„Odin, Thor, Hermann – die Generation 500+ Muskaus Uralteichen auf Aquarellen von Inka Lumer“

„Odin, Thor, Hermann – die Generation 500+ Muskaus Uralteichen auf Aquarellen von Inka Lumer“

Liebe Kunstfreunde,gern möchte ich Sie/Euch auf die Ausstellung „Odin, Thor, Hermann – die Generation 500+
Muskaus Uralteichen auf Aquarellen von Inka Lumer“ in der UNESCO-Welterbestätte Muskauer Park aufmerksam machen.

 

 

 

 

Ich durfte dafür eine Skulptur aus den Relikten der uralten „Wiesera Eichen“ schaffen – eine sehr herausfordernde, aber auch erfüllende Aufgabe. Eine sehenswert kuratierte Schau mit den Aquarellen von Inka Lumer vielen Hintergrundinformationen und Begleitmaterial. Bis 17. Mai ist die Ausstellung täglich von 10 -18 Uhr zu entdecken.

Noch eine Empfehlung zum Thema Bäume und Kunst. Das Buch „Bäume – Der Atem der Welt“ zeigt das Thema in ungewöhnlich großer Bandbreite und Tiefe.

 

 

 

 

 

Viele weitere Skulpturen finden Sie/Ihr im Atelier und dem Skulpturengarten – kommen Sie/Ihr vorbei und lassen sich überraschen.

Gern können Sie/Ihr die Mail an Interessierte weiterleiten.

Möchten Sie keine weiteren Infos zum Atelier erhalten geben Sie bitte Bescheid.

Mit besten Grüßen

Thomas Schwarz
Atelier Thomas Schwarz

Spremberger Str. 45
02959 Schleife
Tel.: 0162 1607325
www.atelier-thomas-schwarz.de
Instagram @holzatelier_thomas_schwarz

 

 

 

 

Skulpturenpfad – „Das Arbeitsethos“

Skulpturenpfad – „Das Arbeitsethos“

Station 16

„Das Arbeitsethos“

 

 

 

 

 

„Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder (und Schwestern) getan habt, das habt ihr mir getan“. „Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt und deinen Nächsten wie dich selbst“.  Diese Sätze Jesu (Matthäus 22, 36-40 und 25, 40) führten dazu, dass das ganze Leben als „Gottesdienst“ angesehen wurde. Daraus resultierte eine hohe Arbeitsmoral, was Zuverlässigkeit, Fleiß, Gründlichkeit und auch Fairness im Handel zur Folge hatte. Die Liebe zu Gott und zum Nächsten, also den Mitmenschen, wurde Antrieb und Maßstab für alles Tun und sollte es auch heute noch sein.

 

Die Skulptur ist bewusst in Größe, Material und Form an den Gedenkstein 1933-1945 auf dem Gottesacker in Herrnhut angelehnt- sozusagen als positives Gegenstück.

 

 

 

 

 

Es ist ein Quadratischer Granitstein mit einem Loch in der Mitte, aus welchem ein Apfelbaum- ein „Schöner von Herrnhut“- wächst. Händepaare von Frauen, Männern und Kindern leiten das Regenwasser, eine geschenkte Gabe Gottes, zum Baum. Die Äpfel sind dann für alle da.

Um den Fuß des Granitsteins läuft ein Zitat aus dem 1. Petrusbrief „Dienet einander, ein jeder mit der Gabe die er empfangen hat“.

Das eigene Können und Vermögen wurde nicht nur als persönliche Leistung und Errungenschaft angesehen, sondern als Begabung, also als etwas, was von Gott gegeben wurde. Dieses Bewusstsein und die Dankbarkeit für diese Begabungen, sowie die Aufforderung „Dienet einander…“ waren ein weiterer Beweggrund für ein hohes Arbeitsethos und sollen auch heute Motivation sein, abzugeben und zu teilen. Die Arbeit soll nicht nur dazu dienen, den eigenen Lebensunterhalt und Wohlstand zu sichern, sondern auch zur Stärkung des Gemeinwohls und der Unterstützung schwächerer Mitmenschen.

Großhennersdorf hat mit dem Katharinenhof eine der ältesten diakonischen Einrichtungen unseres Landes und deshalb passt diese Skulptur auch gut hierher- an einen Ort, wo das „füreinander da sein“ schon eine so lange Tradition hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn man den Pfad (ca. 6 km) ohne Führung wandern will, empfiehlt sich das Begleitheft, in dem man zu allen Stationen und zur Entstehung wichtige Hintergrundinformationen bekommt. Dieses Ist in Deutsch, Englisch und Tschechisch im Buchhandel erhältlich.

Hier werden nun die einzelnen Stationen in den nächsten Wochen vorgestellt.

Nächste AUSGABE :    1. Mai  2026

Station 17:   „Empfange

Die Beiträge sind mit freundlicher Unterstützung in Kooperation mit dem Verantwortlichen für den Pfad, Herrn Matthias Clemens, entstanden.

Herr Clemens ist Leiter der Forstverwaltung der Evang. Brüder-Unität, Herrnhut.

Führungen auf dem Skulpturenpfad oder durch Herrnhut sind nach Anmeldung über das Gästepfarramt möglich:

Telefon: +49 172 4412306

E-Mail: willkommen@herrnhuter.de  (welcome@herrnhuter.de)

 

Foto: Matthias Clemens

 

 

 

 

„Gedeckte Töne sind ihre Passion.“

„Gedeckte Töne sind ihre Passion.“

Michaela Mönch ist eine Malerin, die ihren eigenen Weg, ihre eigene Technik, ihre eigene Stimmung gefunden hat.

 

 

 

 

 

Mit Vorliebe benutzt sie gedeckte Farben. Die kühlen Wintertöne setzt sie so gezielt und meisterlich ein, dass aus den Farben ein Motiv entsteht, das Dir als Betrachter Hoffnung und Zuversicht gibt.
Wie sie es schafft, eine trübe Herbstlandschaft so festzuhalten, dass es Dir ein Lächeln ins Gesicht zaubert; oberlausitz-art hat für Euch nachgefragt.

Frau Mönch, sind Sie ein Herbst-/Wintertyp?
Warum bevorzugen Sie gedeckte Farben?

Ein Herbst-/Wintertyp bezieht sich meist auf das Aussehen einer Person.
Sie meinen aber die Farbtöne in meiner Malerei.
Herbsttöne können bunt und kraftvoll sein, die Natur taucht den Pinsel noch einmal in Rot, Orange, Braun, also warme Nuancen.
Ich mag sie genauso wie die kühlen Wintertöne.
Sie sind eher zurückhaltend.
Blau, Grau, Violett, Ocker und Weiß in den unterschiedlichsten Abstufungen.
Bei Sonnenschein ein hellgelbes Weiß mit lila Schatten.
Natürlich komme ich in sommerlichen Landschaften nicht ohne Grün aus. Allerdings mische ich es stets aus Blau und Gelb.

Die meisten Bilder von Ihnen sind Landschaften.
Malen Sie am liebsten mitten in der Natur?

Ja, mitten in der Natur.
Es sollte aber „Malerwetter“ sein!
Kein starker Wind. Regentropfen und Sonne ohne Schatten sind auch anstrengend.
Und viel Publikum.
Schnell lässt die Konzentration nach.

Was zieht Sie so oft an die Ostsee?
Ist es nur die gesunde Luft?

Ostseeurlaub gab es schon in meiner Kindheit und Jugend (z. B. Zelten in den Dünen von Prerow, 3 Wochen Sonnenschein).
Aber zum Glück für meine Motive gibt es an der Ostsee weit dramatischere Wolkensituationen.
Kein Tag ist wie der andere. Das ist spannend. Das liebe ich an dieser Landschaft.
Die Wellen des Meeres kommen und gehen, unbeeindruckt von den Querelen der Menschen.
Glück bedeutet für mich auch, morgens fast allein am Strand dem Aufgang der Sonne zuzusehen und im kalten Ostseewasser zu baden.
Nicht nur der Himmel bietet zahlreiche Motive.
Steine an der Steilküste, die aus der lehmigen Wand „geboren“ werden, die die Eiszeit dort abgelagert hat. Häfen, wo die Fischer früh ihren Fang abladen, oder das wellige Hinterland Usedoms.

Was und wer verbirgt sich hinter den „Montagsmalern“?

Fünf Frauen, die von Malzirkeln und VHS-Kursen um Erhard Gassan und Lutz Jungrichter, Malern und Grafikern aus Bautzen und Umgebung, „übrig geblieben“ sind.
Ich gehöre dazu und wir malen und zeichnen schon seit vielen Jahren zusammen.
Auch mehrtägige Malerurlaube gemeinsam mit unseren Männern gibt es einmal im Jahr.

Sie haben an der Abendakademie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig studiert.
Illustrieren Sie Bücher bzw. würden Sie das gern tun?

Leider nur für kurze Zeit, eine Zulassung für ein Kunstdirektstudium habe ich nicht bekommen. Vielleicht besser so.
Aber Malen und Zeichnen ist mir als Hobby geblieben.
Nur von der Bildenden Kunst zu leben, ist nicht einfach.
Mit Illustrationen habe ich mich noch nicht beschäftigt. Einen Versuch sollte ich einmal machen!
In der Schulzeit habe ich oft Stoffmuster entworfen und mich mit Modezeichnungen beschäftigt. Das hätte mich zur Angewandten Kunst führen können. Leider zu spät (lacht).

Frau Mönch, welchen Einfluss hatten Erhard Gassan und Lutz Jungrichter auf Ihren Malstil?

Bei Erhard Gassan und seiner Malweise, die er uns nahebrachte, ging es vor allem darum, großzügig mit Farbe und Motiv umzugehen.

Er war ein guter Pädagoge und Freund, den ich sehr schätzte. Erhard Gassan hatte großen Einfluss auf meine künstlerische Entwicklung.

Ich habe ca. 20 Jahre in seinem Zirkel gearbeitet.
Nie hat er eine Sache total abgelehnt, sondern Hinweise zur Verbesserung gegeben und somit geholfen, einen Erfolg zu erreichen.
Bei Lutz Jungrichter haben wir uns ebenfalls mit Malerei und auch mit Drucktechniken wie Radierung und Holzschnitt beschäftigt.
Von beiden Künstlern wurde meine Arbeit positiv beeinflusst.

Bei vielen ihrer Werke setzen Sie auf Ihre Pastellmalerei, harte, gezeichnete Striche. Wie im Bild „Frühlingsgrün“. Eine Art Mischung aus Malerei und Zeichnung.
Was steckt dahinter? Ist das Ihr ganz eigener Stil?

Die Pastelltechnik ist an sich eine Mischung aus Malerei und Grafik.

Sie bietet also die unterschiedlichsten Gestaltungsmöglichkeiten. Flächig angelegt und grafische Akzente gesetzt, die dem Bild durch Konturen Halt geben.

Wo kann man Ihre Werke betrachten?
Wo stellen Sie demnächst aus?

Im Wilthener Rathaus sind noch ca. 50 Arbeiten bis Mitte Mai von mir auf drei Etagen zu sehen.
Eine weitere Ausstellung ist in Arbeit.

Frau Mönch, Sie sind ja auch Chormitglied. Ist der Gesang ein Ausgleich zum Malen oder eher eine Ergänzung?

Der Chorgesang ist für mich eine Ergänzung zur Malerei.
Oft singe ich beim Malen oder höre Musik.
Eine Episode fällt mir ein.
Eine kleine Faschingsfeier im Zirkel bei Erhard Gassan. In der Gaststätte hielten die Leute uns für einen Chor …
Singende Maler oder malende Sänger …?

Sie wohnen im idyllischen Crostau.
Was bedeutet Ihnen die Oberlausitz?

Ja ich wohne in Crostau, einem Vorort der Stadt Schirgiswalde/Kirschau.
Die Oberlausitz ist für mich Heimat.
Tolle Landschaft, Berge, nicht zu hoch.
Seen mit klarem Wasser, ehrwürdige alte Städte mit ihrer besonderen Geschichte im Dreiländereck. Saubere Luft (wir wohnen am Waldrand und auch die Bäume werden wieder nachwachsen).
Die Oberlausitzer Mundart, die meine Vorfahren noch ausgeprägter sprachen. Brauchtum, Familie und Freunde.

 

Wir bedanken uns für das freundliche Gespräch und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg beim Malen an der Ostsee und in Ihrer Heimat.

Kontakt:    mmoench@gmx.de

Skulpturenpfad – „Die Mission“

Skulpturenpfad – „Die Mission“

Station 15

„Die Mission“

 

 

 

 

 

 

Eine Mission ist ein Auftrag. Jesus gab einst seinen Jüngern den Auftrag in aller Welt seine Lehren weiterzusagen, ihnen Gott nicht als ferne Instanz, sondern als „Vater“ nahe zu bringen. Das haben die sehr ernst genommen und so ist das Christentum auch zu uns gelangt und prägt unsere Kultur, unser Rechtssystem und unsere Orte bis heute. Ohne christliche Mission würde es Herrnhut gar nicht geben. Erstaunlich ist, dass schon 10 Jahre nach Ortsgründung die ersten Herrnhuter weiterzogen, um Menschen von Jesus zu erzählen, die bis dahin keinen Zugang zum Evangelium hatten. Nach ihrer Flucht vor Repressalien im Zuge der Gegenreformation in Böhmen und Mähren hatten sie endlich einen Ort gefunden, wo sie ihren Glauben in Frieden und Freiheit leben konnten. Aber anstatt diesen Frieden und diese Freiheit zu genießen, gaben manche alles wieder auf, um dem Missionsauftrag Jesu zu folgen. Sie reisten mit ungewissem Ausgang in ferne Länder, lernten dort neue Sprachen und versuchten dann von dem, was sie selbst als befreiend und bereichernd erfahren hatten, andern weiter zu erzählen. Und legten so die Samen für die heute weltweite Verbreitung der Brüdergemeine. Die Missionsgeschichte der Herrnhuterinnen und Herrnhuter ist nicht nur eine Erfolgsgeschichte. Fehler wurden gemacht, die Kinder der Missionare verbrachten oft einen Großteil ihrer Kindheit getrennt von den Eltern in Internaten, man musste politische Kompromisse eingehen, gab manche Versuche wieder auf…. Und doch ist das heutige Netz von Schwestern und Brüdern in vielen verschiedenen Ländern und auf verschiedenen Kontinenten ein beeindruckendes Ergebnis der schon 1732 begonnenen Missionsarbeit. Heute wird die Missionsarbeit dezentral organisiert und geleistet. Jede Gemeinde und jedes Gemeindeglied kann und soll einen Beitrag im eigenen Umfeld dazu leisten.

Obwohl die Mission früher eher Männerdominiert war, sind es heute oft auch die Frauen, die einen wichtigen Beitrag zur Verbreitung der freimachenden Botschaft von Jesus Christus leisten.

Und so besteht die Skulptur „Mission“ aus zwei Frauen, die sich an einer Brücke gegenüberstehen.

 

 

 

 

 

Eine der beiden hat eine Bibel im Gepäck und spricht mit der Frau gegenüber. Sie hat eine Hand am Geländer der Brücke und lädt die Andere dazu ein, das Geländer ebenfalls zu ergreifen. Auf dem Geländer kann man lesen, was Christliche Mission bedeutet, sowie einige leicht verständliche Bibelverse, die dazu einladen sollen, sich mit der Botschaft Jesu näher zu beschäftigen. Der Glaube kann im Leben Halt geben- so wie ein Geländer. Gerade auch, wenn das Leben schwierig ist, wenn es über Abgründe und durch Dunkelheiten geht, dann kann der Glaube eine wirkliche Hilfe sein. Mission bedeutet, jemanden einzuladen, diesen Halt im Leben ebenfalls zu ergreifen. Ich erzähle dir, was mir im Leben als Christin / als Christ wichtig ist, was mir Geborgenheit gibt, wo ich geschwisterliche Gemeinschaft und Unterstützung erlebe, wo meine Seele zur Ruhe kommen kann. Und ich lade dich dazu ein, es mit dem Glauben auch mal zu versuchen. Sich an Jesus und Gottes 10 Geboten zu orientieren macht das Miteinander menschlicher, friedlicher, barmherziger, freundlicher, gerechter, hoffnungsvoller und großzügiger. Mehr will Christliche Mission nicht erreichen, aber auch nicht weniger.

 

Wenn man den Pfad (ca. 6 km) ohne Führung wandern will, empfiehlt sich das Begleitheft, in dem man zu allen Stationen und zur Entstehung wichtige Hintergrundinformationen bekommt. Dieses Ist in Deutsch, Englisch und Tschechisch im Buchhandel erhältlich.

Hier werden nun die einzelnen Stationen in den nächsten Wochen vorgestellt.

Nächste AUSGABE :    24. April  2026

Station 16:   „Das Arbeitsethos

Die Beiträge sind mit freundlicher Unterstützung in Kooperation mit dem Verantwortlichen für den Pfad, Herrn Matthias Clemens, entstanden.

Herr Clemens ist Leiter der Forstverwaltung der Evang. Brüder-Unität, Herrnhut.

Führungen auf dem Skulpturenpfad oder durch Herrnhut sind nach Anmeldung über das Gästepfarramt möglich:

Telefon: +49 172 4412306

E-Mail: willkommen@herrnhuter.de  (welcome@herrnhuter.de)

 

Foto: Matthias Clemens

 

 

 

 

Lenzmond

Lenzmond

Lenzmond

 

Die Luft schon lau die Wiesen gelb und grau

ist Lenz ein Wort nur eine Ahnung

Birkenzweige dehnen sich im Wind

 

im Einklang mit der Ordnung der Natur

die treibt wie eine unsichtbare Uhr

das Regelwerk der Jahreszeiten an

 

was blüht was schläft vereinzelt fliegen Falter

auf mattem Rasen Flügelschlag

ein Wasser rauscht ein alter Bart muss ab

 

 

 

 

 

 

https://manuela-bibrach-autorin.jimdofree.com/

Foto: Haiko Spottke

Vögel. Ameisen.

Vögel. Ameisen.

 

Eine Geschichtenreihe aus dem Buch: „Renate löscht. Das Licht.“

Von Manuela Bibrach

 

 

 

 

Illustration von Pètrus Akkordéon

 

Wenn Eddie zur Gitarre greift, wird es still. Bis Eddie den ersten Ton anschlägt. Natürlich Moll. Eddies Finger auf dem Griffbrett. Gekrümmt. Wie sein Rücken. Wenn er spielt. Wenn er sitzt. Wenn er geht. Eddie greift die Akkorde gekonnt. Den Kopf geneigt, Blick zum Boden. Die langen Haare vor dem Gesicht. Kein Blick dringt da durch. Spielt Eddie Gitarre, spreizen die Tauben vorm Fenster die Flügel. Tauben sind Eddies geduldige Zuhörer. Manchmal sitzen auch Spatzen auf dem Dach gegenüber. In der alten Platane vor dem Haus sammeln sich oft kleine Gruppen von Stadtvögeln. Sperlinge, Tauben, Amseln. Mauersegler sieht man dort nie. Sie lassen sich nicht nieder. Bleiben in der Luft. Ihr hoher Ton ist unverkennbar. Auf der Gitarre nicht zu imitieren.

Eddie mag den Sonntagmorgen, der ihn mit einem Gurren begrüßt. An den restlichen Tagen sind die vorbeifahrenden Autos zu laut, um das Ruckeducke der Ringeltauben zu hören. In den letzten Jahren hat der Verkehr stark zugenommen. Als Kind konnte Eddie das Morgengurren an jedem Tag hören. Er erinnert sich an die Schwalben in den Mauerritzen des Wohnblocks. An den Gesang der Amsel.

Eddies Gitarre stöhnt. Kann eine Gitarre stöhnen? Eigentlich wollte Eddie ein Klavier besitzen. Für ein Klavier war in der Zweiraumwohnung aber kein Platz, so blieb ihm die Wahl zwischen Geige, Flöte, Gitarre. Weil Eddie die knisternden Lagerfeuer in den Indianerfilmen mochte, entschied er sich für die Gitarre.

Er spielt aus dem Bauch heraus. Und nach Gehör. Noten mochte Eddie nie. Ihr ameisenartiges Aussehen. Ihr Gewimmel. Sich regen bringt Segen. Ohne Fleiß kein Preis. Die Sprüche von Eddies Mutter schienen ebenfalls für Ameisen gemacht. Für Eddie jedenfalls nicht.

Manchmal beobachtet er die Fußgänger auf der Straße. Vom dritten Stock aus ähneln sie Insekten. Eddie greift zur Gitarre. Versucht ein Ruckeducke. Einen Mauerseglerschrei. Ein Tschilpen. Nichts gelingt.

Eddie steht auf und geht zum Fenster. Ameisen unten, Vögel oben. Wie immer. Er geht zum Bücherregal, greift wahllos in die Fächer. Legt die gegriffenen Bücher auf den Fußboden. Stapelt sie zur Pyramide. Luft muss dazwischen sein. Aus einem der Bücher reißt er ein paar Seiten heraus und stopft sie in die Mitte des Turms. Eddies Feuerzeug klackt. Ein echtes Sturmfeuerzeug. Hatte ihm der Vater geschenkt. Bevor er gegangen war. Erinnerungsstück.

Eddie hält die fauchende Flamme an das Papier. Es zündelt. Es qualmt. Es brennt. Eddie legt nach. Bücher hat er genug.

Eddie greift zur Gitarre. Akkorde. Gekonnt. Moll. Den Kopf geneigt, Blick auf das knisternde Lagerfeuer. Indianerfilm. Die Tauben vorm Fenster spreizen die Flügel und blicken noch runder als sonst. Eine Ameise flüchtet in eine Bodenritze. Ruckeducke.

 

 

https://manuela-bibrach-autorin.jimdofree.com/

Europäische Tage des Kunsthandwerks in Schleife

Europäische Tage des Kunsthandwerks in Schleife

Liebe Kunstfreunde,

Herzlich lade ich Sie/Euch zu den Europäischen Tagen des Kunsthandwerks in Schleife ein.

 

 

 

 

Am 12. April öffnen von 10 – 17 Uhr 5 besondere Orte in Schleife Ihre Türen, um gemeinsam mit Gastkünstlern einzigartige Kunst, Kultur und kreatives Handwerk zu präsentieren. Dort gibt es Einblicke in Ateliers, Werkstätten und Ausstellungen – ein Tag voller Inspiration zum Staunen, Anfassen, Kosten und auch Mitnehmen.

Mehr Infos unter: https://www.schleifer-kunstverein.de/veranstaltungseinladung/ und:  https://kunsthandwerkstage.de/sachsen

 

 

 

 

Bei mir im Atelier sind viele neue Skulpturen aus uralten Hölzern zu erleben, wie die filigrane Serie „Blätter“ gearbeitet aus gemaserter Platane und Robinie. Dazu eine große Auswahl der „Edition Lebensbäume“. Also auf nach „Schleife – das sorbischen Worpswede“.

 

 

 

 

 

 

Gern können Sie/Ihr die Einladung an Interessierte weiterleiten.

Thomas Schwarz
Atelier Thomas Schwarz

Spremberger Str. 45
02959 Schleife
Tel.: 0162 1607325
www.atelier-thomas-schwarz.de
Instagram @holzatelier_thomas_schwarz

 

 

 

 

Skulpturenpfad – „Drei ist Eins und Eins ist Drei“

Skulpturenpfad – „Drei ist Eins und Eins ist Drei“

Station 14

„Drei ist Eins und Eins ist Drei“

 

 

 

 

 

 

Obwohl „Trinitatis“ den weitaus größten Teil des Kirchenjahres ausmacht, ist Trinitatis (Dreieinigkeit) das Fest, welches am wenigsten gefeiert wird, zu dem es keine beliebten Bräuche und Traditionen gibt. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Trinität so schwer zu fassen und zu erklären ist.

Vor genau 1700 Jahren, auf dem Nizäischen Konzil, wurde die Frage diskutiert- wer war dieser Jesus von Nazareth? War er ein Mensch, oder war er Gott? Diese Frage hatte spalterische Sprengkraft und da man sich nicht einigen konnte, war die Lösung „wahrer Mensch UND wahrer Gott“.

Wer Jesus sah und erlebte, sah und erlebte einen Menschen, aber eben auch Gott wurde in Jesus sichtbar und erfahrbar. Kurz vor Himmelfahrt sagte Jesus seinen Anhängern die Sendung des Heiligen Geistes zu, der dann aus einem furchtsamen Haufen enttäuschter Jesusnachfolger mutige Evangelisten machte, die loszogen, um von Jesus Christus und Gott zu erzählen. Ohne diese Männer du Frauen und ohne den Heiligen Geist gäbe es heute keine Christenheit.

Zinzendorf bezeichnete den heiligen Geist als „Mutter“ – warmherzig, großzügig, gutmütig, liebevoll, ermunternd aber auch mal energisch und erziehend.

Die Skulptur hat drei Seiten mit Textfragmenten, die wiederum von Andreas Neu (wie bei der Skulptur „Be teil igt“) verfasst wurden. Jede Seite hat auch ein eigenes geometrisches Symbol. Die Skulptur ist drehbar. Man sieht stets nur eine Seite richtig, maximal zwei Seiten halb und doch sind es immer drei. Wenn man durch die Symbole durchschaut, sieht man auch mal alle drei gleichzeitig. Jede Seite ist einzeln erlebbar, aber immer in Zusammengehörigkeit mit den beiden anderen.

Den Erbauern ist es gelungen, die Dreifaltigkeit / Dreieinigkeit / Trinitatis recht einfach, aber anschaulich darzustellen, wissend, dass das Thema trotzdem irgendwie schwierig zu begreifen bleibt.

 

Wenn man den Pfad (ca. 6 km) ohne Führung wandern will, empfiehlt sich das Begleitheft, in dem man zu allen Stationen und zur Entstehung wichtige Hintergrundinformationen bekommt. Dieses Ist in Deutsch, Englisch und Tschechisch im Buchhandel erhältlich.

Hier werden nun die einzelnen Stationen in den nächsten Wochen vorgestellt.

Nächste AUSGABE :    10. April  2026

Station 15:   „Dier Mission

Die Beiträge sind mit freundlicher Unterstützung in Kooperation mit dem Verantwortlichen für den Pfad, Herrn Matthias Clemens, entstanden.

Herr Clemens ist Leiter der Forstverwaltung der Evang. Brüder-Unität, Herrnhut.

Führungen auf dem Skulpturenpfad oder durch Herrnhut sind nach Anmeldung über das Gästepfarramt möglich:

Telefon: +49 172 4412306

E-Mail: willkommen@herrnhuter.de  (welcome@herrnhuter.de)

 

Foto: Matthias Clemens

 

 

 

 

„Wenn Steine eine Geschichte erzählen“

„Wenn Steine eine Geschichte erzählen“

Der Besuch beim Künstler Carsten Schlick wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.

Das Haus und der Garten,  ruhig gelegen, in bergiger Region, strahlt eine gemütlich, künstlerische Atmosphäre aus.

 

 

 

 

Kunst und deren Zeichen, wohin man schaut. Der Zaun ist nicht nur einfach ein Zaun.  Nein, selbst er erzählt von Geschichten und Personen aus Vergangenheit, Sagen und Familie.

Im Haus plastische Arbeiten vom Hausherrn,  Tonskulpturen und Bilder von seinen Freunden. Selbst die Eingangstür hat einen mit Farbverläufen künstlerischen Touch erhalten.

Mit Holzarbeiten hat Carsten Schlicks Kunst begonnen. Wie er letztendlich zum Stein kam und woher er seine Inspirationen nimmt; oberlausitz-art hat wieder für Euch nachgefragt.

 

Herr Schlick, Sie sind von Beruf Elektroinstallateur. 

Ist Ihre künstlerische Tätigkeit nur Hobby oder inzwischen schon mehr?

Ich glaube, als Hobby habe ich die Arbeit an Holz oder Stein nie empfunden, es war eher ein Ruf. Für mich würde ich das eher als Passion bezeichnen.

 

Wie hat alles begonnen?

Was waren Ihre ersten Arbeiten und welche Bedeutung sehen Sie heute darin?

Mit einer kleinen Figur aus Holz.

Die drängte sich mir auf nach dem Anschlag am 11. September 2001 auf das WTC in Amerika.  Und der Rede von George W. Bush vom darauffolgenden 20.

Ich glaube, ich hatte Angst, dass die Welt aus den Fugen gerät. Wobei ich mit der Skulptur eines symbolisch durchbohrten Turmes auch den Völkermord an den Ureinwohnern Amerikas zum Ausdruck bringen wollte. Für mich noch bedeutend. Es hat sich noch kein Amerikaner umfassend bei den Natives entschuldigen können, nach wie vor werden sie von der Regierung zu wenig geschützt.

 

Sie haben mit Holzskulpturen begonnen.

Was brachte Sie zum Stein?

Darüber musste ich eine Weile nachdenken.

Also, mein Sehnen war das nicht. Der Respekt vor dem Alter des Materials machte mir bei fast allen Holzarbeiten  das Vorankommen sehr schwer und da muss man in Jahrzehnten, bestenfalls Jahrhunderten denken und fühlen. Bei Stein… Millionen von Jahren..

Meiner Frau, meiner Tochter, meinem Sohn und einer guten Freundin, eine Keramikerin, habe ich letztlich diesen Schritt zum Stein zu verdanken. Sie haben mir immer wieder Mut gemacht und mich gedrängt, bis mich meine Frau kurzerhand bei einem Sandstein- Seminar angemeldet hat. Sie hatte mehr Vertrauen zu mir als ich. Dafür bin ich sehr dankbar. Das war der erste Schritt. Seitdem meldet sie mich jedes Jahr wieder an. Keine Angst mehr vor Millionen.

 

Woher nehmen  Sie Ihre Ideen?

Die Ideen kommen meist blitzartig, dann muss sich irgendetwas aufgestaut haben.

Wir leben in einer Zeit großer Umbrüche, da gibt es viele Themen, die mich stark beschäftigen. Ob zwischenmenschlich, religiös oder weltpolitisch. Letztlich führt alles zurück zum Menschen und seiner Haltung. Seiner Haltung zur Schöpfung, mal ganz grob umrissen.

Oft sind Ihre Arbeiten stark orientiert an Sagen, Mythen und religiösen Einflüssen.

 

Was inspiriert  Sie an diesen Themen?

Als Junge habe ich mich von Märchen vor der Realität beschützen lassen, ich habe unzählige Sagen und Märchen aus aller Herren Länder gelesen, ja verschlungen.

Dieser Schutz hält ja bekanntlich nicht ewig, mit der Zeit wurde ich natürlich mehr oder weniger schmerzhaft  Punkt für Punkt von der Realität überzeugt.

Aber die klare Abgrenzung von „Gut“ und „Böse“ in diesen Geschichten, die sich weltweit ähneln, denke ich, hat mich schon geprägt. Und es kommen beizeiten Fragen zum Vorschein:  Wofür lohnt es sich wirklich zu leben?  Was sind wahre Werte? Wo findet man die Wahrheit? Im realen Leben schließlich werden unter Umständen Menschen hoch dekoriert oder/und reich belohnt für Dinge, die sie im Märchen auf direktem Weg in die Hölle führen würden. Auch weltweit.

Da bemerkt man doch, dass der Vorsatz, ein guter Mensch zu sein, ein sehr schwer umzusetzender ist. Es scheint nicht zu lohnen. Und da ist man ja auch schon bei der Religion oder den Religionen. Wenn man sich mit denen beschäftigt bzw. dort Antworten sucht auf solche Fragen wie: Warum bin ich hier? Hab’ ja schließlich nicht darum gebeten!  findet man in einer jeden weltweit die gleichen Aussagen darüber, wie sich der Mensch gegenüber GOTT, der Schöpfung, und anderen Menschen zu  verhalten hat. In der Bibel die Zehn Gebote.  Auch ganz grob umrissen. Ein sehr, sehr weites Feld.

 

Arbeiten Sie nach einer angefertigten Skizze oder geht es gleich ans Material?

Äußerst selten kann ich eine Skizze anfertigen, ich bin kein  guter Zeichner. Wenig ungeschultes Talent sozusagen. Nein, das ist ein Bild im Kopf, das ich auch nicht gut zeichnen könnte, wenn ich gut zeichnen könnte. Es geht: Idee, Idee mit Material abgleichen und loslegen. Das ist dann der Beginn einer wundervollen Freundschaft.

 

Herr  Schlick, was ist Ihre persönliche Lieblingsarbeit?

Ich fürchte, diese Frage kann ich so gar nicht beantworten. Die meisten Arbeiten habe ich immer an Menschen abgegeben, die ich lieb habe. Und von denen ich natürlich weiß, dass sie die Arbeiten schätzen können. Wo ist da die Lieblingsarbeit? Auf alle Fälle nach Fertigstellung zuerst einmal immer die letzte Arbeit, die Jüngste.

 

Woran arbeiten Sie aktuell?

Ich habe da noch mit einer Plane abgedeckte Skulptur in Ihrem Garten gesehen.

Ja, unter der Plane sieht es tatsächlich schon aus wie eine fertige Skulptur. Das ist ein wunderschöner Marmor aus Carrara, den habe ich von meiner Familie geschenkt bekommen zum Geburtstag. Lang  ersehnt, tief gefürchtet. Und es hat auch lange gedauert, zwei Winter, bis ich die Idee hatte zu diesem wunderschönen weißen Stein.

Er wird das Pendant zu einem Stück, lebensgroß, massive Eiche, schwarz, das ich in einer Zeit schaffen musste, in der mir Bertolt Brecht’s Worte aus ‚Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui‘: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch!“  gewissermaßen ganz real unter die Nase gerieben wurden.  Jedem.

Das Stück, nun schon ein paar Jahre alt, habe ich damals „Heilfisch“ genannt. Genauso glitschig wie gefährlich. Nichts gegen den Fisch.

Den Titel für den Marmor habe ich schon, was sehr selten vorkommt: Widerstand.

Und dabei denke ich wahrscheinlich eher an Mahatma Gandhi als an Che Guevara.

 

In Ihrem Garten entstehen ja die meisten Ihrer Arbeiten.  In Ihrem „Refugium“.

Ist es nur ein Rückzugsort für eine ungestörte Zeit oder ist er für Sie mehr?

Beides. Dieser Ort bietet mir Geborgenheit, manchmal Zuflucht, aber vor allem ist es der Ort, an dem ich immer wieder erfahre, dass der Weg das Ziel ist. Ich bin  froh, manchmal  sehr froh und erleichtert, wenn ich etwas zu Ende bringen kann. Aber  wirkliches Glück kann ich nur während der Arbeit empfinden, auch wenn sie schwer ist oder vielleicht gerade darum.

Können Sie dort besonders kreativ sein?

Das kann ich gar nicht mal sagen. Es ist eher der Ort der Vollendung, die kleinen praktischen Probleme müssen dort natürlich geklärt werden. Teilweise auch sehr kreativ, wenn etwas schief geht zum Beispiel. Aber die zündenden Ideen sind mir immer irgendwie unterwegs gekommen.

 

Was hat es mit dem Sisyphus auf sich?

Der weise König Sisyphus oder Sisyphos hat ja mit seiner Gerissenheit die Götter derart beleidigt, dass sie ihm die Strafe auferlegten, einen Felsen einen steilen Berg hinauf zu schieben, der oben angekommen, auch gleich wieder hinunter rollt. Immer und immer wieder, bis in alle Ewigkeit.  Der Inbegriff für sinnlose, zu keinem Ziel führende Arbeit. Sisyphusarbeit. Jeder kennt bestimmt das Gefühl, immer dasselbe und es führt scheinbar zu nichts. In der Zeit solcher Gefühle bei mir entstand der erste, der Ur- Sisyphos.

Der schiebt als Metallmännlein eine große Eisenkugel einen Holzkeil hoch. Sehr symbolisch. Die meisten Sisyphos – Darstellungen sind geprägt von gigantischer Kraft und gigantischer Anstrengung für eine noch gigantischere Aufgabe. Dann lief mir zu dem Thema Albert Camus über den Weg, der in seiner philosophischen Betrachtung Sisyphos als einen beschreibt, der wenigstens weiß, was er tut. Ab da entstanden viele `Sisyphosse`, die in unterschiedlichsten Haltungen die unterschiedlichsten Dinge die verrücktesten Berge hochwuchten mussten. Personenbezogen, für Leute, die ich kannte. Mit Augenzwinkern.

 

Herr Schlick, was bedeutet für Sie die Oberlausitz?

Zuerst einmal eine wunderbare Gegend, die man sich auch immer wieder bewusst betrachten und verinnerlichen muss, voller Dankbarkeit, an einem solch’ schönen Ort wohnen zu dürfen. Schließlich wohnen wir in einer Region, wo andere Urlaub machen!

Und natürlich ist es meine Heimat, ich bin hier geboren und aufgewachsen.

Aber meine Familie väterlicherseits stammt aus Ostpreußen.  Mein Vater kam mit seiner Mutter und seinem Großvater 1945, nach einer Reise voller unvorstellbarer Umstände, als Kriegsflüchtling in der Oberlausitz an. Sein Vater blieb im Krieg.

Auf dieser Flucht wurde mein Vater schwer angeschossen, als Neunjähriger.

Seine zwingenden Erzählungen und Ansichten über verlorene Heimat, gewonnene Heimat und deren Wertigkeit im Leben haben diesen Begriff für mich etwas von seiner reinen hehren Unschuld verlieren lassen. Ich bin der Sohn eines Flüchtlings.

Aber natürlich liebe ich die Oberlausitz mit all ihrer Geschichte und Geschichten. Ich kenne sogar die Hymne „Oberlausitz, geliebtes Heimatland!“

 

Herr Schlick, vielen Dank für das interessante Gespräch.

 

Arbeiten in Stein: von rechts oben

Torwächter

Wo die Katzensonne lacht (2x)

Versuchung, Matth. 4

Susanne

Walter S.

 

 

Skulpturenpfad – „Die große Zahl“

Skulpturenpfad – „Die große Zahl“

Station 13

 

 

„Die große Zahl“

 

 

 

Als Zinzendorf im Mai 1722 Christian David, dem Mährischen Zimmermann, zusagte auf seinem neuen Gut Berthelsdorf einige Flüchtlinge aufzunehmen ahnte er nicht, dass 300 Jahre später eine weltweite Gemeinschaft von fast einer Million Mitgliedern werden würde. Die Skulptur zeigt die Mitgliederanzahl der Brüdergemeine weltweit zu Zinzendorfs 300. Geburtstag an.

Diese Zahl soll das Bewusstsein dafür schärfen, dass unser heutiges Handeln durchaus Konsequenzen bis weit in die Zukunft haben kann, die wir gar nicht überblicken können. Diese Auswirkungen können positiv oder negativ sein, manchmal auch von Beidem etwas. Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, ein Lächeln- all das steckt an und verbreitet eine gute Stimmung weiter. Gleiches gilt für Unfreundlichkeit, üble Nachrede, Gewalterfahrung ect..

Wir sollten uns stets fragen- wem nützt mein Verhalten, wem schadet es vielleicht? Muss ich die Geschichte unbedingt weitererzählen oder online weiterleiten? Was macht das mit mir, den Betroffenen und unserer Gesellschaft? Oft hat man ein gesagtes Wort oder eine unkluge Tat schon lange vergessen und bekommt sie plötzlich vorgehalten. Oft sind wir uns gar nicht bewusst, dass wir andere verletzen oder herabsetzen. Mehr Sensibilität und bewussteres Handeln, diese Anregung kann man von dieser Skulptur mitnehmen.

 

Unser Handeln ist wie ein Stein der ins Wasser fällt und wellen schlägt. Irgendwann ist die Stelle wieder ruhig, aber andernorts, außerhalb unseres Blickfeldes, läuft die Welle weiter.

 

 

 

Und natürlich gibt es eine Parallele zur Station 2, dem Gleichnis vom Senfkorn, wo man staunen kann, wie aus einem unscheinbaren Anfang etwas Großartiges werden kann.

 

Wenn man den Pfad (ca. 6 km) ohne Führung wandern will, empfiehlt sich das Begleitheft, in dem man zu allen Stationen und zur Entstehung wichtige Hintergrundinformationen bekommt. Dieses Ist in Deutsch, Englisch und Tschechisch im Buchhandel erhältlich.

Hier werden nun die einzelnen Stationen in den nächsten Wochen vorgestellt.

Nächste AUSGABE :    27. März  2026

Station 14:   „Drei ist Eins und Eins ist Drei

Die Beiträge sind mit freundlicher Unterstützung in Kooperation mit dem Verantwortlichen für den Pfad, Herrn Matthias Clemens, entstanden.

Herr Clemens ist Leiter der Forstverwaltung der Evang. Brüder-Unität, Herrnhut.

Führungen auf dem Skulpturenpfad oder durch Herrnhut sind nach Anmeldung über das Gästepfarramt möglich:

Telefon: +49 172 4412306

E-Mail: willkommen@herrnhuter.de  (welcome@herrnhuter.de)

 

Foto: Matthias Clemens

 

 

 

 

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