Der junge Zinzendorf wuchs bei seiner Großmutter in Großhennersdorf auf und erfuhr dort eine pietistische Erziehung, die dazu führte, dass es sein größter Wunsch wurde, Menschen die frohe Botschaft von Jesus Christus zu verkündigen.
Als hochadelig geboren, kam ein Theologiestudium, weil nicht standesgemäß, für ihn aber vorerst nicht in Frage. Gemeinsam mit Mutter und Großmutter wurde ein Jurastudium beschlossen. Zuerst ging es nach Halle an die Franckeschen Stiftungen zur Schulausbildung und später nach Wittenberg zum Jurastudium. In Halle gewann er gleichgesinnte Freunde, denen die Arbeit am Reich Gottes ebenso wichtig war. Mit Ihnen gründete Zinzendorf den „Senfkorn-Orden“, eine Art Bund, um sich gemeinsam diesem Ziel zu verpflichten.
In der Bibel wird das Senfkorn an verschiedenen Stellen dazu verwendet, wenn man darüber staunen soll, wie aus einem sehr kleinen Samen eine stattliche Pflanze heranwachsen kann. Nun wird Senf bei uns nicht wirklich stattlich, aber am Wegrand steht unsere älteste Rotbuche, die zu Zinzendorfs Zeiten wahrscheinlich schon als kleines Bäumchen dort stand. Vor der Buche stehen zwei Platten aus Lausitzer Granit und dazwischen befindet sich eine Plexiglasscheibe in die ein Buchecker eingelassen ist, sowie einer der Bibelverse, in denen vom Senfkorn die Rede ist. Als Betrachter kann man darüber staunen, wie aus so einer kleinen Buchecker ein derart riesiger Baum erwachsen konnte. In dem kleinen Samen steckt die Kraft selbst unseren harten Granit (auch als Sinnbild für festgefahrene Strukturen zu verstehen) aufzubrechen.
Zinzendorf ging es nie darum Massen zu bekehren, sondern immer den einzelnen Menschen zu gewinnen. Aus kleinen Anfängen kann Großes erwachsen. In jedem Menschen liegt ein Glaubenskörnchen und es liegt- wie bei den Pflanzen- am Umfeld, an der Pflege und an der Beharrlichkeit ob daraus Blüten und Früchte werden, oder ob es vor sich hin kümmert.
Gerhard Schöne hat gedichtet „Alles muss klein beginnen, lass etwas Zeit verrinnen, es muss nur Kraft gewinnen und endlich ist es groß“.
Viele großartige Dinge beginnen unsichtbar mit einer Idee, mit der Suche nach Mitstreitern und Mitteln und so können auch heute noch aus ganz kleinen Anfängen großartige Dinge entstehen.
Unsere große Buche kommt langsam leider an ihr Lebensende- der Pilzbefall lässt sie instabil werden, aber selbst, wenn sie einmal nicht mehr da sein sollte, so hat sie doch nachhaltig ihre Umwelt verändert, denn aus dem einst umstehenden Fichtenbestand (der dem Borkenkäferfraß zum Opfer gefallen ist) wird nun ein Buchenbestand. Rings um den Mutterbaum wachsen hunderte neu Buchen heran, die ihren Ursprung in dem alten Mutterbaum haben.
Wenn man den Pfad (ca. 6 km) ohne Führung wandern will, empfiehlt sich das Begleitheft, in dem man zu allen Stationen und zur Entstehung wichtige Hintergrundinformationen bekommt. Dieses Ist in Deutsch, Englisch und Tschechisch im Buchhandel erhältlich.
Hier werden nun die einzelnen Stationen in den nächsten Wochen vorgestellt.
Nächste AUSGABE : 12. September 2025
Station 3: “ Unter der Obhut des Herrn „
Die Beiträge sind mit freundlicher Unterstützung in Kooperation mit dem Verantwortlichen für den Pfad, Herrn Matthias Clemens, entstanden.
Herr Clemens ist Leiter der Forstverwaltung der Evang. Brüder-Unität, Herrnhut.
Führungen auf dem Skulpturenpfad oder durch Herrnhut sind nach Anmeldung über das Gästepfarramt möglich:
Der Skulpturenpfad in Herrnhut wurde anlässlich des 300. Geburtstages des Ortsgründers Zinzendorf im Jahr 2000 angelegt. Da Jesus Christus im Leben Zinzendorfs die Hauptrolle spielte, kommt dieser bei der ersten und der letzten Station auch selbst zu Wort. Der Pfad wird also quasi von zwei Christuszitaten eingerahmt. Ganz in Zinzendorfs Sinne hat nicht er, sondern Christus das erste und das letzte Wort.
Station 1: Ich bin der Weg
Der Pfad beginnt mit einem überdimensionierten Wegweiser an einer Kreuzung, der die Worte enthält
Ich bin der Weg. Geh!
Das ist zum einen einfach die Einladung und Aufforderung diesen Weg zu gehen.
Es ist aber auch ein verkürztes Bibelzitat aus Johannis 14, Vers 6:
„Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“
Es ist also die Einladung, sich auf seinem Lebensweg von Christus leiten zu lassen und sich an ihm zu orientieren. Viele verschiedene Wege sind im Leben möglich. Wer sich bei seinen Entscheidungen an Christus orientiert, darf sich auf einem guten Lebensweg wissen. Diesen Weg muss man nie alleine gehen. Christus geht ihn mit (er ist dann ja selbst der Weg) und viele Schwestern und Brüder im Glauben ebenso. Wenn man an Wegkreuzungen im Leben steht ist es weise, sich (oder Andere) zu fragen, welche Richtung würde Jesus mich wohl schicken? Die erste Station kann also eine Orientierungshilfe sein, so wie jeder Wegweiser das in seinem Wesen auch ist.
Wenn man den Pfad (ca. 6 km) ohne Führung wandern will, empfiehlt sich das Begleitheft, in dem man zu allen Stationen und zur Entstehung wichtige Hintergrundinformationen bekommt. Dieses Ist in Deutsch, Englisch und Tschechisch im Buchhandel erhältlich.
Hier werden nun die einzelnen Stationen in den nächsten Wochen vorgestellt.
Nächste AUSGABE : 29. August 2025
Station 2: “ Das Gleichnis vom Senfkorn„
Die Beiträge sind mit freundlicher Unterstützung in Kooperation mit dem Verantwortlichen für den Pfad, Herrn Matthias Clemens, entstanden.
Herr Clemens ist Leiter der Forstverwaltung der Evang. Brüder-Unität, Herrnhut.
Führungen auf dem Skulpturenpfad oder durch Herrnhut sind nach Anmeldung über das Gästepfarramt möglich:
„Alle Wege führen nach Rom“, ein bekanntes historisches Sprichwort. Es soll wohl auf die Antike hinweisen, auf das Imperium Romanum und das römische Straßensystem.
Mein Rat: Bevor ihr eine Rom-Reise antretet, empfehle ich euch diese meine Geschichte,
damit euch nicht Ähnliches passiert …
Eine Reise nach Rom
Alles läuft pünktlich nach Plan. Abflug Berlin. Ankunft am Flughafen Ciampino. Dort steigen sie in den Leonardo-Express, der direkt am Termini Bahnhof in Rom hält. Nur fünf Gehminuten zum Hotel Andreotti. Ein Personenaufzug – Seilzug mit Holzkasten hinter Eisengittern – bringt sie in die Hoteletage nach oben. Für Eva Gruselmomente …, eingesperrt in diesen Kasten. Wie kommt man da wieder heraus? Was ist, wenn man zwischen den Stockwerken hängenbleibt?
Doch Tobias meint: »Wir sind jetzt in der Stadt des Heiligen Vaters, da kann uns gar nichts passieren.« Der Kasten hält, die Tür geht mit ruckartigem Quietschen auf und sie befinden sich an der Rezeption. Eine freundliche Begrüßung, kleine gemütliche Zimmer – für jedes Ehepaar empfangsbereit eingerichtet. Dass die Fenster in einen dunklen, zweideutigen Hof zeigen, findet Eva etwas gruselig. Sehr unklar, was sich unter ihnen zwischen den düsteren Mauern abspielt. Tobias stellt die Koffer auf die Ablage, wirft sich quer über die Betten, die Hände ausgestreckt und atmet tief durch: »Endlich Urlaub.«
Als sie sich frisch gemacht haben, den schweren klobigen Schlüssel in der Rezeption abgegeben haben, warten Gisa und Peter schon ungeduldig vor dem Fahrstuhl.
»Ich steige nicht mehr in diesen Kasten«, ruft Eva und läuft zum Treppenhaus. Neben ihr rattert das Eisengitter nach unten.
Die Morgensonne verströmt ihr goldenes Licht über die Häuser, deren Schatten erste Berührung mit der Straße aufnehmen. Peter entfaltet den Stadtplan und mimt den Reiseführer, führt vom Trevibrunnen zum Park Villa Borghese, zur Spanischen Treppe und zum Abendessen in ein italienisches Fischrestaurant.
Am nächsten Tag geht es zur Sixtinischen Kapelle mit Michelangelos Decke, sein Jüngstes Gericht, sowie die Fresken aus dem 16. Jahrhundert in den Raphael-Räumen werden besichtigt. Ein riesiger Komplex von Galerien, in denen einige der wichtigsten Kunstwerke Italiens ausgestellt sind.
Auf den Stufen vor der Basilika Santa Maria Maggiore legen Gisa und Eva eine Pause ein.
Sie lassen sich auf den Steinstufen nieder, zumal ihnen die Männer abhanden gekommen sind. Peter ist vor einem Uhren- und Schmuckgeschäft hängen geblieben, während Tobias am Najaden-Brunnen mit einem Engländer Konversation betreibt.
»Oh, hoffentlich finden die uns«, meint Eva. »Wenn nicht …, den Weg zum Hotel kennen sie ja wohl.« Sie setzen sich auf die Stufen, teilen sich eine Banane, öffnen ihre Trinkflaschen, und schauen den Tauben zu, die sich mit geblähten Hälsen ruckartig vorbeugen, um vereinzelt Brotkrümel zwischen dem Straßenpflaster zu erhaschen.
»Weißt du noch?« Gisa kramt ganz unvermittelt in Erinnerungen.
»Damals, es war neunzehnhundertneunzig, saßen wir fasziniert auf den Steinstufen vor dem Kölner Dom, schauten auf das Leben vor uns, hatten auch Bananen verkostet und den westlichen Himmel bewundert, der plötzlich auch uns gehörte.« Eva wedelt mit beiden Armen, als eine Taube auf sie zufliegt. »Ja, so etwas vergisst man nicht. Unsere erste Westreise. Wir hatten von einem renommierten Steuerbüro das Angebot erhalten, ein Steuerseminar zu besuchen. Wir mussten geschult werden, wie das so geht, mit Steuererklärung, Umsatzsteuer, Kredit und so was.« Gisa lacht: »Tja, das war alles vom Westen gesponsert. Und wenn wir ehrlich sind, wollten wir diesen Bürokram gar nicht wissen. Wir wollten die neue schöne Welt erkunden.«
»Und jetzt haben wir unser Deutschland ausgiebig erkundet und reisen durch ganz Europa, von einem Ort zum anderen, von einem Urlaubsziel zum nächsten.«
»Tja…, und unsere Männer haben genug Geld, um im Ausland Einkäufe zu tätigen«, Gisa zeigt auf die gegenüberliegende Straßenseite, wo ihre beiden Herren mit Einkaufstüten in den Händen erscheinen. Als die Männer vor ihnen stehen, ein Strahlen in ihren Gesichtern: »Wir haben ein Schnäppchen gemacht«, sagt Peter und hält eine Papiertüte in die Höhe. Tobias will sie nicht zu lange im Unklaren lassen und zieht eine hellbraune Kunstlederjacke aus seiner Tüte: »So etwas bekommt man bei uns nicht so preisgünstig«, und hält sich die Jacke vor die Brust. Die Frauen gucken sich an: »Ist das jetzt ein Scherz?«
Gisa springt auf, um sich Peters Errungenschaft anzuschauen. »Das kann doch nicht wahr sein, wo hast du das denn erstanden? Kunstlederjacke. So etwas willst du anziehen? Wann? Wo?« Eva klopft sich an die Stirn: »Was hat euch denn dazu motiviert. Sicher eine attraktive junge Dame, die mit graziösen Bewegungen Lederjacken angepriesen hat.« Peter erzählt von einem netten Herrn, der sein Auto mit Lederwaren bepackt, plötzlich neben ihnen anhielt, die Autoscheibe herunterließ und seine Jacken empfahl. »Ich wollte immer mal eine Lederjacke besitzen. Dreißig Euro. So günstig bekommst du es nie wieder. Der Verkäufer hat die Euroscheine entgegengenommen, die Jacken eingetütet, durchs Fenster gereicht, und schon waren wir glückliche Lederjackenbesitzer.«
Auf den Treppenstufen vor der heiligen Santa Maria Maggiore müssen sie feststellen, dass die Konfektionsgröße nicht der ihrigen entspricht. Zu kurz, viel zu eng und die schlammig braune Farbe macht es auch nicht besser. Eva ist entsetzt. Die Männer schauen etwas beschämt zu Boden. Dann nimmt Peter die Papiertüte, stopft die Jacken hinein, klopft Tobias kumpelhaft auf die Schulter: »Ich schaue mal kurz in diese Kirche. Die Kathedrale soll die bedeutendste unter den zahlreichen römischen Kirchen sein, so habe ich es im Reiseführer gelesen.«
Er, der Kirchenbesichtigungen gar nicht mag, betritt langsam, bedächtig das Kirchenschiff. Nach wenigen Minuten starrt Gisa ins dunkle Innere der Kathedrale, sucht mit schnellen Blicken. Am Ende der Seitenschiffe sind zwei große, mit Fresken reich geschmückte Kuppelkapellen. Sie hat Peters Gestalt entdeckt … Sieht, wie er auf einer Bank seinen Platz einnimmt, den gläubigen Katholiken spielt. Um sich zu bekreuzigen und die Hände zu falten, stellt er die Papiertüten neben sich, kniet danieder. Verharrt minutenlang. Sie sieht noch, wie er sich langsam aus andächtiger Haltung vor dem Altar erhebt.
»Puh, gruselig. Kommt weg von hier, ich ahne, was Peter vorhat«, und zieht Eva und Tobias die Stufen herunter auf die holprige Straße. An der Straßenecke neben einer Litfaßsäule bleiben sie erwartungsvoll stehen, ihre Blicke auf das Kirchenportal gerichtet:
»Die Kirche ist der Jungfrau Maria geweiht, vielleicht freut sie sich über Lederjacken – sie passen ihr sicher.« Sie amüsieren sich, während Tobias in kurzen Schritten nervös hin und her läuft. Urplötzlich ist ihnen das Lachen vergangen. Vom Seitenflügel der Kathedrale steigt Rauch auf. Ein uniformierter Security-Mann erscheint laut brüllend am Eingangsportal. Mit einem Handy am Ohr läuft er vor der Kirchentür hin und her. Im gleichen Moment ertönen Sirenen und ein Polizeiauto rast mit Blaulicht herbei. Was bedeutet das? Wo ist Peter? Vermutet man ein Bombenattentat? Eva, Gisa und Tobias verfolgen von ihrem Standort aus das Geschehen, bis ein Polizist mit den Lederjackenbeuteln am Kirchenportal erscheint und Entwarnung gibt.
»Aber wo ist Peter? Was bedeutet der Rauch?« Gisa ist in Panik geraten: »Was ist mit ihm passiert?« Ihr Atem hetzt jedes Wort. »Er kann sich nicht einmal melden, ich habe sein Handy in der Tasche. Wir müssen zur deutschen Botschaft gehen, um alles aufzuklären.«
Hilflose Angst im Gesicht. Hände und Gedanken zittern. Sie warten nervös.
Nach einer gefühlten halben Stunde laufen sie Richtung Hotel.
Sie finden Peter in Hotelnähe vor einem romanischen Bürgerhaus in einer Reisegruppe wieder. Gisa stürzt auf ihn zu. Sie redet und redet, eine existentielle Anspannung, wie ein gereizter Nerv, der auf Berührung mit Schmerz reagiert. Peter wirkt entspannt: »Ich habe mich in den Schutz der Heiligen Madonna begeben und konnte unbemerkt durch einen Hinterausgang entkommen«, und mit einem neckenden Lächeln, das seine Augen erhellt: »Rauch? Aus dem Schornstein der Kathedrale? Ich habe keinen Rauch gesehen. Eure Phantasie ging wohl mit euch durch.«
Am 20.07.2025 erfolgte die Einweihung eines neu geschnitzten Wegweisers.
Damit erweist die Stadt Schirgiswalde Heinz Berger Respekt und Anerkennung für seine Verdienste um Handwerkskeller und Museum der Stadt.
Gestaltet hat den jüngsten Blickfang der Stadt Schirgiswalde der aus Sohland/Spree stammende Schnitzer Karl Noack. Die farbliche Gestaltung übernahm Frau Eva Kaiser.
Heinz Berger wurde am 15.07.1935 als Sohn der Eheleute Benno und Marie Berger in Schirgiswalde geboren. Er absolvierte eine Lehre als Klempner und arbeitete danach als Schlosser im Landmaschinenwerk „Fortschritt“ in Singwitz.
Heinz Berger übernahm nach dem Tode von Carl Swoboda 1978 die Leitung des Heimatmuseums. Nach zweimaliger Verlegung konnte das neu gestaltete Museum am 26.03.1994 eröffnet werden. Am 15.04.1994 übergab er die Leitung des Museums Familie Jung.
Am 17.06. 1995 richtete Heinz Berger noch einen Handwerkskeller mit Schmiedeeinrichtung im Kellergeschoß des Museums ein. Hier kam sein Hobby, die künstlerische Gestaltung, zum Tragen. Schon länger hatte er sich mit Metallgestaltung beschäftigt.
Bereits 1980-83 besuchte er einen Abendkurs in Metallgestaltung. Regelmäßig stellte er seine Kunstwerke wie Metalltreibarbeiten, Metallplastiken und andere Kunstschmiedearbeiten in Museen und Galerien aus. Auch beteiligte er sich an Schmiedetreffen in ganz Deutschland und Tschechien.
Heinz Bergers Gestaltungswerkstatt entstammen auch einige Ausleger, die Geschäfte in der Innenstadt schmücken. Die neuen Kreuze am Gipfel des Hohberges stammen ebenfalls von ihm. Seine zahlreichen originellen und kreativen Kunstwerke werden immer an ihren Schöpfer erinnern.
Eine andere Form künstlerischer Betätigung fand Heinz Berger in der Ausführung verschiedener grafischer Techniken wie Radierung und Aquatinta.
Am 16. März 2023 verstarb Heinz Berger im 88. Lebensjahr.
Wer mehr über die Wegweiser der Stadt oder über die Geschichte der Stadt Schirgiswalde erfahren möchte, das Heimatmuseum erwartet Sie.
Ein Sommer-Morgen-Traum – Besinnliche Neuankündigung des Romans von Jana Thiem.
Neissuferverlag
von Sylke Hörhold.
Heute Morgen bin ich zu meiner üblichen (sehr frühen) Zeit erwacht und doch gleich wieder in einen Schlummer gesunken, der mir einen lebhaften und bildreichen Traum bescherte. Noch beim Erwachen spürte ich, dass er mir etwas bedeutete. Anstatt jedoch dem nachzusinnen, flogen mir erste Schaffensgedanken zu, denn es ist Samstag und seit vielen verregneten Tagen soll es ein prächtiger Sommertag werden. Wir haben heute viel vor.
Der Traum sank ins Vergessen und blieb in den Laken stecken.
Als ich wenig später mit meiner Kaffeetasse in der Hand im Rosengarten stand und angesichts der Verwüstungen, die der Regen hier angerichtet hatte, schon die To-do-Liste durchging, fiel mein Blick auf das Kornfeld im Morgenlicht. Ich fühlte mit einem Mal ein leises Bedauern, nicht auf den Traum geachtet zu haben heute Morgen.
Wenn wir nicht auf die Botschaften unserer Träume hören, entgeht uns vieles, was uns tiefere Teile unserer Psyche mitteilen wollen. Träume sind Teil unserer geistigen Führung, unserer Seelen-Hygiene. Im Traumerleben verarbeiten wir nicht nur unsere Gefühle, Sehnsüchte und Ängste, Träume vermitteln uns auch Lösungsansätze und Richtungsweisungen. In vielerlei Hinsicht lohnt es sich, ihren Hinweisen nachzugehen.
Meine Freundin Jana Thiem hat unter ihrem Autoren-Namen Frida Luise Sommerkorn in diesem Sommer einen Roman in unserem Neissuferverlag herausgebracht „Whispering Dreams – Zwischen uns der Tag“, in dem es genau um dieses Thema einer Traumbotschaft geht.
Eine junge Mutter trauert um den Verlust ihres Mannes, der seit einem Bootsunglück vor der Küste Rügens vermisst wird und als tot gilt. Doch sie kann es nicht glauben. Immer wieder begegnet sie in ihren Träumen einen Mann, ohne ihn genau zu erkennen. Ist es der, nach dem sie sich so sehnt?
Die Geschichte berührt mich sehr tief und der Roman ist mein Lesetipp für euch für diesen Sommer.
Whispering Dreams – Zwischen uns der Tag
Der neue Roman von Frida Luise Sommerkorn jetzt beim Neissuferverlag und überall wo es Bücher gibt.
Die Idee zum Skulpturenpfad entstand 1999, als überlegt wurde, wie man das Jubiläum des 300. Geburtstages von Nikolaus Ludwig, Graf von Zinzendorf und Pottendorf (kurz Zinzendorf), im Jahr 2000 gestalten könnte. Man wollte den Pfad zwischen Herrnhut (das Zinzendorf seine Gründung verdankte) und Großhennersdorf (wo er bei seiner Großmutter mütterlicherseits, Henriette Katharina von Gersdorf, aufwuchs und erzogen wurde) so gestalten, dass man wandernd etwas von der Geschichte Zinzendorfs und der Brüdergemeine, aber auch über Glaubensthemen ganz allgemein erfahren kann. Und so wurde eine ABM für 15 Leute über den damaligen „Verein der Freunde und Förderer kreativer Kunst e.V. in Löbau“ beantragt und durch das Arbeitsamt bewilligt.
Von den 15 Teilnehmern hatte nur der künstlerische Leiter (Knut Uwe Weise) auch richtig Kunst studiert und nur zwei Teilnehmer hatten einen kirchlichen Hintergrund mit entsprechendem Wissen und Erfahrungen
Die fachlichen Ausgangsvoraussetzungen waren also nicht wirklich optimal. Umso erstaunlicher ist dann, was nach einem Intensivkurs in Christenlehre und Kunsttechniken für Ideen entstanden (erst einmal als Skizzen und Modelle), von denen insgesamt 19 auch umgesetzt wurden. Im Zuge der ABM entstanden immerhin 15 Stationen. Eine Station (Eremit) war eine Spende vom Holzbildhauer Andreas Schönfelder und die anderen 3 (Mission, Arbeitsethos, A und O) wurden in den Folgejahren durch Andreas Kanzler und die Firma Natursteine Hantusch fertig gestellt.
Man kann die entstandenen Stationen durchaus als Volkskunst bezeichnen.
Wenn man den Pfad (ca. 6 km) ohne Führung wandern will, empfiehlt sich das Begleitheft, in dem man zu allen Stationen und zur Entstehung wichtige Hintergrundinformationen bekommt. Dieses Ist in Deutsch, Englisch und Tschechisch im Buchhandel erhältlich.
Hier werden nun die einzelnen Stationen in den nächsten Wochen vorgestellt.
Erste AUSGABE : 15. August 2025
Station 1: “ Ich bin der Weg „
Die Beiträge sind mit freundlicher Unterstützung in Kooperation mit dem Verantwortlichen für den Pfad, Herrn Matthias Clemens, entstanden.
Herr Clemens ist Leiter der Forstverwaltung der Evang. Brüder-Unität, Herrnhut.
Führungen auf dem Skulpturenpfad oder durch Herrnhut sind nach Anmeldung über das Gästepfarramt möglich:
Wie alles begann: aus „Stadtanzeiger Schirgiswalde“
20 Jahre Handwerkskeller
Eröffnung einer Schauwerkstatt im Museum.
