besser passt. Gewisse Erfahrung hilft dabei auch sehr.
Ich mag auch einige spezifische Fotos, die schon die Nähe zur Grafik haben, wo man z.B. mit Formen eines Gegenstandes oder mit Licht und Schatten spielt. Dazu passt manchmal die schwarz-weiße Form besser als Farbe. Der Fokus wird damit eher auf den abgebildeten Gegenstand gelegt.
Ehrlich gesagt, es ist sehr anspruchsvoll, ein außerordentlich gutes Schwarz-Weiß- oder monochromatisches Foto zu gestalten. Die richtigen Motive stehen nicht an jeder Ecke und die Bedingungen zur Entstehung solcher Fotos sind nicht immer ideal.
Es ist nie so, dass ich mir sage, jetzt mache ich ein gutes Schwarz-Weiß-Foto. So auf Kommando funktioniert es leider nicht. Man kann nicht alles voraus berechnen. Auf ein gutes oder sehr gutes Foto muss man mit Geduld warten. Wenn man aber schon die richtige Situation erlebt oder ein richtiges Motiv sieht, weiß oder spürt man, es ist ein außerordentlicher Moment. Hier könnte was Besonderes entstehen. Ich muss zugeben, dass ich so was schon ein paar Mal erlebt habe. Es ist wie ein Musenkuss.
Ich kann dazu zwei Beispiele zeigen. Beide Fotos waren in einigen Fotowettbewerben sehr erfolgreich, unter die Besten gewählt. Das Foto in Sepiatönen heißt Sommerregenschauer und ist in Südböhmen im starken Sommerregen entstanden. Die dort in einer historischen Straße wandelnden Menschen unter Regenschirmen waren wie in einem Märchen verzaubert. Das zweite Schwarz-Weiß-Foto wurde mit einem Stativ in einer italienischen Krypta erzeugt und stellt die Fotografin als eine Silhouette vor dem Altar dar.
Wie ist Ihr Bezug zur Portraitfotografie?
Ich verstehe unter einer guten Portraitfotografie nicht nur eine eng aufs Gesicht begrenzte Aufnahme. Ziel ist es immer, eine Person komplex mit dem dazu gehörenden Umfeld zu erfassen, den Charakter und die Persönlichkeit abzubilden.
Wenn ich bei Veranstaltungen Reportagefotos mache, entstehen in diesem Sinne auch Portraitfotos. Ich mag es sehr, die Menschen in einer wahren und natürlichen Form zu porträtieren und nicht künstlich in einer Studioathmosphäre wie auf Befehl. Denn da verhalten sich die Menschen nicht natürlich, ihr Lächeln ist gezwungen, das Verhalten durch die Anwesenheit der Kamera ist meistens beeinflusst. Meine Portraitfotos entstehen somit nicht in einem Atelier, sondern immer irgendwo auf den Märkten oder irgendwelchen Veranstaltungen.
Dazu gehört auch, die abgebildete Person in ihrer natürlichen Umgebung, zu der sie gehört, zu zeigen. Ein Handwerker mit seinem Werk, ein Glasmacher z.B. mit seinem Rohstoff Glas, ein Gaukler mit dem Feuer, ein Verkäufer mit seiner Ware … oder eine Fotografin mit ihrer Kamera.
Damit ist ein bisschen meine nächste Leidenschaft verbunden, und zwar mich in möglichst historisch getreuen Kostümen zu zeigen und porträtieren zu lassen. Dazu gehören immer spezielle Accessoires, wie historische Sonnenschirme, Handschuhe, Hüte oder Schmuck. Zur weiteren „Kulisse“ gehören historische Kutschen, Schlösser und Burgen, Gärten, Statuen oder auch Personen bzw. Tiere.
Somit ist eine wirklich sehr große Zahl von meinen Fotos entstanden, die mich als Blickfang in einem schönen, meist historischen Umfeld darstellen. Und das macht auch sehr viel Spaß, erfordert aber gerne eine detaillierte und zeitlich aufwändige anspruchsvolle Vorbereitung. Es ist wirklich eine originelle Erinnerung, wenn man später ein Album in die Hand nimmt und alle die schönen Erinnerungen ins Gedächtnis ruft.
