Nele. Bunt.

Nele. Bunt.

 

Eine Geschichtenreihe aus dem Buch: „Renate löscht. Das Licht.“

Von Manuela Bibrach

 

 

 

 

 

Illustration von Pètrus Akkordéon

 

 

Die Körner rasseln in die Getreidemühle. Bio Kamut. Ur-Weizen. Nele drückt den Schalter. Das Korn prasselt, unten stäubt es: frisches Mehl. Nele hält die Tüte, damit nichts danebenfällt. Hinter ihr kreischt ein Kind und schiebt den Einkaufswagen mit vollem Tempo durch den Gang.

Nele geht gern in den Bioladen. Sie mag es, wenn die Leute ganz bei sich selbst sind.

Nele denkt maximal zweidimensional. Sparsam. Bescheidenheit ist eine Zier. Nele ist zu bescheiden. Hat der Homöopath gesagt und Bachblüten verschrieben. Aspen, Mimulus, Rock Rose. Nele ist zu ängstlich. Hat der Heiler gesagt. Gegen Angst helfen keine Blutegel.

Das Kind stellt den Einkaufswagen jetzt mitten in den Weg. Nele lächelt. Die Mutter des Kindes lächelt. Kinder sollen stark sein und unabhängig. Man sieht dem Kind an, dass es stark ist. Die farbenfrohe Kleidung ruft: Hier bin ich! Orange, grün, rot. Nele mag die Erdfarbenästhetik der Bioproduktverpackungen. Sanfte Getreidefelder unter befreiten Himmeln. Alte Schriftarten auf Tüten und Päckchen, die Ursprünglichkeit suggerieren. Heile Welt. Saubere Ware.

Das kesse Kind häuft fair gehandelte Schokolade in den Einkaufswagen. Jetzt platzt die Mutti doch noch. An der Pinwand bunte Plakate mit lächelnden Gesichtern erlöster Menschen. So erlöst, dass sie andere ebenfalls erlösen können. Und wollen. Für Geld. Erlösung bekommt man nicht geschenkt. Erleuchtung kostet noch mehr.

Das Kind ist Nele jetzt mit dem Wagen dicht auf den Fersen. Dabei singt es das Lied vom Fuchs, der die Gans gestohlen hat. Kinder sollen stark sein. Denkt Nele. Und fröhlich. Und dass sie selbst zu dumm ist für diese Welt. Sozial inkompetent. Weil sie die Regeln nicht versteht. Hat der Therapeut gesagt. Und dass es exemplarisch sei, wenn jemand aus einem kernigen Cornelia etwas so Süßes mache wie Nele. Diminutiv. Lallsprache. Babysprech. Verbaler Fußtritt gegen die Emanzipation.

Nele greift eine Packung Bruderhuhneier. Weil sie nicht möchte, dass männliche Küken geschreddert werden, zahlt sie pro Ei acht Cent mehr. Für jedes Bruderhuhnei darf ein Hähnchen weiterleben. Und später als Biobroiler verkauft werden.

Nele ist empfindsam. Nele ist defekt. Dagegen helfen keine Egel. Nele muss an sich arbeiten. Um stark zu werden. Und gelassen.

Nele schiebt ihren Wagen jetzt schneller. Rumpelt ihn sacht gegen die Stiege mit den dreckigen Bio-Möhren, zieht den Kopf ein und lächelt. Immerhin. Ein Anfang.

 

 

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Skulpturenpfad – „Empfange“

Skulpturenpfad – „Empfange“

Station 17

„Empfange“

 

 

 

 

 

Die letzten drei Stationen stehen im Umfeld des ehemaligen Großhennersdorfer Wasserschlosses.

Man ist also bei Station 17 schon fast am Ziel angekommen.

Unsere Füße haben uns auf dem Skulpturenpfad- je nach Schrittmaß- etwa 10000 Schritte bis hierher getragen. Nun ist es Zeit ihnen mal was Gutes zu tun.

Zumindest wenn die Sonne scheint, sollte aus den beiden Händen Wasser des nahen Teiches in ein Becken fließen, in dem unterschiedlich große Fußabdrücke zu sehen sind. Die Bänke laden zum Hinsetzen ein, man kann sich gern selbst oder gegenseitig die Füße kühlen oder waschen. Bei trübem Wetter oder im Winter kommt kein Wasser, dann kann man dort aber wenigsten sitzen und ausruhen und unter großen Bäumen zwischen den beiden Teichen die Seele baumeln lassen.