Schon seit Monaten geht ein emsiges Werken im Gewölbekeller des Stadtmuseums vonstatten. Nun ist es soweit; dieser Keller kann als Schauwerkstatt der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden. Damit wird wieder das kulturelle Angebot an die Bürger der Stadt und ihre Gäste erweitert.
Der neu gestaltete Raum mit seinem rustikalen Gewölbe ist Zeugnis früherer handwerklicher Leistungen. Er soll nunmehr als Schauwerkstatt dienen, wo man Handwerk hautnah miterleben kann, soll aber auch als Anregung dienen, selbst kreativ tätig zu sein. Hier gibt es Möglichkeiten, in der Zeit, wo so mancher Handwerksbetrieb schließt, das Schmieden in seiner Vielfalt an alten Techniken zu zeigen.
Für die Ausgestaltung der Werkstatt wurde eine in der Auflösung befindliche Schmiede übernommen. Weitere Schmiedewerkzeuge und Anschauungsgegenstände stellten die beiden Handwerksbetriebe Teubner und Leithold zur Verfügung.
Auszug aus : 5 Jahre Handwerkskeller im Museum
Neben der Vorführung von Schmiedetechniken werden auch andere Handwerksarbeiten gezeigt.
Unteranderem das Verzieren von Ostereiern, Druckgrafik und Malerei, Schiefergestaltung, Kupfertreibarbeiten, Airbrush und Arbeiten Töpferei und Aufbaukeramik.
Auch für Ausstellungen einheimischer Künstler wird dieser Werkraum genutzt. …
Dankenswerterweise hat Heinz Berger die Verantwortung über den Handwerkskeller übernommen; seiner Initiative ist das umfangreiche Programm dieser heimischen Schauwerkstatt zu verdanken. 5 Jahre Handwerkskeller ist eigentlich ein Grund, einen Blick in diese Werkstatt zu werfen.
Stadtverwaltung Schirgiswalde
EINLADUNG
20.07.2025 15 Uhr
30 Jahre Handwerkskeller, in Schirgiswalde am Museum, Rathausstraße 15
Einweihung eines neu geschnitzten Wegweisers, anschließend Schauschmieden und Öffnung des Museums mit Besichtigung des Stadtgefängnisses
Zwei Kreuzfahrten auf dem Mittelmeer habe ich bisher mit meinen Freunden erlebt.
Die Erzählung, die ich für meine Juli-Geschichte ausgesucht habe, ist zum größten Teil fiktiv und soll die Leser nicht nur unterhalten, sondern auch etwas nachdenklich stimmen.
Vielleicht hätte es ein Traum bleiben sollen… Sie schwankte zwischen Kabinentür und Bullauge, zwischen Bangigkeit und Abenteuer hin und her.
»Einen wunderschönen Guten Abend, hier spricht ihr Kreuzfahrtdirektor …«
Eine flammende Begrüßungsrede.
Man lud ein zum Kapitänsempfang in die Sirocco Lounge. Ihr Herz klopfte mächtig. Sirocco Lounge? Auf dem Deckplan, der an der Kabinentür schaukelte, sah sie den kleinen roten Punkt mit der Nummer ihrer Kabine und drum herum einen farbigen Irrgarten. Ihr war unheimlich.
Was ziehe ich an? Das kurze Schwarze? Oder doch lieber das rote lange Kleid?
Kleiderordnung, wie lächerlich, dachte sie.
Ich nehme das rote. Make-up, Puder, Lippenstift.
Ein Fahrstuhl ersparte ihr das Herumirren in labyrinthischen Gängen. Es glitzerte und funkelte. Bunt frisierte Damen im Arm weißhaariger Herren. Immerhin, ein Arm in den sie sich hängen konnten. Der Kapitän, jugendlich, elegant. Sie sah das Licht der Scheinwerfer auf dem Seidenglanz seiner dunklen Haare. Paare trennten sich und umrahmten für den Moment des Blitzlichtaufflammens den Kapitän. Sie wollte unbemerkt vorbeihuschen, jedoch der Fotograf schob sie ins Scheinwerferlicht … Sie, die keinen Rahmen hinbekam, so allein.
Den ganzen Abend wanderte sie umher. Sie sah Gespräche und Sprecher vorübertreiben, hörte auf Unsinniges, Zusammenhangloses, bemühte sich manches Mal, es zu verstehen. Sie hielt sich an ihrem Sektglas fest, schlenderte über das Deck, stellte sich hierhin und dorthin und blieb doch ohne Anschluss.
Am nächsten Tag steckten die Fotos vom Vorabend an einer Pinnwand, sie sah auf dem Gang zum Buffet das Gesicht des Kapitäns in leicht angestrengter Freundlichkeit tausendfach herüberschauen. Das Schiff schwankte – ein Wechseln von einer Seite auf die andere.
Sie saß an Deck an einem Tischchen nahe der Reling. Ganz weit unter ihr das Meer. Auf dem Wasser lag die Gischt wie eine Spitzenborte. Würde sie einen Stein ins Wasser werfen, das Geräusch des Ein- tauchens wäre hier oben nicht zu hören. Dunkelblaue Wellen schlugen gegen den Bug. Ihr Kaffee schaukelte sich ein in den Rhythmus, der vorgegeben war. Geschirrgeklapper im Wettstreit mit dem Rauschen der Wellen, das schließlich zum Verlierer wird. Ein ständiges Hin und Her mit randvollgeladenen Tellern vom Buffet.
Ein dunkles Gesicht beugte sich zu ihr herab. Schmale Wangen. Augen, die frei in den Höhlen lagen – traurige Augen. Thailand oder Indien. Der Mund breitete sich zu einem Strahlen. Eine Frage, ein Gemisch aus Englisch und deutschen Lauten. Nein danke, sie mochte nichts essen. Das Lächeln war urplötzlich weggewischt, und sie sah ein hungerndes fernes Land im Blick. Sie hätte sich ein Menü bringen lassen sollen … Sie erhob sich und versuchte einen Rundgang über ihre Wunscherfüllung. Sie schaukelte vorwärts.