Welches ist für Sie Ihre bislang beste Arbeit? Haben Sie da einen Favoriten? Können Sie irgendwelche von Ihren Erfolgen nennen?
Ich will nicht unbescheiden sein und mich zu sehr selbst loben. Aber es gab schon mehrere Erfolge in meiner bisherigen „Fotokarriere“, die mir große Freude bereitet haben. Der letzte Erfolg datiert vom Dezember 2025, als ich sogar den 1. Platz in einem Eisenbahnwettbewerb errungen habe. Ich hatte eine Serie von drei Fotos von einem bekannten Eisenbahnviadukt eingereicht, wo am selben Morgen gleichzeitig eine Dampflok gefahren ist. Es war ein magischer Morgen mit unwiederholbaren Wetterbedingungen, es stimmte einfach alles.
Unter allen anderen kann ich einen weiteren Erfolg nennen, der mir in der Sparte Naturfotografie eine Veröffentlichung von sogar drei Fotos in einem bekannten Kalender zum Thema Isergebirge eingebracht hat. Wenn man bedenkt, dass man für solch einen Kalender nur die besten 13 Aufnahmen ausgewählt wurden, davon drei von mir, ist das schon ein tolles Gefühl.
Von internationalen Wettbewerbsbeteiligungen blieb mir besonders im Gedächtnis, als ich im Euroregion Neiße Fotowettbewerb beim Thema Industrie mit einer Aufnahme von einer Überwurfmutter in einem Edelstahlschlauch den 2. Preis erzielte!
Einige weitere Fotoerfolge sind mit meiner Mitgliedschaft in zwei Fotoclubs, mit denen wir an nationalen und internationalen Wettbewerben teilnehmen, verbunden. Unsere Fotos sind mitten einem Jahr durch andere Fotoclubs bewertet. Somit ist es mir im Jahr 2023 gelungen, unter allen Teilnehmern den 1. und dazu noch den 3. Platz mit zwei Schwarz-Weiß Fotos zu belegen.
In meinem fotografischen Leben sind Hunderte tausend Bilder entstanden, darunter schon mehrere Fotos, auf die ich stolz bin und die mir gelungen sind. Nicht nur die, die irgendwo bewertet wurden, sondern auch die, die ich persönlich sehr mag und zu denen ich gerne zurückkehre. Zu solchen gehört z.B. ein Blick auf den Bodensee nach einem starken Regenschauer. Das Foto ist fast Schwarz-Weiß und ohne Menschen, die vor dem Regen geflüchtet sind, es blieb nur ein Fahrrad vor dem Geländer und einige Tische mit Stühlen, bedeckt mit Wassertropfen und Pfützen.
Frau Palečková, was ist Ihr nächstes Projekt? Was wollten Sie schon immer einmal mit Ihrer Kamera festhalten?
Außer den geplanten zwei persönlichen Ausstellungen im Jahr 2026 und zwei gemeinsam mit den Fotoclubs, denen ich seit Jahren angehöre, will ich mich auch weiterhin im Fach Fotografie entwickeln. Außerdem werde ich auch mein Glück in einigen neuen Wettbewerben suchen, einige neue Fotobücher gestalten, neue Aufnahmeorte entdecken und möglichst viele schöne Momente mit meiner Kamera festhalten.
Meine weiteren Pläne in naher Zukunft sind, die tolle Landschaft rund um Berchtesgaden und in den italienischen Dolomiten im Farbenrausch des Herbstes aufzunehmen. Einmal möchte ich auch in die italienische Toskana reisen, um die zauberhafte Natur in ihren schönsten Gestalten zu fotografieren.
Und falls einige Betrachter auch meine Reportagefotos ansprechend finden, bin ich auch bereit, ihr Interesse vorausgesetzt, nach ihren Vorstellungen und Wünschen unwiederholbare Momente aufzunehmen. Kontaktieren Sie mich per Telefon +420 732 859 343, oder per E-Mail , alles andere ist Verhandlungssache.