Diese Station lädt also erst einmal dazu ein, sich gegenseitig oder sich selbst die Füße zu waschen. Das war im Orient zu Jesu Zeiten üblich- man wusch einen Gast zum Willkommen die staubigen Füße- eine Arbeit die eher von Sklavinnen bzw. Bediensteten erwartet wurde. Jesus hat seinen Jüngern aber auch selbst die Füße gewaschen, als Zeichen, dass die menschengemachten Rangordnungen unwichtig sind. Es kommt auf das Miteinander an.

Auch von Zinzendorf wird berichtet, dass er gelegentlich seinen Untertanen die Füße wusch. Es kostet Überwindung, kann aber eine wirklich bereichernde Erfahrung sein.

Die Station ist dazu da, sich selbst oder sich gegenseitig etwas Gutes zu tun. Mal selber Empfangende/Empfangender sein. Nach der vorherigen Station, die dazu ermuntern sollte, sich und seine Gaben für das Wohl der Allgemeinheit und bedürftiger Menschen einzusetzen, ist jetzt der Fokus auf mir selbst. Es muss auch Zeiten geben, wo ich es mir selber gut gehen lasse- sei es dadurch, dass ich mir „mal was gönne“ oder mir von jemandem etwas Gutes tun lasse.

Letztlich ist nicht entscheidend was ich empfange, sondern dass ich empfange. Das wird heutzutage eher selten eine Fußwaschung sein, aber Menschen freuen sich auch über Blumen, einen Wellnessgutschein, eine Prämie, einen zusätzlichen freien Tag, eine Einladung zum Essen, eine Karte, einen gemeinsamen Ausflug, ein Dankeschön……

 

Wenn man den Pfad (ca. 6 km) ohne Führung wandern will, empfiehlt sich das Begleitheft, in dem man zu allen Stationen und zur Entstehung wichtige Hintergrundinformationen bekommt. Dieses Ist in Deutsch, Englisch und Tschechisch im Buchhandel erhältlich.

Hier werden nun die einzelnen Stationen in den nächsten Wochen vorgestellt.

Nächste AUSGABE :    15. Mai  2026

Station 18:   „Das ihr werdet wie die Kinder

Die Beiträge sind mit freundlicher Unterstützung in Kooperation mit dem Verantwortlichen für den Pfad, Herrn Matthias Clemens, entstanden.

Herr Clemens ist Leiter der Forstverwaltung der Evang. Brüder-Unität, Herrnhut.

Führungen auf dem Skulpturenpfad oder durch Herrnhut sind nach Anmeldung über das Gästepfarramt möglich:

Telefon: +49 172 4412306

E-Mail: willkommen@herrnhuter.de  (welcome@herrnhuter.de)

 

Foto: Matthias Clemens

 

 

 

 

„Odin, Thor, Hermann – die Generation 500+ Muskaus Uralteichen auf Aquarellen von Inka Lumer“

„Odin, Thor, Hermann – die Generation 500+ Muskaus Uralteichen auf Aquarellen von Inka Lumer“

Liebe Kunstfreunde,gern möchte ich Sie/Euch auf die Ausstellung „Odin, Thor, Hermann – die Generation 500+
Muskaus Uralteichen auf Aquarellen von Inka Lumer“ in der UNESCO-Welterbestätte Muskauer Park aufmerksam machen.

 

 

 

 

Ich durfte dafür eine Skulptur aus den Relikten der uralten „Wiesera Eichen“ schaffen – eine sehr herausfordernde, aber auch erfüllende Aufgabe. Eine sehenswert kuratierte Schau mit den Aquarellen von Inka Lumer vielen Hintergrundinformationen und Begleitmaterial. Bis 17. Mai ist die Ausstellung täglich von 10 -18 Uhr zu entdecken.

Noch eine Empfehlung zum Thema Bäume und Kunst. Das Buch „Bäume – Der Atem der Welt“ zeigt das Thema in ungewöhnlich großer Bandbreite und Tiefe.

 

 

 

 

 

Viele weitere Skulpturen finden Sie/Ihr im Atelier und dem Skulpturengarten – kommen Sie/Ihr vorbei und lassen sich überraschen.

Gern können Sie/Ihr die Mail an Interessierte weiterleiten.