Der Wind tanzte mit ihr, hielt sie fest, zerrte an ihrem Körper. Sie musste aufpassen, dass er sie nicht zu Boden riss. Eine schmale Treppe. Sie hielt sich krampfhaft am Geländer fest, erreichte das Pool-Deck. Im Pool planschten Kinder. Das blaue Wasser schaukelte im Quadrat auf und ab.
Santorin – die griechischen Vulkaninsel – wirkte vom Schiff wie ein mit Schnee bekleckster Felsen. Vom Land aus sah sie vor dem Hintergrund des grauen Gesteins das Kreuzfahrtschiff, strahlend weiß – ein schwimmender Tempel. Wohlstand und Vergnügen. Arbeitsplätze für die Ärmsten der Armen, dachte sie.
Sie stieg hinauf nach Thira, zur höchsten Stelle des Ortes. Vom Gipfel ein schwindelerregender Blick auf die Bucht. Ihr war es, als wäre sie aus der Gegenwart herausgetreten.
Das starke Licht, klar und farblos über der Insel. Weiße Häuser, ausgeschüttet wie Würfelzucker. In den schmalen Gassen drängten sich die Touristen. Blonde, braune, behütete Köpfe. Wie emsige Ameisen, die die Ruhe stören. Die glückliche Bewegung aus der Tiefe des Körpers, sie wollte sie teilen. Sie schloss die Augen, streckte die Hand aus, um sich an eine Schulter zu lehnen …, doch da war niemand. Plötzlich ein gutaussehender junger Mann vor ihr, er nahm lächelnd ihre Hand in seine großen Hände: »Sorry Madam, did you mix me up?«
Sie wurde verlegen, die Hitze stieg ihr ins Gesicht: »Excuse me.« Ihr Englisch war wohl etwas holprig, denn er sprach nun plötzlich Deutsch, zeigte auf den Ort:
»Ein beeindruckender Blick, am Kraterrand die blaue Kuppel einer Kirche, mit dem Blau des Meeres eine Einheit bildend. Und dazu der Geruch von Sand, Meer und Kräutern.«
Wie romantisch er ist, dachte sie.
Beim Abstieg lief er vor ihr. Als es sehr steinig wurde, streckte er ihr die Hand entgegen:
»Bloß nicht stürzen.« Und als sie an einem kleinen Restaurant vorbeikamen, lud er sie zu einem Cocktail ein.
Am Abend auf dem Schiff drängten sich die unstillbaren, esslustigen Passagiere ans reichhaltige Büfett. Sie stand am Ende der Warteschlange, hielt ihren leeren Teller in der Hand. Ihr verging der Appetit. Sie dachte plötzlich an ihre Mutter. Seit ihr Max gestorben war … Sie war so allein. Sie hätte die Mutter mitnehmen können. Doch diesen Luxus, das viele Essen hätte sie wohl nicht ertragen: ›Tausende Menschen könnte man vom Hungertod retten‹, hörte sie die Mutter sagen. Sie wäre in ihr Delirium verfallen, hätte trockenes Brot gegessen und ihren Speiseteller der Besatzung im Maschinenraum gebracht.
Als sie sich mit ihrem leeren Teller wieder aus der Menschenschlange hinausdrängelte, an den Wartenden vorbei zu ihrem Platz, berührte sie jemand an der Schulter:
»Hey, hast du keinen Hunger nach der langen Wanderung?« Fast wäre ihr vor Schreck der Teller aus der Hand gefallen. »Du auch hier an Bord?« Sie versuchte ein Lächeln, zeigte auf ihren leeren Teller: »Das Wassermelonencocktail in Santorin sättigt auch.«
»Ach, komm, ich nehme deinen Teller mit und wenn ich dran bin, schaust du mal, was du essen möchtest, okay?«
Als sie dann mit einem vollen Teller zu ihrem Tisch zurückging, wusste sie nicht, wovon ihr plötzlich die Knie weich wurden …, vom langen Marsch durch Santorin?
Nach dem Essen suchte sie sich an Deck einen Platz mit Blick aufs Meer. Über dem Meer leuchtete die schmale Sichel des Mondes.
Ihre Gedanken waren noch einmal in Santorin. Sie sah sich in der kleinen Bar sitzen, das Glas erhoben, in glitzernde Augen schauend, ein Prickeln in der Magengegend.
Und plötzlich war es wieder da, als sich von hinten Arme um sie legten. Sie fühlte einen Lippenhauch auf ihrem Haar: »Kommst du mit mir? Ich lade dich ein.«
An der Kabinentür stand sein Name. Er war also auch allein. In der kleinen Kabine ein feuchter Kuss, der Funke, der den Brand verursachte. Er knöpfte ihr die Bluse auf und unter den Liebkosungen seiner Finger wurde ihr ganz warm und weich. Eine dämonische Macht ging von ihm aus. Und dann … war es Rettung oder begieriger Untergang? Der Kapitän lud über den Lautsprecher zu einem Mitternachtsmenü mit Tanzmusik ein.
Sie sprang auf, knöpfte sich die Bluse zu: »Sorry, das kann ich nicht«, und verließ hektisch die Kabine. Sie lief noch einmal hoch auf die Aussichtsplattform an die Reling, schaute in den Sternenhimmel und zur leuchtenden Mondsichel.
Die Wellen der Empfindungen, der prickelnden Gefühle sind zu kurz und vergänglich, sie können nicht in mein Herz getragen werden, dachte sie.
Wie heißt es so schön? Der beste Freund des Menschen ist der Hund. Aber auch alle anderen Tiere stehen uns sehr nah. Sie stehen uns zur Seite, erleichtern unsere Arbeit oder sind einfach der Gegenpol zu uns rastlosen, hektischen Menschen. Der angeblichen „Krönung der Schöpfung“. Tiere bereichern einfach unseren Alltag. Wen wundert’s da, dass es seit es Menschen gibt, auch Tierportraits zu unserer gewohnten Umgebung gehören.
Eine, die sich besonders darauf versteht und auch eine besondere Maltechnik anwendet, ist Marit Symalla. Von sich selbst sagt sie: „Meine Tierportraits entstehen mit Liebe zum Detail. Tiermalerei ist für mich eine Herzensangelegenheit“ Was dahintersteckt und was die Künstlerin antreibt; oberlausitz-art hat für Euch nachgefragt.