Ich bedanke mich bei Ihnen recht herzlich und es war mir ein großes Vergnügen und eine Ehre, zu einem Gespräch für oberlausitz-art eingeladen worden zu sein.
Oberlausitz-art wünscht weiterhin viele schöne Motive und immer das richtige Licht.
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Wer singt, betet doppelt. Manche Texte wirken durch die Vertonung tiefer, erschließen sich besser, prägen sich leichter ein, bringen die Seele zum Schwingen und zum Klingen.
Musik spielt in der Kirche eine wichtige Rolle und man darf behaupten, dass das auf die Brüdergemeine ganz besonders zutrifft.
Zinzendorf selber hat gerne gesungen und viele Lieder selbst komponiert und gedichtet. Manche davon haben bis heute Eingang in die Gesangbücher der verschiedenen Denominationen gefunden.
Mit der wöchentlichen Gebetssingstunde gibt es eine besondere gottesdienstliche Form, bei der die Gemeinde mehrere Liedstrophen, die einen Text vertiefen bzw. auslegen, gemeinsam singt. Das „Priestertum aller Gläubigen“ wird hier jeden Samstagabend in vielen Brüdergemeinen erlebbar.
Die Brüdergemeine Herrnhut hat den ältesten Bläserchor Deutschlands, weil die ersten Bewohner die Tradition des Blechblasens aus ihrer Heimat mitbrachten. Der Einsatz dieser Instrumente war damals im kirchlichen Raum nicht üblich, fand aber bald Eingang und bildete so die Keimzelle des heutigen Posaunenwerkes. Heute gibt es in Herrnhut neben dem Bläserchor und einen Flötenchor auch zwei Kinderchöre, einen Jugendchor, einen Kirchenchor und viele Konzerte zu erleben. Die Gemeinde singt gerne, kräftig und oft mehrstimmig.
Die Skulptur bestand zuerst aus Klanghölzern und mittlerweile aber aus Klangstäben, die, wenn man sie von links nach rechts anschlägt, den Beginn einer Melodie erkennen lassen. Es handelt sich um ein Lied, welches Christian Gregor komponierte. Der Text stammt von Christian Renatus von Zinzendorf und das Lied ist bis heute in vielen Brüdergemeinen eine Art Hymne geworden.
Christian Renatus war der einzige Sohn der Zinzendorfs, der das Erwachsenenalter erreicht hat, aber auch er ist letztlich sehr jung im Alter von 25 Jahren in England verstorben.
Hier der Text:
Das einige Notwendige ist Christie teilhaft sein
Und dass man ihm behändige Geist Seele und Gebein.
Dann geht man seinen Gang gewiss und weiß, dass man durch keinen Riss,
sich von der Hand, die nie lässt gehn, getrennet werde sehn.
Und hier kann man die Melodie durch Bläser der Brüdergemeine hören:
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Wenn man den Pfad (ca. 6 km) ohne Führung wandern will, empfiehlt sich das Begleitheft, in dem man zu allen Stationen und zur Entstehung wichtige Hintergrundinformationen bekommt. Dieses Ist in Deutsch, Englisch und Tschechisch im Buchhandel erhältlich.
Hier werden nun die einzelnen Stationen in den nächsten Wochen vorgestellt.
Nächste AUSGABE : 30. Januar 2026
Station 11: „Der Eremit„
Die Beiträge sind mit freundlicher Unterstützung in Kooperation mit dem Verantwortlichen für den Pfad, Herrn Matthias Clemens, entstanden.
Herr Clemens ist Leiter der Forstverwaltung der Evang. Brüder-Unität, Herrnhut.
Führungen auf dem Skulpturenpfad oder durch Herrnhut sind nach Anmeldung über das Gästepfarramt möglich:
Eine Geschichtenreihe aus dem Buch: „Renate löscht. Das Licht.“
Von Manuela Bibrach
Illustration von Pètrus Akkordéon
Kein bisschen rosa, murmelt Gerlinde und fährt mit der Hand über die Tischdecke. Pusselt herum an einem Knötchen. Nicht mehr ganz neu, die Tischdecke. Gerlinde streicht eine Blusenfalte über ihrem Busen glatt. Gab’s gar nicht, früher. Nach dem Krieg. Rosa. Nicht mal Taschentücher. Geweint haben wir, als der Vater eins mitbrachte vom Schwarzmarkt. In das neue Taschentuch rein. Das war weiß. Ein bisschen fleckig, aber weiß.
