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Skulpturenpfad – „Das ihr werdet wie die Kinder“

von | 13. Mai 2026

Station 18

„Das ihr werdet wie die Kinder“

 

 

 

 

 

Vor der Ruine des Großhennersdorfer Wasserschlosses sitzt Zinzendorf auf einer Bank und unterhält sich interessiert mit zwei Kindern. Im Hintergrund stehen als Kontrast 5 Figuren ernster, halb erstarrter Erwachsener.

„Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen“ (Matthäus 18, 3).

Zinzendorf nahm sich diese Aufforderung zu Herzen, indem er versuchte, sich ohne frühzeitig manifestiertes Urteil einen kindlich- neugierigen und faszinierten Glauben zu bewahren. Der Glaube sollte nicht in Formalien und Dogmen erstarren, sondern lebendig sein und in jeder Generation neu entdeckt und erfahren werden können. Erwachsene und Kinder können gegenseitig voneinander lernen. Das Himmelreich ist ein kostbares Geschenk, welches man sich nicht verdienen kann. Der Preis dafür ist durch Christus bereits bezahlt. Freude und Dankbarkeit darüber sollten das Tun und Handeln der Christen prägend bestimmen und im großzügigen, friedlichen, liebevollen Umgang untereinander sichtbar werden. Von Kindern kann man vieles lernen: Offenheit, Neugier, Hinterfragen, rasches Vergeben und Verzeihen, sich fröhlich und reichlich beschenken lassen, Glauben und Vertrauen…

Kinder hinterfragen alles. Warum ist das so? Warum machts Du das? Sie hinterfragen nicht nur Dinge sondern auch uns und unser Verhalten, unsere Gewohnheiten und halten uns damit oft einen nicht immer angenehmen Spiegel vor. Im besten Fall führt das dazu, dass wir Erwachsenen eingefahrene Gleise in ungute Richtungen auch wieder verlassen können.

Die Botschaft dieser Skulpturengruppe wird rasch begreifbar. Nur die ständige Auseinandersetzung mit dem Neuen, den Nachwachsenden, dem Kindlichen im Leben ermöglicht es der Gemeinde durch Jahrhunderte hindurch lebendig zu bleiben und ein menschliches, freundliches Antlitz zu bewahren.

Die Frage nach Veränderung, nach Neuem stellt sich nicht nur ständig in der Gesellschaft, sondern auch in den Kirchen. Was sollte unbedingt erhalten bleiben, was kann und muss geändert werden, damit auch die kommende Generation in der Gesellschaft, in den Kirchen eine Heimat empfindet, wo sie gerne zu Hause ist? Nur im offenen und lebendigen Austausch kann man Lebensformen finden, in denen sich alle zeitgleich lebenden Generationen gemeinsam wohlfühlen.

Wohl den Menschen, die sich Kindliches bis ins hohe Alter bewahren können. Sie sind eine Bereicherung für alle denen sie begegnen, auf Erden und im Himmelreich.

 

 

 

 

 

 

Wenn man den Pfad (ca. 6 km) ohne Führung wandern will, empfiehlt sich das Begleitheft, in dem man zu allen Stationen und zur Entstehung wichtige Hintergrundinformationen bekommt. Dieses Ist in Deutsch, Englisch und Tschechisch im Buchhandel erhältlich.

Hier werden nun die einzelnen Stationen in den nächsten Wochen vorgestellt.

Letzte AUSGABE :    29. Mai  2026

Station 19:   „Anfang und Ende, Ende und Anfang

Die Beiträge sind mit freundlicher Unterstützung in Kooperation mit dem Verantwortlichen für den Pfad, Herrn Matthias Clemens, entstanden.

Herr Clemens ist Leiter der Forstverwaltung der Evang. Brüder-Unität, Herrnhut.

Führungen auf dem Skulpturenpfad oder durch Herrnhut sind nach Anmeldung über das Gästepfarramt möglich:

Telefon: +49 172 4412306

E-Mail: willkommen@herrnhuter.de  (welcome@herrnhuter.de)

 

Foto: Matthias Clemens

 

 

 

 

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