Frau Symalla, Sie sind gelernte gestaltungstechnische Assistentin. Was können wir darunter verstehen? War die Ausbildung relevant für Ihre heutige künstlerische Arbeit?
Ich wollte vor 20 Jahren gerne etwas Künstlerisches lernen. Weil aber meine Familie sich nicht vorstellen konnten, dass man damit überhaupt Geld verdient, habe ich mich für eine grafische Ausbildung entschieden, um wenigsten etwas Kreatives und vielleicht „Künstlerisches“ zu arbeiten. Damals war es der Schwerpunkt Grafikdesign, wer es nicht kennt, man entwirft dann zum Beispiel Flyer, Logos und Plakate. Wie sich heraus- gestellt hat, geht es aber mehr um die Arbeit am Computer. Das Entwickeln von Ideen und vielleicht noch grobe Vorabskizzen gehört zwar dazu, der Rest geschieht aber nur am PC, was mir überhaupt nicht liegt. Ich habe es aber trotzdem erfolgreich abgeschlossen.
Was hat Sie zum Malen von Tierportraits inspiriert? War Ihre ehrenamtliche Arbeit in einer Tierpension da ausschlaggebend?
Ja, die ehrenamtliche Arbeit im Tierheim Dresden hat mich sehr inspiriert. Und damit meine ich nicht unbedingt, dass ich dort die Hunde oder Katzen als Motive gezeichnet habe, sondern die Geschichten hinter den Tieren, egal ob Wild- oder Haustier, die haben mich sehr geprägt. Erst später fing ich nach und nach an, Kunstwerke zu schaffen, die mich an diese Geschichten erinnerten. Egal ob es der Fuchs war, der aufgepäppelt und die Freiheit entlassen wurde oder der liebe Hund, der nur aufgrund von seinem Äußeren sein Leben im Tierheim verbrachte und dort auch starb.
Malen bzw. Zeichnen Sie auch andere Motive? Auf Ihrer Website findet man vereinzelt auch Portraits von Menschen. Wie sieht es mit Landschaften aus?
Ja, ich male und zeichne auch Menschen und Pflanzen. Aber Landschaften mag ich nicht so sehr. Ich liebe es draußen zu sein, aber malen muss ich das nicht unbedingt. Ich nutze aber gerne die Farben und Formen von Pflanzen als Inspirationsquelle.
Welche Techniken wenden Sie an? Was hat es mit der Kaffeemalerei auf sich?
Als ich vor ungefähr 14 Jahren anfing auch nach Auftrag zu arbeiten, zeichnete ich hauptsächlich. Erst mit Kohle und Bleistift, dann kamen auch Buntstifte und später auch Acrylfarben hinzu. Erst vor gut einem Jahr kam dann der Kaffee ins Spiel. Ich brauchte etwas mehr Leichtigkeit in meinem Malprozess, da ich vorher sehr realistisch gearbeitet hatte und mir dies aber nicht mehr ausreichte. Der Kaffee half mir wieder freier zu arbeiten, zu experimentieren und verstärkte meine Verbundenheit zur Natur in meinen Kunstwerken. Das gefällt mir immer noch so sehr, dass ich den Kaffee weiterhin als Malmedium verwende.
Frau Symalla, seit 2008 nehmen Sie regelmäßig an Gruppenausstellungen teil und präsentieren sich in Personalausstellungen. Was war da bis jetzt ihr größter Erfolg? Wo kann man Sie demnächst sehen?
Schwer zu sagen. Aber am meisten Freude hatte ich bis jetzt bei den Ausstellungen in der Lauengalerie e.V. in Bautzen. Einfach weil wir so viele Künstler sind, die das ganze zusammen auf die Beine stellen und so auch im Austausch miteinander sind. Im Juni finden jeweils eine Ausstellung in Dresden und eine in Bautzen statt. Für Ende des Jahres ist noch nichts Genaues festgelegt, aber es ist in Planung.
Was ist für Sie Ihr eigenes Lieblingswerk? Von welcher Arbeit würden Sie sich ungern trennen?
Mein Lieblingswerk habe ich tatsächlich gerade in der Zeit als die Anfrage für das Interview kam, verkauft. Es waren zwei Robben, die im Meer zusammen „tanzen“. Das Werk heißt „Unterwasserwelt Seehunde“ und stammt von 2019. Es fällt mir manchmal immer noch schwer, mich von Kunstwerken zu trennen. Aber der Gedanke, dass meine Kunst jemand anderen genauso glücklich macht wie mich, freut mich umso mehr.
Sie nehmen auch Auftragsarbeiten an. Was muss ich tun, wenn ich meinen vierbeinigen Liebling in einem Gemälde verewigen möchte?
Ich arbeite nur nach Fotovorlage, das heißt, im besten Fall gibt es ein bestimmtes Foto in guter Qualität, was ich verwenden kann. Leider ist das bei verstorbenen Tieren oft nicht der Fall und ich muss mir aus verschiedenen Fotos etwas zusammen basteln, bis jetzt ist es mir zu Glück immer gelungen. Und die Auftraggeber haben so eine ganz besondere Erinnerung an Ihren Liebling bekommen.
Bieten Sie auch Kurse an? Speziell in der Gattung Tierportrait.
Seit diesem Jahr habe ich angefangen, immer mal wieder in der Stadtwerkstatt Bautzen kleine Workshops mit dem Schwerpunkt Tierzeichnungen auf Kaffee anzubieten. Bis jetzt ist das aber in sehr unregelmäßigen Abständen.
Seit kurzem sind Sie in die Galerie an der Steinstraße in Bautzen eingebunden. Wie kam es dazu? Wie bereichert diese Verbindung von Künstlern unterschiedlicher Kunstrichtungen Ihre Kreativität?
Ich hatte letztes Jahr nach neuen Ausstellungsmöglichkeiten und einem Atelier rund um Bautzen gesucht, und durch unsere Citymanagerin bin ich zu der Lauengalerie e.V. gekommen. Mittlerweile sind wir ein Verein und bestehen aus 12 Künstlern. Jeder bringt seine besondere Art, Denkweise und halt auch seinen Kunststil mit ein. Durch diese Vielfalt bekomme ich immer wieder neue Ideen, etwas auszuprobieren.
Frau Symalla, was ist für Sie das Besondere an der Oberlausitz? Was bedeutet für Sie Heimat?
Mein Mann und ich sind vor einigen Jahren hier hergezogen, ursprünglich kommen wir aus Dresden. Ich habe früher am Rand der Dresdner Heide gewohnt und liebe es schon immer der Natur nahe zu sein, und genau das habe ich hier in der Oberlausitz auch. Unsere Nachbarn hätten uns damals nicht freundlicher empfangen können und die herrlich frische Luft, wenn man zur Spree geht, belebt einen jeden Tag. Und genau das macht für mich Heimat aus, die Menschen und die Umgebung, die einem Ruhe und auch Geborgenheit schenken.
Frau Symalla, oberlausitz-art wünscht Ihnen weiterhin viel Erfolg, viele zufriedene Kunden und immer freundliche „tierische Modells“.
Künstlerischer Werdegang
2006 Abgeschlossene Ausbildung zur Gestaltungstechnisches Assistentin 2008 Gruppenausstellung im Grünen Gewölbe Dresden 2009 professionelle Auftragsmalerei und Anfertigung von Zeichnungen 2018 Einzelausstellung „Kunst und Floristik“ in Dresden 2018 Gruppenausstellung zur Romantika in Bautzen 2019 Einzelausstellung in Niesky 2019 Einzelausstellung im Gutshof Doberschau 2019 Gruppenausstellung in der Galerie Flox 2022 Swiss Art Expo 2022 Artbox.Projekt Palma 1.0 2023 Zusammenarbeit mit der Galerie Little Van Gogh 2023 April Einzelausstellung „Office Hunde“ in Düsseldorf 2023 Mai Einzelausstellung in Bonn 2023 Juni Einzelausstellung in Saarbrücken 2023 Juli bis Dezember Einzelausstellung in Bergheim 2024 Einzelausstellung in Duisburg 2024 Ausstellung im Restaurant Grünschnabel 2024 Ausstellung in der Stadtwerkstatt Bautzen 2024 Ausstellung in der Lauengalerie Bautzen 2024 Erwähnung in der Sächsischen Zeitung 2025 Einzelartikel in der Sorbischen Zeitung 2025 Interview im MDR Fernsehen 2025 Ausstellung im Restaurant Grünschnabel
geplant für 2025 sind mehrere Ausstellungen in der Lauengalerie e.V. Bautzen
Am 01. Juli 1896 wurde er im Haus Kirchberg 1 geboren. Dort wo seine Vorfahren schon seit Generationen wohnten.
Sein Großvater Carl Paul Swoboda hatte, 1857 aus Hainspach kommend, hier eingeheiratet.
Die Anfangsbuchstaben seines Namens zieren heute noch die Haustür.
Carl Swobodas Kindheit ist vom frühen Tod der Mutter überschattet.
Er wuchs bei Verwandten auf, besuchte in Bautzen die Schule und nahm eine kaufmännische Lehre auf.
Aus dem 1. Weltkrieg kehrte er schwerverwundet nach Schirgiswalde zurück.
Nun begann er intensiv, die interessante geschichtliche Vergangenheit seines Heimatortes
zu erforschen. Zusammen mit Gleichgesinnten gründete er 1922 einen Geschichtsverein, dessen Vorsitzender er viele Jahre war.
1924 entstand dann ein Heimatmuseum, das zunächst in einem Zimmer der Schule untergebracht war. Diesem Museum, welches Carl Swoboda bis zu seinem Tode 1978 leitete, galt sein ganzes Engagement – es wurde zu seinem Lebenswerk und trägt heute auch seinen Namen.
Unter großen Opfern an Zeit und Geld, konnte nach 1945 eine ehemalige Scheune in der Hentschelgasse ausgebaut und 1947 als Heimatmuseum geöffnet werden. Der Grundstock der wertvollen Sammlungen stammte aus dem Besitz Carl Swobodas.
Neben der Museumsarbeit betreute er auch das Stadtarchiv. Vielfältig waren seine Forschungen zur Heimatgeschichte, zum Brauchtum und zur Volkskunde, über die er in vielen Zeitungsartikeln, besonders in der Beilage zum „Schirgiswalder Anzeiger“, berichtete.
In den 30er Jahren setzte er sich für die Entwicklung des Fremdenverkehrs ein. Auf seine Initiative entstand ein Verkehrsverband „Mittellausitzer Bergland“.
Mit der „Kirschauer Schwalbe“ organisierte und leitete er beliebte Busfahrten.
Erwähnenswert sind auch seine Aktivitäten im Jahr 1945. Uneigennützig setzte er sich beim bautzener, russischen Kommandanten für die Wiederinbetriebnahme von Post und Eisenbahn ein. Auch die CDU-Ortsgruppe gründete er mit und war eines der ersten Mitglieder.
Ältere Schirgiswalder werden Carl Swoboda noch aus der Buchhandlung am Markt kennen, die 1925 von seiner Frau gegründet wurde. Immer konnte man dort einen Rat oder eine Auskunft zu heimatkundlichen Fragen erhalten.
Für die Belange Schirgiswaldes war Carl Swoboda immer da.
Als Beauftragter für Denkmalpflege und Naturschutz engagierte er sich z. B. für die Renovierung der Laubenhäuser und „entdeckte“ Wert und Herkunft der Tapeten im Schloß.
Antrieb für seine vielfältigen Aktivitäten, war eine tiefe Liebe zu seiner Heimat.
MB 7/96
Am 29.6.1996 wurde am Heimatmuseum ein neuer Wegweiser enthüllt.
Nach einem Entwurf von Heinz Berger schnitzte Christian Thomas, mit viel Liebe, die Figur des Carl Swoboda.
Die Farbgebung gestaltete Ludwig Engelmann.
Im Juli wird es eine Sonderausgabe geben.
Lassen Sie sich überraschen.
Wer mehr über die Wegweiser der Stadt oder über die Geschichte der Stadt Schirgiswalde erfahren möchte, das Heimatmuseum erwartet Sie.