Gerlinde lässt die Hand über die Tischdecke fahren. Ein Krümel wird mitgerissen und fällt zu Boden. Gerlinde leckt ihren Zeigefinger an. Bückt sich. Schnauft. Hebt den Krümel mit dem feuchten Finger an, befördert ihn ans Licht, kneift die Augen zusammen, fixiert ihn. Der Krümel ist rund und schwarz. Ein Mohnkorn. Gerlinde mag Mohnbrötchen. Mohn macht dumm, hatte der Vater gesagt und gelacht. Als Gerlinde klein war. Und immer Mond statt Mohn verstand. Und nicht verstand, warum der Mond dumm machen sollte, aber sicherheitshalber am Abend den Rücken zum Fenster drehte, wenn der Mond durch die Gardine schimmerte. Die war blau und mit einer Klöppelkante verziert.
Heute ist alles rosa, murmelt Gerlinde und schiebt die Nur-TV auf dem Tisch in eine akkurate Position. Parallel zur Tischkante. Ordnung ist das halbe Leben. Hatte die Mutter gesagt. Als Gerlinde klein war. Und sich fragte, was dann die andere Hälfte des Lebens sei. Jedenfalls nicht Unordnung. Das wäre zu einfach gewesen. Und nicht logisch. Aber vielleicht hatte sie doch zu oft den Mond angesehen und war dumm geworden. Und konnte es deshalb gar nicht verstehen.
Gerlinde atmet hörbar aus, greift nach dem Regionalblatt im Zeitungsständer. Zupft die Kauflandwerbung heraus. Blättert. Rindernacken. Einhorn-Barbie. Mädchenschlüpfer. Erdbeerquark. Rosa. Alles rosa! Kartoffeln nur 2,99. Gerlinde faltet das Prospekt zusammen und legt es auf den Tisch. Schiebt es nach rechts. Schiebt es nach links. Wischt über den Sofabezug. Ein Schnurrhaar spießt sich ein, lässt sich nicht greifen. Gerlinde fingert, schnauft. Das Haar fällt zu Boden. Gerlinde betrachtet das Schnurrhaar. Wie es am Boden liegt. Ganz still. Genau wie der Kater, denkt Gerlinde. Genau wie er dort lag, ohne Mucks. Auf seiner Decke. Erst dachte sie, dass er schläft, aber die Stille. Anders als sonst.
Gerlinde leckt ihren Zeigefinger an. Bückt sich. Schnauft. Hebt das Schnurrhaar mit dem Finger an. Legt es auf die rosa Decke neben sich auf dem Sofa. Zupft an den blonden Locken von Rosalinde. Rosalinde ist gerade aufgestanden, hatte in der Anzeige gestanden. Sie ist noch müde, aber sie lächelt. Ein aufregender Tag mit neuen Abenteuern liegt vor Rosalinde. Rosalinde hat sich schick gemacht. Der rosa Strampler mit der Blumenstickerei passt gut zu ihren blauen Augen. Rosalinde liebt Sie. Sie werden Rosalinde lieben.
Gerlinde greift der Puppe um den Bauch, zieht sie zu sich auf den Schoß. Rosalindes Daumen passt genau in Rosalindes Mund. Ein kleines Loch im Porzellangesicht. Grübchen in den Wangen.
Gerlinde nimmt die Puppenhand, steckt den Daumen in Rosalindes Mund, zieht ihn wieder heraus. Schnauft. Kein bisschen rosa, murmelt sie. Damals. Gab’s einfach nicht. Nicht mal Puppen.
Gerlinde lehnt sich zurück. Hebt die Puppe nah an ihr Gesicht. Steckt sich Rosalindes winzigen Daumen in den Mund. Sieht in Rosalindes blaue Augen. So nah. So kalt. Rosalinde lächelt.