Möchten Sie keine weiteren Infos zum Atelier erhalten geben Sie bitte Bescheid.

Mit besten Grüßen

Thomas Schwarz
Atelier Thomas Schwarz

Spremberger Str. 45
02959 Schleife
Tel.: 0162 1607325
www.atelier-thomas-schwarz.de
Instagram @holzatelier_thomas_schwarz

 

 

 

 

Skulpturenpfad – „Das Arbeitsethos“

Skulpturenpfad – „Das Arbeitsethos“

Station 16

„Das Arbeitsethos“

 

 

 

 

 

„Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder (und Schwestern) getan habt, das habt ihr mir getan“. „Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt und deinen Nächsten wie dich selbst“.  Diese Sätze Jesu (Matthäus 22, 36-40 und 25, 40) führten dazu, dass das ganze Leben als „Gottesdienst“ angesehen wurde. Daraus resultierte eine hohe Arbeitsmoral, was Zuverlässigkeit, Fleiß, Gründlichkeit und auch Fairness im Handel zur Folge hatte. Die Liebe zu Gott und zum Nächsten, also den Mitmenschen, wurde Antrieb und Maßstab für alles Tun und sollte es auch heute noch sein.

 

Die Skulptur ist bewusst in Größe, Material und Form an den Gedenkstein 1933-1945 auf dem Gottesacker in Herrnhut angelehnt- sozusagen als positives Gegenstück.

 

 

 

 

 

Es ist ein Quadratischer Granitstein mit einem Loch in der Mitte, aus welchem ein Apfelbaum- ein „Schöner von Herrnhut“- wächst. Händepaare von Frauen, Männern und Kindern leiten das Regenwasser, eine geschenkte Gabe Gottes, zum Baum. Die Äpfel sind dann für alle da.

Um den Fuß des Granitsteins läuft ein Zitat aus dem 1. Petrusbrief „Dienet einander, ein jeder mit der Gabe die er empfangen hat“.

Das eigene Können und Vermögen wurde nicht nur als persönliche Leistung und Errungenschaft angesehen, sondern als Begabung, also als etwas, was von Gott gegeben wurde. Dieses Bewusstsein und die Dankbarkeit für diese Begabungen, sowie die Aufforderung „Dienet einander…“ waren ein weiterer Beweggrund für ein hohes Arbeitsethos und sollen auch heute Motivation sein, abzugeben und zu teilen. Die Arbeit soll nicht nur dazu dienen, den eigenen Lebensunterhalt und Wohlstand zu sichern, sondern auch zur Stärkung des Gemeinwohls und der Unterstützung schwächerer Mitmenschen.

Großhennersdorf hat mit dem Katharinenhof eine der ältesten diakonischen Einrichtungen unseres Landes und deshalb passt diese Skulptur auch gut hierher- an einen Ort, wo das „füreinander da sein“ schon eine so lange Tradition hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn man den Pfad (ca. 6 km) ohne Führung wandern will, empfiehlt sich das Begleitheft, in dem man zu allen Stationen und zur Entstehung wichtige Hintergrundinformationen bekommt. Dieses Ist in Deutsch, Englisch und Tschechisch im Buchhandel erhältlich.

Hier werden nun die einzelnen Stationen in den nächsten Wochen vorgestellt.

Nächste AUSGABE :    1. Mai  2026

Station 17:   „Empfange

Die Beiträge sind mit freundlicher Unterstützung in Kooperation mit dem Verantwortlichen für den Pfad, Herrn Matthias Clemens, entstanden.

Herr Clemens ist Leiter der Forstverwaltung der Evang. Brüder-Unität, Herrnhut.

Führungen auf dem Skulpturenpfad oder durch Herrnhut sind nach Anmeldung über das Gästepfarramt möglich:

Telefon: +49 172 4412306

E-Mail: willkommen@herrnhuter.de  (welcome@herrnhuter.de)

 

Foto: Matthias Clemens

 

 

 

 

„Gedeckte Töne sind ihre Passion.“

„Gedeckte Töne sind ihre Passion.“

Michaela Mönch ist eine Malerin, die ihren eigenen Weg, ihre eigene Technik, ihre eigene Stimmung gefunden hat.

 

 

 

 

 

Mit Vorliebe benutzt sie gedeckte Farben. Die kühlen Wintertöne setzt sie so gezielt und meisterlich ein, dass aus den Farben ein Motiv entsteht, das Dir als Betrachter Hoffnung und Zuversicht gibt.
Wie sie es schafft, eine trübe Herbstlandschaft so festzuhalten, dass es Dir ein Lächeln ins Gesicht zaubert; oberlausitz-art hat für Euch nachgefragt.

Frau Mönch, sind Sie ein Herbst-/Wintertyp?
Warum bevorzugen Sie gedeckte Farben?

Ein Herbst-/Wintertyp bezieht sich meist auf das Aussehen einer Person.
Sie meinen aber die Farbtöne in meiner Malerei.
Herbsttöne können bunt und kraftvoll sein, die Natur taucht den Pinsel noch einmal in Rot, Orange, Braun, also warme Nuancen.
Ich mag sie genauso wie die kühlen Wintertöne.
Sie sind eher zurückhaltend.
Blau, Grau, Violett, Ocker und Weiß in den unterschiedlichsten Abstufungen.
Bei Sonnenschein ein hellgelbes Weiß mit lila Schatten.
Natürlich komme ich in sommerlichen Landschaften nicht ohne Grün aus. Allerdings mische ich es stets aus Blau und Gelb.

Die meisten Bilder von Ihnen sind Landschaften.
Malen Sie am liebsten mitten in der Natur?

Ja, mitten in der Natur.
Es sollte aber „Malerwetter“ sein!
Kein starker Wind. Regentropfen und Sonne ohne Schatten sind auch anstrengend.
Und viel Publikum.
Schnell lässt die Konzentration nach.

Was zieht Sie so oft an die Ostsee?
Ist es nur die gesunde Luft?

Ostseeurlaub gab es schon in meiner Kindheit und Jugend (z. B. Zelten in den Dünen von Prerow, 3 Wochen Sonnenschein).
Aber zum Glück für meine Motive gibt es an der Ostsee weit dramatischere Wolkensituationen.
Kein Tag ist wie der andere. Das ist spannend. Das liebe ich an dieser Landschaft.
Die Wellen des Meeres kommen und gehen, unbeeindruckt von den Querelen der Menschen.
Glück bedeutet für mich auch, morgens fast allein am Strand dem Aufgang der Sonne zuzusehen und im kalten Ostseewasser zu baden.
Nicht nur der Himmel bietet zahlreiche Motive.
Steine an der Steilküste, die aus der lehmigen Wand „geboren“ werden, die die Eiszeit dort abgelagert hat. Häfen, wo die Fischer früh ihren Fang abladen, oder das wellige Hinterland Usedoms.

Was und wer verbirgt sich hinter den „Montagsmalern“?

Fünf Frauen, die von Malzirkeln und VHS-Kursen um Erhard Gassan und Lutz Jungrichter, Malern und Grafikern aus Bautzen und Umgebung, „übrig geblieben“ sind.
Ich gehöre dazu und wir malen und zeichnen schon seit vielen Jahren zusammen.
Auch mehrtägige Malerurlaube gemeinsam mit unseren Männern gibt es einmal im Jahr.

Sie haben an der Abendakademie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig studiert.
Illustrieren Sie Bücher bzw. würden Sie das gern tun?

Leider nur für kurze Zeit, eine Zulassung für ein Kunstdirektstudium habe ich nicht bekommen. Vielleicht besser so.
Aber Malen und Zeichnen ist mir als Hobby geblieben.
Nur von der Bildenden Kunst zu leben, ist nicht einfach.
Mit Illustrationen habe ich mich noch nicht beschäftigt. Einen Versuch sollte ich einmal machen!
In der Schulzeit habe ich oft Stoffmuster entworfen und mich mit Modezeichnungen beschäftigt. Das hätte mich zur Angewandten Kunst führen können. Leider zu spät (lacht).

Frau Mönch, welchen Einfluss hatten Erhard Gassan und Lutz Jungrichter auf Ihren Malstil?

Bei Erhard Gassan und seiner Malweise, die er uns nahebrachte, ging es vor allem darum, großzügig mit Farbe und Motiv umzugehen.

Er war ein guter Pädagoge und Freund, den ich sehr schätzte. Erhard Gassan hatte großen Einfluss auf meine künstlerische Entwicklung.

Ich habe ca. 20 Jahre in seinem Zirkel gearbeitet.
Nie hat er eine Sache total abgelehnt, sondern Hinweise zur Verbesserung gegeben und somit geholfen, einen Erfolg zu erreichen.
Bei Lutz Jungrichter haben wir uns ebenfalls mit Malerei und auch mit Drucktechniken wie Radierung und Holzschnitt beschäftigt.
Von beiden Künstlern wurde meine Arbeit positiv beeinflusst.

Bei vielen ihrer Werke setzen Sie auf Ihre Pastellmalerei, harte, gezeichnete Striche. Wie im Bild „Frühlingsgrün“. Eine Art Mischung aus Malerei und Zeichnung.
Was steckt dahinter? Ist das Ihr ganz eigener Stil?

Die Pastelltechnik ist an sich eine Mischung aus Malerei und Grafik.

Sie bietet also die unterschiedlichsten Gestaltungsmöglichkeiten. Flächig angelegt und grafische Akzente gesetzt, die dem Bild durch Konturen Halt geben.

Wo kann man Ihre Werke betrachten?
Wo stellen Sie demnächst aus?

Im Wilthener Rathaus sind noch ca. 50 Arbeiten bis Mitte Mai von mir auf drei Etagen zu sehen.
Eine weitere Ausstellung ist in Arbeit.

Frau Mönch, Sie sind ja auch Chormitglied. Ist der Gesang ein Ausgleich zum Malen oder eher eine Ergänzung?

Der Chorgesang ist für mich eine Ergänzung zur Malerei.
Oft singe ich beim Malen oder höre Musik.
Eine Episode fällt mir ein.
Eine kleine Faschingsfeier im Zirkel bei Erhard Gassan. In der Gaststätte hielten die Leute uns für einen Chor …
Singende Maler oder malende Sänger …?

Sie wohnen im idyllischen Crostau.
Was bedeutet Ihnen die Oberlausitz?

Ja ich wohne in Crostau, einem Vorort der Stadt Schirgiswalde/Kirschau.
Die Oberlausitz ist für mich Heimat.
Tolle Landschaft, Berge, nicht zu hoch.
Seen mit klarem Wasser, ehrwürdige alte Städte mit ihrer besonderen Geschichte im Dreiländereck. Saubere Luft (wir wohnen am Waldrand und auch die Bäume werden wieder nachwachsen).
Die Oberlausitzer Mundart, die meine Vorfahren noch ausgeprägter sprachen. Brauchtum, Familie und Freunde.

 

Wir bedanken uns für das freundliche Gespräch und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg beim Malen an der Ostsee und in Ihrer Heimat.

Kontakt:    mmoench@gmx.de

Skulpturenpfad – „Die Mission“

Skulpturenpfad – „Die Mission“

Station 15

„Die Mission“

 

 

 

 

 

 

Eine Mission ist ein Auftrag. Jesus gab einst seinen Jüngern den Auftrag in aller Welt seine Lehren weiterzusagen, ihnen Gott nicht als ferne Instanz, sondern als „Vater“ nahe zu bringen. Das haben die sehr ernst genommen und so ist das Christentum auch zu uns gelangt und prägt unsere Kultur, unser Rechtssystem und unsere Orte bis heute. Ohne christliche Mission würde es Herrnhut gar nicht geben. Erstaunlich ist, dass schon 10 Jahre nach Ortsgründung die ersten Herrnhuter weiterzogen, um Menschen von Jesus zu erzählen, die bis dahin keinen Zugang zum Evangelium hatten. Nach ihrer Flucht vor Repressalien im Zuge der Gegenreformation in Böhmen und Mähren hatten sie endlich einen Ort gefunden, wo sie ihren Glauben in Frieden und Freiheit leben konnten. Aber anstatt diesen Frieden und diese Freiheit zu genießen, gaben manche alles wieder auf, um dem Missionsauftrag Jesu zu folgen. Sie reisten mit ungewissem Ausgang in ferne Länder, lernten dort neue Sprachen und versuchten dann von dem, was sie selbst als befreiend und bereichernd erfahren hatten, andern weiter zu erzählen. Und legten so die Samen für die heute weltweite Verbreitung der Brüdergemeine. Die Missionsgeschichte der Herrnhuterinnen und Herrnhuter ist nicht nur eine Erfolgsgeschichte. Fehler wurden gemacht, die Kinder der Missionare verbrachten oft einen Großteil ihrer Kindheit getrennt von den Eltern in Internaten, man musste politische Kompromisse eingehen, gab manche Versuche wieder auf…. Und doch ist das heutige Netz von Schwestern und Brüdern in vielen verschiedenen Ländern und auf verschiedenen Kontinenten ein beeindruckendes Ergebnis der schon 1732 begonnenen Missionsarbeit. Heute wird die Missionsarbeit dezentral organisiert und geleistet. Jede Gemeinde und jedes Gemeindeglied kann und soll einen Beitrag im eigenen Umfeld dazu leisten.

Obwohl die Mission früher eher Männerdominiert war, sind es heute oft auch die Frauen, die einen wichtigen Beitrag zur Verbreitung der freimachenden Botschaft von Jesus Christus leisten.

Und so besteht die Skulptur „Mission“ aus zwei Frauen, die sich an einer Brücke gegenüberstehen.

 

 

 

 

 

Eine der beiden hat eine Bibel im Gepäck und spricht mit der Frau gegenüber. Sie hat eine Hand am Geländer der Brücke und lädt die Andere dazu ein, das Geländer ebenfalls zu ergreifen. Auf dem Geländer kann man lesen, was Christliche Mission bedeutet, sowie einige leicht verständliche Bibelverse, die dazu einladen sollen, sich mit der Botschaft Jesu näher zu beschäftigen. Der Glaube kann im Leben Halt geben- so wie ein Geländer. Gerade auch, wenn das Leben schwierig ist, wenn es über Abgründe und durch Dunkelheiten geht, dann kann der Glaube eine wirkliche Hilfe sein. Mission bedeutet, jemanden einzuladen, diesen Halt im Leben ebenfalls zu ergreifen. Ich erzähle dir, was mir im Leben als Christin / als Christ wichtig ist, was mir Geborgenheit gibt, wo ich geschwisterliche Gemeinschaft und Unterstützung erlebe, wo meine Seele zur Ruhe kommen kann. Und ich lade dich dazu ein, es mit dem Glauben auch mal zu versuchen. Sich an Jesus und Gottes 10 Geboten zu orientieren macht das Miteinander menschlicher, friedlicher, barmherziger, freundlicher, gerechter, hoffnungsvoller und großzügiger. Mehr will Christliche Mission nicht erreichen, aber auch nicht weniger.

 

Wenn man den Pfad (ca. 6 km) ohne Führung wandern will, empfiehlt sich das Begleitheft, in dem man zu allen Stationen und zur Entstehung wichtige Hintergrundinformationen bekommt. Dieses Ist in Deutsch, Englisch und Tschechisch im Buchhandel erhältlich.

Hier werden nun die einzelnen Stationen in den nächsten Wochen vorgestellt.

Nächste AUSGABE :    24. April  2026

Station 16:   „Das Arbeitsethos

Die Beiträge sind mit freundlicher Unterstützung in Kooperation mit dem Verantwortlichen für den Pfad, Herrn Matthias Clemens, entstanden.

Herr Clemens ist Leiter der Forstverwaltung der Evang. Brüder-Unität, Herrnhut.

Führungen auf dem Skulpturenpfad oder durch Herrnhut sind nach Anmeldung über das Gästepfarramt möglich:

Telefon: +49 172 4412306

E-Mail: willkommen@herrnhuter.de  (welcome@herrnhuter.de)

 

Foto: Matthias Clemens

 

 

 

 

Lenzmond

Lenzmond

Lenzmond

 

Die Luft schon lau die Wiesen gelb und grau

ist Lenz ein Wort nur eine Ahnung

Birkenzweige dehnen sich im Wind

 

im Einklang mit der Ordnung der Natur

die treibt wie eine unsichtbare Uhr

das Regelwerk der Jahreszeiten an

 

was blüht was schläft vereinzelt fliegen Falter

auf mattem Rasen Flügelschlag

ein Wasser rauscht ein alter Bart muss ab

 

 

 

 

 

 

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Foto: Haiko Spottke

Vögel. Ameisen.

Vögel. Ameisen.

 

Eine Geschichtenreihe aus dem Buch: „Renate löscht. Das Licht.“

Von Manuela Bibrach

 

 

 

 

Illustration von Pètrus Akkordéon

 

Wenn Eddie zur Gitarre greift, wird es still. Bis Eddie den ersten Ton anschlägt. Natürlich Moll. Eddies Finger auf dem Griffbrett. Gekrümmt. Wie sein Rücken. Wenn er spielt. Wenn er sitzt. Wenn er geht. Eddie greift die Akkorde gekonnt. Den Kopf geneigt, Blick zum Boden. Die langen Haare vor dem Gesicht. Kein Blick dringt da durch. Spielt Eddie Gitarre, spreizen die Tauben vorm Fenster die Flügel. Tauben sind Eddies geduldige Zuhörer. Manchmal sitzen auch Spatzen auf dem Dach gegenüber. In der alten Platane vor dem Haus sammeln sich oft kleine Gruppen von Stadtvögeln. Sperlinge, Tauben, Amseln. Mauersegler sieht man dort nie. Sie lassen sich nicht nieder. Bleiben in der Luft. Ihr hoher Ton ist unverkennbar. Auf der Gitarre nicht zu imitieren.

Eddie mag den Sonntagmorgen, der ihn mit einem Gurren begrüßt. An den restlichen Tagen sind die vorbeifahrenden Autos zu laut, um das Ruckeducke der Ringeltauben zu hören. In den letzten Jahren hat der Verkehr stark zugenommen. Als Kind konnte Eddie das Morgengurren an jedem Tag hören. Er erinnert sich an die Schwalben in den Mauerritzen des Wohnblocks. An den Gesang der Amsel.

Eddies Gitarre stöhnt. Kann eine Gitarre stöhnen? Eigentlich wollte Eddie ein Klavier besitzen. Für ein Klavier war in der Zweiraumwohnung aber kein Platz, so blieb ihm die Wahl zwischen Geige, Flöte, Gitarre. Weil Eddie die knisternden Lagerfeuer in den Indianerfilmen mochte, entschied er sich für die Gitarre.

Er spielt aus dem Bauch heraus. Und nach Gehör. Noten mochte Eddie nie. Ihr ameisenartiges Aussehen. Ihr Gewimmel. Sich regen bringt Segen. Ohne Fleiß kein Preis. Die Sprüche von Eddies Mutter schienen ebenfalls für Ameisen gemacht. Für Eddie jedenfalls nicht.

Manchmal beobachtet er die Fußgänger auf der Straße. Vom dritten Stock aus ähneln sie Insekten. Eddie greift zur Gitarre. Versucht ein Ruckeducke. Einen Mauerseglerschrei. Ein Tschilpen. Nichts gelingt.

Eddie steht auf und geht zum Fenster. Ameisen unten, Vögel oben. Wie immer. Er geht zum Bücherregal, greift wahllos in die Fächer. Legt die gegriffenen Bücher auf den Fußboden. Stapelt sie zur Pyramide. Luft muss dazwischen sein. Aus einem der Bücher reißt er ein paar Seiten heraus und stopft sie in die Mitte des Turms. Eddies Feuerzeug klackt. Ein echtes Sturmfeuerzeug. Hatte ihm der Vater geschenkt. Bevor er gegangen war. Erinnerungsstück.

Eddie hält die fauchende Flamme an das Papier. Es zündelt. Es qualmt. Es brennt. Eddie legt nach. Bücher hat er genug.

Eddie greift zur Gitarre. Akkorde. Gekonnt. Moll. Den Kopf geneigt, Blick auf das knisternde Lagerfeuer. Indianerfilm. Die Tauben vorm Fenster spreizen die Flügel und blicken noch runder als sonst. Eine Ameise flüchtet in eine Bodenritze. Ruckeducke.

 

 

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Europäische Tage des Kunsthandwerks in Schleife

Europäische Tage des Kunsthandwerks in Schleife

Liebe Kunstfreunde,

Herzlich lade ich Sie/Euch zu den Europäischen Tagen des Kunsthandwerks in Schleife ein.

 

 

 

 

Am 12. April öffnen von 10 – 17 Uhr 5 besondere Orte in Schleife Ihre Türen, um gemeinsam mit Gastkünstlern einzigartige Kunst, Kultur und kreatives Handwerk zu präsentieren. Dort gibt es Einblicke in Ateliers, Werkstätten und Ausstellungen – ein Tag voller Inspiration zum Staunen, Anfassen, Kosten und auch Mitnehmen.

Mehr Infos unter: https://www.schleifer-kunstverein.de/veranstaltungseinladung/ und:  https://kunsthandwerkstage.de/sachsen

 

 

 

 

Bei mir im Atelier sind viele neue Skulpturen aus uralten Hölzern zu erleben, wie die filigrane Serie „Blätter“ gearbeitet aus gemaserter Platane und Robinie. Dazu eine große Auswahl der „Edition Lebensbäume“. Also auf nach „Schleife – das sorbischen Worpswede“.

 

 

 

 

 

 

Gern können Sie/Ihr die Einladung an Interessierte weiterleiten.

Thomas Schwarz
Atelier Thomas Schwarz

Spremberger Str. 45
02959 Schleife
Tel.: 0162 1607325
www.atelier-thomas-schwarz.de
Instagram @holzatelier_thomas_schwarz

 

 

 

 

Skulpturenpfad – „Drei ist Eins und Eins ist Drei“

Skulpturenpfad – „Drei ist Eins und Eins ist Drei“

Station 14

„Drei ist Eins und Eins ist Drei“

 

 

 

 

 

 

Obwohl „Trinitatis“ den weitaus größten Teil des Kirchenjahres ausmacht, ist Trinitatis (Dreieinigkeit) das Fest, welches am wenigsten gefeiert wird, zu dem es keine beliebten Bräuche und Traditionen gibt. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Trinität so schwer zu fassen und zu erklären ist.

Vor genau 1700 Jahren, auf dem Nizäischen Konzil, wurde die Frage diskutiert- wer war dieser Jesus von Nazareth? War er ein Mensch, oder war er Gott? Diese Frage hatte spalterische Sprengkraft und da man sich nicht einigen konnte, war die Lösung „wahrer Mensch UND wahrer Gott“.

Wer Jesus sah und erlebte, sah und erlebte einen Menschen, aber eben auch Gott wurde in Jesus sichtbar und erfahrbar. Kurz vor Himmelfahrt sagte Jesus seinen Anhängern die Sendung des Heiligen Geistes zu, der dann aus einem furchtsamen Haufen enttäuschter Jesusnachfolger mutige Evangelisten machte, die loszogen, um von Jesus Christus und Gott zu erzählen. Ohne diese Männer du Frauen und ohne den Heiligen Geist gäbe es heute keine Christenheit.

Zinzendorf bezeichnete den heiligen Geist als „Mutter“ – warmherzig, großzügig, gutmütig, liebevoll, ermunternd aber auch mal energisch und erziehend.

Die Skulptur hat drei Seiten mit Textfragmenten, die wiederum von Andreas Neu (wie bei der Skulptur „Be teil igt“) verfasst wurden. Jede Seite hat auch ein eigenes geometrisches Symbol. Die Skulptur ist drehbar. Man sieht stets nur eine Seite richtig, maximal zwei Seiten halb und doch sind es immer drei. Wenn man durch die Symbole durchschaut, sieht man auch mal alle drei gleichzeitig. Jede Seite ist einzeln erlebbar, aber immer in Zusammengehörigkeit mit den beiden anderen.

Den Erbauern ist es gelungen, die Dreifaltigkeit / Dreieinigkeit / Trinitatis recht einfach, aber anschaulich darzustellen, wissend, dass das Thema trotzdem irgendwie schwierig zu begreifen bleibt.

 

Wenn man den Pfad (ca. 6 km) ohne Führung wandern will, empfiehlt sich das Begleitheft, in dem man zu allen Stationen und zur Entstehung wichtige Hintergrundinformationen bekommt. Dieses Ist in Deutsch, Englisch und Tschechisch im Buchhandel erhältlich.

Hier werden nun die einzelnen Stationen in den nächsten Wochen vorgestellt.

Nächste AUSGABE :    10. April  2026

Station 15:   „Dier Mission

Die Beiträge sind mit freundlicher Unterstützung in Kooperation mit dem Verantwortlichen für den Pfad, Herrn Matthias Clemens, entstanden.

Herr Clemens ist Leiter der Forstverwaltung der Evang. Brüder-Unität, Herrnhut.

Führungen auf dem Skulpturenpfad oder durch Herrnhut sind nach Anmeldung über das Gästepfarramt möglich:

Telefon: +49 172 4412306

E-Mail: willkommen@herrnhuter.de  (welcome@herrnhuter.de)

 

Foto: Matthias Clemens

 

 

 

 

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