In allen großen Religionen spielen Bücher eine wichtige Rolle. Heilige Schriften haben nicht nur die Christen, sondern auch die Juden, die Moslems, die Hindus, die Buddhisten… Das geschriebene Wort gibt Sicherheit und Klarheit.
In der Brüdergemeine sind drei Bücher von besonderer Wichtigkeit: Die Bibel, die Gesangbücher und die Losungsbücher. Die Bibel ist seit Jahrhunderten unverändert. Gesangbücher werden in fast jeder Generation neu herausgegeben, oder durch Zusatzbücher ergänzt. Wurden die täglichen Losungen seit dem 3.5. 1728 vorerst mündlich weitergegeben, so erscheinen sie seit 1731 Jahr für Jahr in gedruckter Form, mittlerweile in ca. 60 verschiedenen Sprachen.
Dabei wird die „Losung“ tatsächlich aus über 1800 alttestamentlichen Bibelstellen ausgelost. Danach wird eine inhaltlich passende Stelle aus dem Neuen Testament (der „Lehrtext“) ausgesucht, sowie ein „Dritttext“, meist ein Liedvers, ein Gebet oder eine zu Losung und Lehrtext passender Spruch. Dabei wird jeden Tag deutlich, dass die Thora (das heilige Buch der Juden im Alten Testament) und das Neue Testament (ab der Geburt Jesu Christi) zusammengehören. Jeden Tag schafft das Losungsbüchlein einen kleinen Brückenschlag zwischen den Christen und den Juden. Beide ziehen ihre Kraft aus denselben Wurzeln. Das Losungsbuch verbindet mittlerweile Christan aus allen bewohnten Kontinenten und aus sehr verschiedenen christlichen Traditionen weit über die Grenzen der Brüdergemeine hinaus.
Die Skulptur zeigt ein offenstehendes Buch mit Beispielen aus den drei wichtigen Büchern: Bibelverse, Liedverse und Kombinationen aus Losungen und Lehrtexten. Dabei fungiert das Buch durch sein Dach gleichzeitig als Schutzhütte. Bücher können im doppelten Sinn des Wortes Sicherheit geben.
Man kann sich in Bücher hineinvertiefen und die Welt um sich herum dabei ein Stück vergessen.
Die Skulptur lädt zum Lesen und Bedenken der abgedruckten Verse ein, soll aber gleichzeitig auch neugierig machen, Bibel, Gesangbuch und Losungsbuch mal selbst in die Hand zu nehmen.
Für Besucher zur Beachtung:
Zwischen Station 8 und 9 beginnt eine Wiese an der Petersbachaue. Dort stehen im Sommer kurzzeitig mal Jungkühe (Fersen). Da muss man die Koppel durchqueren. Im Skulpturenpfadführer (dem Büchlein) gibt es dazu ein eigenes Kapitel, wie das am besten zu bewerkstelligen ist.
Nach stärkeren Regenfällen kann es ein, dass nach Station 6 schon Wasser steht.
Wenn das Rückhaltebecken in Rennersdorf aus Hochwasserschutzgründen angestaut wird, reicht das Wasser bis zum Teich am Abendmahl. Dann kann es sein, es dauert einige Tage bis es wieder abgeflossen ist.
Herzliche Grüße aus Herrnhut
Matthias Clemens
Wenn man den Pfad (ca. 6 km) ohne Führung wandern will, empfiehlt sich das Begleitheft, in dem man zu allen Stationen und zur Entstehung wichtige Hintergrundinformationen bekommt. Dieses Ist in Deutsch, Englisch und Tschechisch im Buchhandel erhältlich.
Hier werden nun die einzelnen Stationen in den nächsten Wochen vorgestellt.
Nächste AUSGABE : 16. Januar 2026
Station 10: „Das einige Notwendige„
Die Beiträge sind mit freundlicher Unterstützung in Kooperation mit dem Verantwortlichen für den Pfad, Herrn Matthias Clemens, entstanden.
Herr Clemens ist Leiter der Forstverwaltung der Evang. Brüder-Unität, Herrnhut.
Führungen auf dem Skulpturenpfad oder durch Herrnhut sind nach Anmeldung über das Gästepfarramt möglich: