Das Sonnenuhrendorf Taubenheim,  “Bei Schmiedslobl’n”

Das Sonnenuhrendorf Taubenheim, “Bei Schmiedslobl’n”

Nummer 07

Das Sonnenuhrendorf Taubenheim,  “Bei Schmiedslobl’n”“Bei Schmiedslobl’n”

 

 

 

 

 

An gleicher Stelle der heutigen Sonnenuhr existierte bereits zwischen Ende des 17.Jahrhunderts und Anfang des 20.Jahrhundert eine Sonnenuhr.

Die neue Sonnenuhr, 1984 hergestellt, zeigt die Geschichte des Hauses und der Familien, die in dem Haus lebten.

Der Name „Schmiedslob´l“ war der Spitzname des Besitzers des kleinen Krämerladens, August Herbrig.

An der Südosttafel erkennt man den Hauseingang mit der Bezeichnung „Materialwaren August Herbrig“, sowie die weiteren Namen der Herbrig-Dynastie, die alle einmal Betreiber des Ladens zwischen 1862 und 1943 waren. Die Verbindung des Familiennamens „Herbrig“ zur „De Guldschmiede“ wird deutlich durch das Vorhandensein einer aus jener Zeit stammenden Goldwaage mit Gewichten.

Die Nordosttafel gibt uns Auskunft über das Sortiment: „Pfeffer, Salz, Zucker, Schmalz, Nägel, Topfen, Petroleum, Kerzen, Salben f. Schmerzen, Süßholz, Leim, kaufte man ein.“

Das Haus befindet sich seit 1850 im Familienbesitz und noch heute lebt ein Nachfahre dieser „Krämer-Dynastie“ hier.

Man erkennt neben der „Wahren-Ortszeit“ (WOZ) die von Martin Hölzel vermerkten Sommerzeit.

1992 und 2015 wurde diese Sonnenuhr rekonstruiert.

 

 

 

 

 

 

 

„Jede Sonnenuhr ist einmalig. Sie schildert die Geschichte des Hauses bzw. die Geschichte unserer Dörfer“  (Jürgen Walter)

Hier werden nun die einzelnen Sonnenuhren in den nächsten Wochen vorgestellt.

Nächste AUSGABE :    25. September  2026

Nummer 08: „Beim Hohlfeldtischler”

Die Beiträge entstanden mit freundlicher Unterstützung in Kooperation mit dem Taubenheimer Dorfclub e.V.

Holger Kuhne (mhkuhne@aol.com), Tobias Lehmann (info@schilderwerk-lehmann.de), Günter Pätzold (guenterpaetzold@t-online.de)

und der Tourist-Information Sohland/Spree.  (touristinfo@sohland.de)

Führungen können bei Holger Kuhne (Telefon: 035936 34358 oder E-Mail: mhkuhne@aol.com) gebucht werden.

Ein weiterer Ansprechpartner ist Günter Pätzold (guenterpaetzold@t-online.de)

Foto: Taubenheimer Dorfclub e.V.

 

 

 

 

Krüll. Vanille.

Krüll. Vanille.

Eine Geschichtenreihe aus dem Buch: „Renate löscht. Das Licht.“

 

Von Manuela Bibrach

 

 

 

 

 

Illustration von Pètrus Akkordéon

 

 

An den Abenden dreht Krüll seine gewohnte Runde durchs Dorf. Bevor er geht, stopft er seine Pfeife. Vanille ist sein Lieblingstabak. Die Pfeife ist Krülls stille, dampfende Begleiterin. Krüll geht immer um dieselbe Zeit immer die gleiche Runde. Aus der Hauseinfahrt nach rechts abbiegend und von links zurückkommend. Die Runde ist klein, aber sie bietet ihm ausreichend Unterhaltung. Krüll sieht durch die vorhanglosen Fenster in die erleuchteten Räume hinein. Spitzt, schmult, schmunzelt. Hoffmanns wie immer vorm Bildschirm, auf der Fensterbank die obligatorischen drei Alpenveilchen in voller Blüte. Krüll staunt jedes Mal, wie Hoffmanns es fertigbringen, ihre Alpenveilchen ständig am Blühen zu halten. Kann sein, dass Hoffmanns sie durch neue, frisch blühende ersetzen, sobald die alten verwelkt sind. So genau kann Krüll die Veilchen dann doch nicht erkennen, dass er den Unterschied bemerken würde.

Bei Hoffmanns jedenfalls die Tagesschau. Flackernd. Bei Tildens wohlige Düfte aus dem Küchenfenster. Krüll verharrt kurz, schnuppert. Tildens braten oft mit Zwiebel und Knoblauch. Krüll schluckt den Speichel, der ihm im Mund zusammengelaufen ist, entschlossen hinunter und zieht an seiner Pfeife. Vanille. Kein Steak, keine Zwiebel für Krüll.

Ein paar Meter weiter lächelt ihm der abgeschabte Gartenzwerg der Winters erwartungsfroh entgegen. Krüll nickt ihm zu und entspannt sich. Es ist gut, alles an seinem angestammten Platz zu wissen. Zumal, wenn man so alt ist wie Krüll, so eingeboren ins Dorf. Winters Fenster ist zur Hälfte von einer Jalousie bedeckt. Durch den unteren Spalt kann man sehen, wie der Herr des Hauses erschlafft im Sessel sitzt und an die Decke starrt. Manchmal lehnt Herr Winter aber auch mit beiden Ellenbogen auf dem Fensterbrett und sieht hinaus. An solchen Abenden kann es passieren, dass Krüll und Winter einen Plausch halten. Von Fenster zu Dorfstraße. Von Dorfstraße zu Fenster. Danach seufzen beide und Krüll stochert ein bisschen in seiner Pfeife. Bevor er weitergeht.

Bei Brieselangs steht ein Auto in der Einfahrt. Auswärtiges Kennzeichen. Der Sohn zu Besuch. Krüll lugt zum Fenster hinein. Sieht keinen. Guckt auf die Straße. Schupft mit dem Fuß ein Steinchen zur Seite. Schnauft. Lugt noch einmal.

Brieselangs Hanne war Krülls Jugendliebe. Die begehrteste Dorfschönheit. Jeder wollte sie, Krüll bekam sie. Zumindest einen seligen Sommer lang. Badesee, Vanilleeis.

Jetzt trägt sie meist Kittelschürze, darunter einen bunten BH. Krüll hat genau hingesehen, als Hanne letztens im Vorgarten stand und einen Schluck Wasser an die Rosen gab. Der BH war geblümt gewesen, pink und blau.

Heute muss Hanne nicht gießen, es hat geregnet. Krüll zieht an der Pfeife. Läuft langsam weiter. Beschkens mit ihrem saublöden Steingarten. Nichts als graue und weiße Kiesel. In der Mitte eine verhärmte Araukarie in einem winzigen Rondell aus Erde. Pflegeleicht. Beschkens haben nichts gehört von der Notwendigkeit natürlicher Gärten. Für die Insekten. Für die Vögel. Für die Umwelt. Denkt Krüll und schmaucht verärgert. Der alte Beschken ging in die Klasse über ihm. Ein Jahr älter und drei Mal weniger gescheit als Krüll. Aber fesch. Schmalzlocke und Knickebocker.

Krüll spuckt in Beschkens Einfahrt. Ein süßer Klumpen Vanillespeichel markiert Krülls Revier. Dieser selige Hannesommer. Beschkens Avancen Richtung Herbst. Hannes geschmeichelter Schwenk. Hänschen im Blaubeerwald. Hahaha.

Krüll lacht und muss husten. Leise. Unterdrückt. Will nicht gesehen werden von Beschken und Brieselang. Später Hannes Sohn. Wer weiß. Krüll hat nie nachgefragt. Aber gerechnet. Am Ende blieb sie allein mit ihrem Kind, bei den Eltern im Haus. Genau wie Krüll. Krüll ohne Kind. Krüll ohne Hanne.

Krüll wundert sich, warum ihm das gerade heute alles einfällt. Er dreht diese Runde seit Jahren. Die Vanillepfeife in der Hand. Krüll geht schneller, lässt die anderen Häuser Häuser sein. Für heute wenigstens.

Als er von links in seine Hauseinfahrt einschwenkt, stutzt er. Bleibt stehen und starrt. Auf Hannes Sohn vor seinem Haus. Natürlich längst erwachsen, doch er kennt ihn vom Sehen. An seiner linken Hand eine Frau, an der rechten einen kleinen, schmalen Jungen. Neben Hanne. Die ein Kleid trägt. Keine Kittelschürze über pink und blau.

Die fast leere Pfeife in Krülls rechter Hand zittert ein wenig. Gibt ein letztes Wölkchen ab. Vanille.

 

 

https://manuela-bibrach-autorin.jimdofree.com/

Das Sonnenuhrendorf Taubenheim,  „Beim Schiertzdukter”

Das Sonnenuhrendorf Taubenheim, „Beim Schiertzdukter”

Nummer 06

Das Sonnenuhrendorf Taubenheim,  „Beim Schiertzdukter”„Beim Schiertzdukter“

 

 

 

 

 

„Beim Schiertzdukter“ ist die zweitälteste Sonnenuhr in Taubenheim und die ÄLTESTE ORIGINAL erhaltene.

1798 wurde sie, wahrscheinlich vom gleichen böhmischen Uhrmacher, der schon „De Guldschmiede“-Uhr herstellte, an das Haus in der heutigen Sohlander Str.62 angebracht.

Das Haus wurde 1795 errichtet und befindet sich seitdem in Familienbesitz. Dies ist durch die noch vorhandene Kaufurkunde bestätigt.

Der Ururururgroßvater von Johannes Schiertz, Carl Gottlieb Schiertz (die Lebensdaten sind nicht bekannt), war in Taubenheim ein bekannter und beliebter Arzt, der auch als Zahnarzt und Geburtshelfer tätig war.

1919 wurde die Sonnenuhr wegen umfangreicher Baumaßnahmen am Haus „vorübergehend“ auf dem Boden des Hauses zwischengelagert.

Dort lag sie bis 1977, bis sie von Martin Hölzel rekonstruiert und wieder als polare Süduhr und als polare Ostuhr an die Fassade des Hauses angebracht werden konnte.

Wir erkennen auf der Sonnenuhr Motive aus der Umgebung mit der Spree und Häuser unseres Dorfes mit der Kirche.

1992 und 2004 erfolgte eine farbliche Überarbeitung der Sonnenuhr. Bei der Restaurierung, die nach 2020 durchgeführt wurde, konnten die Originalfarben wieder herausgearbeitet werden.

Mit Stolz stellen wir fest, sie ist die älteste Sonnenuhr auf originaler Holzplatte und mit Original-Gnomon von 1798 in unserem Ort!

 

 

 

 

 

 

 

 

„Jede Sonnenuhr ist einmalig. Sie schildert die Geschichte des Hauses bzw. die Geschichte unserer Dörfer“  (Jürgen Walter)

Hier werden nun die einzelnen Sonnenuhren in den nächsten Wochen vorgestellt.

Nächste AUSGABE :    11. September  2026

Nummer 07:  „Bei Schmiedslobl’n”

Die Beiträge entstanden mit freundlicher Unterstützung in Kooperation mit dem Taubenheimer Dorfclub e.V.

Holger Kuhne (mhkuhne@aol.com), Tobias Lehmann (info@schilderwerk-lehmann.de), Günter Pätzold (guenterpaetzold@t-online.de)

und der Tourist-Information Sohland/Spree.  (touristinfo@sohland.de)

Führungen können bei Holger Kuhne (Telefon: 035936 34358 oder E-Mail: mhkuhne@aol.com) gebucht werden.

Ein weiterer Ansprechpartner ist Günter Pätzold (guenterpaetzold@t-online.de)

Foto: Taubenheimer Dorfclub e.V.

 

 

 

 

Sächsicher Senioren- und Generationenball – Wilthen

Sächsicher Senioren- und Generationenball – Wilthen

Sächsischer Seniorenball in Wilthen

Freitag 18.09.2026     14:30 Uhr

Festplatz Wilthen im Kuppelzelt, Zittauer Straße

SoPro e.V. an den Hochschulen Mittweida und Zittau/Görlitz lädt herzlich ein.

Das soziale Projekt mit Integration von Menschen mit Demenz steht unter Schirmherrschaft des Wilthener Bürgermeisters Michael Herfort.

Moderation: Monsieur Heiko Harig

 

 

 

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Senioren und Tanzfreunde,

 

es wird wieder getanzt! Ganz herzlich laden wir Sie zu „Darf ich bitten“ nach Wilthen ein. Erleben Sie mit unserem Senioren- und Generationenball eine unvergessliche Gala voller Tanz, Musik und Lebensfreude.  In eindrucksvoller Kulisse eines Zirkuszeltes erwartet Sie ein mit tausenden Blumen geschmückter Ballsaal, der festlicher Rahmen für unser ganz besonderes Programm bildet. Außerdem haben Sie ausreichend Gelegenheit, selbst das Parkett in Anspruch zu nehmen. Ob Discofox, ChaCha, Samba, Foxtrott oder Walzer – wir bieten Ihnen Gesellschaftstänze, mitreißende Tanzhits, Evergreens und Schlager. Für den guten Ton sorgt das Tanzorchester Liberec sowie unsere Ball-Diskothek – und es muss nicht perfekt sein – der Spaß zählt! Besonders können Sie sich auf unsere Stargäste Olaf Berger und Heiko Harig freuen, die uns bestens unterhalten und durchs Programm führen. Festliche Hofballtänze und CanCan mit dem Show-Ballett Dresden, Schautanz-darbietungen in den Standardtänzen sowie eine Show in den Lateinamerikanischen Tänzen mit dem TSC Excelsior Dresden, Formationsdarbietungen mit dem Karnevalsverein Birkgut Steinigtwolmsdorf und eindrucks-voller Seniorentanz in Formation werden Sie begeistern – ein wunderbares Programm zum Staunen. Und zu späterer Stunde erwartet Sie eine ausgelassene Schlager-Party.  Ein festliches Kaffeetrinken mit Kuchen-Buffett sowie ein feines Abendessen verwöhnen Sie kulinarisch. Und unser Ballkomitee bedient Sie direkt am Tisch mit Getränkeservice. Der Ball findet in Kooperation mit der Fakultät Sozialwissenschaften der Hochschule Zittau/ Görlitz statt, denn wir möchten auch Menschen mit Hilfe- und Pflegebedarf einladen. Schließlich fördert Tanzen die Gesundheit und macht das Schwere etwas leichter! Also ermutigen wir dazu, trotz Einschränkung zu uns zu kommen – egal ob zum Bewundern des Programms oder zum Sitztanz. Und wenn Sie keinen Tanzpartner haben? Kein Problem: Junge Herren stehen extra für Sie als Eintänzer zur Verfügung. Genießen Sie auch unsere „Hünlich-Bar“ mit Cocktail-Kreationen aus Wilthen, unsere Raucher-Lounge sowie die Tombola. Das Rektorat der Hochschule Zittau/ Görlitz, der Wilthener Bürgermeister und die Sächsische Sozial- und Gesundheitsministerin unterstützen unser Projekt „Bewegung pur“ mit ihrer Schirmherrschaft, damit wir das Schöne nicht vergessen – wir freuen uns auf Sie!

 

Eintrittskarten 0172-1499245

 

Beitrag mit freundlicher Genehmigung: Prof. Dr. phil. Michel Constantin Hille

 

 

Oberlausitzer Ballnacht mit Landesmeisterschaft der Standardtänze – Wilthen

Oberlausitzer Ballnacht mit Landesmeisterschaft der Standardtänze – Wilthen

Oberlausitzer Ballnacht mit Landesmeisterschaft der Standardtänze in Wilthen

Sonnabend 19.09.2026     19:30 Uhr

Festplatz Wilthen im Kuppelzelt, Zittauer Straße

SoPro e.V. an den Hochschulen Mittweida und Zittau/Görlitz lädt herzlich ein.

Das soziale Projekt mit Integration psychisch erkrankter Menschen steht unter Schirmherrschaft des Wilthener Bürgermeisters Michael Herfort.

Moderatorin: Victoria Herrmann

 

 

 

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Tanzfreunde,

 

ganz herzlich laden wir Sie zur Oberlausitzer Ballnacht nach Wilthen ein. Erleben sie eine unvergessliche Gala voller Tanz, Musik und Lebensfreude unter dem Motto „Bewegung pur“. In eindrucksvoller Kulisse eines Zirkuszeltes erwartet Sie ein mit tausenden Blumen geschmückter Ballsaal, der festlichen Rahmen für die Sächsischen Landesmeisterschaften in den Standardtänzen bildet – im wahrsten Sinne des Wortes dreht sich Alles um unseren „Weinbrandpokal“. Zwischen den Turnierrunden haben Sie ausreichend Gelegenheit, selbst das Parkett in Anspruch zu nehmen. Ob Discofox, ChaCha, Samba, Foxtrott oder Walzer – wir bieten Ihnen Gesellschaftstänze, mitreißende Tanzhits, Evergreens und Schlager. Für den guten Ton sorgt das Tanzorchester Liberec sowie unsere Ball-Diskothek – und es muss nicht perfekt sein – der Spaß zählt! Alles Walzer: Freuen Sie sich auf unsere Walzerformation mit Wiener Hofballtänzen, auf Darbietungen im Jazz- und Modern-Dance sowie auf einen Schautanzreigen in den Lateinamerikanischen Tänzen. Ein weiterer Höhepunkt: Aus Bolivien begrüßen wir die Star-Sopranistin Paola Alcocer, die uns musikalisch begeistern wird. Außerdem unterhält uns Jazz-Legende Uschi Brüning aus Berlin mit Dinner-Jazz vom Feinsten. Moderiert wird die Ballnacht von MDR-Moderatorin Victoria Hermann. Und zu später Stunde erwartet Sie eine ausgelassene Schlager-Party mit einem Überraschungs-Stargast aus der alten ZDF-Hitparade. Kulinarisch werden Sie mit einem fliegenden Dinner-Menue verwöhnt. Und unser Ballkomitee bedient Sie direkt am Tisch mit unserem Getränkeservice. Psychisch erkrankte und beeinträchtigte Menschen unterstützen uns zusammen mit der Fakultät Sozialwissenschaften der Hochschule Zittau/ Görlitz, um zur seelischen Stabilität beizutragen und den Zusammenhalt zu stärken. Haben Sie noch keinen Tanzpartner? Kein Problem: Elegante junge Herren stehen als Eintänzer zur Verfügung. Genießen Sie darüber hinaus unsere „Hünlich-Bar“ mit Cocktail-Kreationen aus dem Hause Wilthener, unsere Raucher-Lounge sowie die Tombola. Das Rektorat der Hochschule Zittau/ Görlitz, der Wilthener Bürgermeister und die Sozial- und Gesundheitsministerin Sachsens gewähren ihren Ehrenschutz für unser Projekt „Bewegung pur“, damit wir das Schöne nicht vergessen. Wir freuen uns auf Sie zu einer ganz besonderen Nacht!

Eintrittskarten 0172-1499245

Beitrag mit freundlicher Genehmigung: Prof. Dr. phil. Michel Constantin Hille

 

 

 

Gedichte von Manuela Bibrach – Shit Box – VII und VIII

Gedichte von Manuela Bibrach – Shit Box – VII und VIII

Gedichte von Manuela Bibrach – Shit Box – VII und VIIISHITBOX

Mit diesem Gedichtzyklus erreichte Manuela Bibrach 2018 den 3. Platz des Feldkircher Lyrikpreises.

 

 

 

 

VII

 

Als sich das dröge Plätschern

der Musik im Radio plötzlich unterbricht

um mich zu wecken Last Surrender von

Matt Andersen bringt meine Indolenz

ins Wanken schickt mir Bilder

auf den Schirm vergessene

Momente die von Relevanz und Freude

singen gottverdammt ich sitze hier

mit starrem Blick die Ohrschlagadern

in akuter Vibration gesmoothte Klänge

dringen in mich ein und füllen meinen

leeren Kopf mit Resonanz mit dem

Genuss der letzten Kapitulation

 

VIII

 

Ich trinke Stimmung   

aufgegossen mit Absinth und warte

dass ich aus dem Traum

erwache sieben Brücken sieben Jahre

und der helle Schein am Horizont

ist nur das Licht am Ende

meines Tunnelblicks ein weißer Punkt

zu dem ich schwankend navigiere

und der jedem meiner Schritte

meilenweit voraus entgeht

doch ich behalte

meine Peilung zähle

letzte Leuchtraketen SOS

 

 

 

 

 

 

 

 

Illustration von Pètrus Akkordéon

https://manuela-bibrach-autorin.jimdofree.com/

 

Kunstpicknick im Park – Weichaer Hof

Kunstpicknick im Park – Weichaer Hof

Hagen Schmidt informiert:

Kunst, Picknick und ganz viel zum Ausprobieren

Am Sonntag, den 30. August 2026 wird der Park des Weichaer Hofes von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr zum großen Freiluftatelier.

Beim Kunstpicknick treffen Malerei, Holzkunst, Pantomime, Puppenspiel, Kreidekunst und jede Menge Möglichkeiten zum Selbermachen aufeinander.

Frau Pilz aus Löbau kommt mit ihrer Aquarell-Malgruppe und malt direkt im Park.

Mit dabei sind außerdem Frau Liebe, Frau Eberhardt und Frau Zeidler.

Frau Göring bringt gemeinsam mit ihrer Familie Pantomime ins Programm.

Der Wilthener Künstler Herr Spottke präsentiert seine Holzkunst.

Und Zuschauen ist ausdrücklich nicht alles:

Auf der Tanzfläche darf mit Kreide gemalt werden, Puppe Paula lädt zum Puppenspiel ein und beim Park-Quiz gibt es einiges zu entdecken.

Frau Strahl aus Löbau bastelt mit Kindern und unterstützt mit dem Erlös den Sonnenstrahl e. V.

Überall im Park überraschen Gedichte die Besucher.

Der Kräuterweg lädt zum Entdecken und Verkosten ein, der Spielplatz wartet auf die Kinder und für Essen und Trinken sorgt der Weichaer Hof.

Das Kunstpicknick ist für Kinder, Eltern, Großeltern, Kunstfreunde und Neugierige gedacht.

Und wer selbst künstlerisch aktiv ist: Einfach mitmachen! Eigene kreative Ideen sind ausdrücklich willkommen.

 

WEICHAER HOF

FBS Sonja Fritsch & Hagen Schmidt GbR

Anerkannter Inklusionsbetrieb nach § 215 SGB IX

 

Hauptstr. 24 · 02627 Weißenberg OT Weicha

Telefon: 035876 / 46520 · Telefax: 035876 / 46521

info@weichaer-hof.de

www.weichaer-hof.de

 

 

 

 

 

Das Sonnenuhrendorf Taubenheim,  „Bei Schenksliebs”

Das Sonnenuhrendorf Taubenheim, „Bei Schenksliebs”

Nummer 05

Das Sonnenuhrendorf Taubenheim,  „Bei Schenksliebs”„Bei Schenksliebs“

 

 

 

 

 

Dem Feuerwehrhauptmann Ernst Julius Kretschmar (1861-1937)

wurde die Sonnenuhr „Schenkslieb“ gewidmet.

1983/84 entstand diese vertikale Ecksonnenuhr.

Sie zeigt uns das Porträt des Feuerwehrhauptmanns und gibt Auskunft über die Geschichte des Hauses.

Es wurde 1753 erbaut und sollte im Zuge der Spreeregulierung 1926 abgerissen werden, doch E. J. Kretschmar verhinderte dies. Die Spree erhielt hierdurch einen anderen Verlauf als geplant.

Das Haus befindet sich in 4. Generation im Familienbesitz. So ist es heute auch den jetzigen Besitzern, der Familie Eckhardt, zu verdanken, dass wir ein kulturhistorisches Kunstwerk in sehr gut erhaltenem Zustand bewundern können.

Frau Eckhardt war die Enkelin von E. J. Kretschmar.

Bemerkenswert ist auch der für die Oberlausitz typische Vorgarten, beachten Sie bitte die Feuerschlange am Giebel.

An der Sonnenuhr erkennen wir die „Wahre Ortszeit“, auch WOZ genannt, in schwarzen römischen Ziffern.

Martin Hölzel hat viele Sonnenuhren in Taubenheim auch mit der Sommerzeit versehen.

Siehe rote lateinischen Ziffern.

1992, 2006 und 2020 wurde die Sonnenuhr rekonstruiert.

 

 

 

 

 

 

„Jede Sonnenuhr ist einmalig. Sie schildert die Geschichte des Hauses bzw. die Geschichte unserer Dörfer“  (Jürgen Walter)

Hier werden nun die einzelnen Sonnenuhren in den nächsten Wochen vorgestellt.

Nächste AUSGABE :    28. August  2026

Nummer 06:  „Beim Schiertzdukter”

Die Beiträge entstanden mit freundlicher Unterstützung in Kooperation mit dem Taubenheimer Dorfclub e.V.

Holger Kuhne (mhkuhne@aol.com), Tobias Lehmann (info@schilderwerk-lehmann.de), Günter Pätzold (guenterpaetzold@t-online.de)

und der Tourist-Information Sohland/Spree.  (touristinfo@sohland.de)

Führungen können bei Holger Kuhne (Telefon: 035936 34358 oder E-Mail: mhkuhne@aol.com) gebucht werden.

Ein weiterer Ansprechpartner ist Günter Pätzold (guenterpaetzold@t-online.de)

Foto: Taubenheimer Dorfclub e.V.

 

 

 

 

Gedichte von Manuela Bibrach – Shit Box – V und VI

Gedichte von Manuela Bibrach – Shit Box – V und VI

Gedichte von Manuela Bibrach – Shit Box – V und VISHITBOX

Mit diesem Gedichtzyklus erreichte Manuela Bibrach 2018 den 3. Platz des Feldkircher Lyrikpreises.

 

 

 

 

V

 

Hallo mein Freund

hier spricht dein Mind direkt

aus dem Aquarium lass dich nicht

irritieren vom Türkis den leuchtenden

Reflexen und dem Glanz

der Fische Schatten

überm Grund tauch ein mein Freund

genieß die Sensationen frei flottierender

Effekte Angst ist eine Illusion ich bin

der Schlüssel das Portal

zu deinem Labyrinth kannst nur du selbst

passieren welche Überraschung

wartet in den Winkeln deiner inneren

Gebäude mach dich auf den Weg und

denk daran dass Geister und Dämonen

nur die Haie und Muränen

des Verstandes sind

VI

 

Die Fehler im Programm die Bugs

die mich zum Absturz führen

lauern unbemerkt im Hintergrund

Anomalien mit Potential

Systeme tödlich zu verletzen Folge

von Defekten Lücken in der Syntax

festgeschrieben in der Software

meiner Existenz sind alle Steine

über die ich falle

ebenso wie die Versuche

wieder aufzustehen Halt zu finden

in der laienhaften Konstruktion

von Korrekturen neuen Fehlern

die sich rasch reproduzieren

Redundanz von Möglichkeiten

und ein Mangel an Kontrolle

über jeden nächsten Schritt

 

 

 

 

 

 

 

 

Illustration von Pètrus Akkordéon

https://manuela-bibrach-autorin.jimdofree.com/

 

„Künstlerische Gestaltung“ oder „Ein Leben mit Holz“

„Künstlerische Gestaltung“ oder „Ein Leben mit Holz“

Was macht ein schaffensreiches Leben aus? Wann kann man sagen: „Ich habe die Welt ein kleines bisschen besser gemacht“?
Wann ist man glücklich?

 

 

 

 

Wenn Jürgen Spottke auf seine 85 Jahre zurückblickt, dann auch auf über 70 Jahre künstlerisches Schaffen.
Bereits als Jugendlicher beschäftigte er sich mit Malen und Zeichnen. Später entdeckte er den Linolschnitt für sich, dann
den Holzschnitt. Von da an war es nur ein kleiner Schritt zur künstlerischen Holzgestaltung.
Seine Holzreliefs, seine figürlichen Holzarbeiten und seine Spielplätze machten ihn in seiner oberlausitzer Heimat und darüber hinaus populär.
Heute kennt Jürgen Spottke, alias der „Holzer“, ein jeder Kunstfreund der Region.
Was genau für ihn Glücklichsein bedeutet und wie sein „Leben mit Holz“ ihn geformt hat; oberlausitz-art hat wieder für euch nachgefragt.

Jürgen, was bedeutet für dich Glück?
Bist du ein zufriedener Mensch?

Bin ich zufrieden, da geht es mir gut. Bin ich mit meiner Arbeit zufrieden und mit meiner Familie, da bin ich glücklich.

Über 70 Jahre künstlerische Tätigkeit. Da passiert so einiges.

Was hat dich in dieser Zeit besonders beeindruckt? Was und wer haben dich geprägt?

In den 70 Jahren habe ich viele Stationen meines Schaffens erreicht. Aber der 1. Lehrmeister war Erhard Gassan. Dem habe ich viel zu verdanken. Er hat mich geprägt.

Viele gestaltete Holz-Kunstwerke bereichern die Oberlausitz.
Auf welche bist du besonders stolz?

Als erstes waren die Holzreliefs, die nach den Druckstöcken der Grafiken entstanden. Dann baute ich mit Gleichgesinnten Spielplätze. Quer durch die ehemalige Republik. Es kamen dazu die Weihnachtspyramiden und die Weihnachtskrippen. In der Gaststätte „Kaiserkrone“ in Hainewalde stattete ich die Gasträume mit geschnitzten Stuhllehnen aus. Darauf sind Portraits von Schauspielern, Sängern und Märchenfiguren zu sehen.

Viele Wandgestaltungen für Gaststätten und Skulpturen kamen dazu. Für den Außenbereich Bänke und Tische.

Später, bei „OlaHo“ in Sohland, baute ich mit 10 Jugendlichen ca. 1 Jahr lang einen Spielplatz für eine Gemeinde in Ungarn. Dieser Spielplatz trug den Namen „Bautzen-Land“ und wurde nach meinem Entwurf und meiner Anleitung errichtet.  2019 wurde ich dafür in Szeszard/Ungarn mit dem „János-Klézli-Preis für das Szekszárder Deutschtum“ ausgezeichnet.

Was hat es mit dem „Langen Sachsen“ auf sich?

Der „Lange Sachse“ entstand für die Stadt Sebnitz zum Tag der Sachsen 2003. Er ist eine 6 m hohe Figur, welche sitzend (3 m hoch) eine hölzerne Blume in der Hand hält. Am Hals trägt er eine Holzfliege in den Farben von Sachsen. Eine schöne Begebenheit ist: Davor saßen die „Randfichten“ und sangen das erste Mal das Lied vom „Holzmichel“.

„Lebt denn der alte Holzmichel noch … Ja, er lebt noch, stirbt nicht!“

Deine ersten künstlerischen Arbeiten waren Zeichnungen, Pastelle und Grafiken.
Sind diese Techniken heute noch Grundlage für deine Holzgestaltung?

In meiner Schulzeit war ich in der Lessing-Schule Sohland im Zeichenzirkel. Das Zeichnen ist die Basis für alle meine Entwürfe und Voraussetzung für meine Malerei und Grafiken.

An der Abendschule der Hochschule für Bildende Kunst Dresden und in den Zeichenzirkeln bei Erhard Gassan konnte ich meine Techniken festigen. Später kam in Karl-Marx-Stadt die theoretische und in Schneeberg die praktische Ausbildung der Holzgestaltung dazu.

Was verbindet dich mit Heinz-Florian Oertel?

In der Fernsehserie „Schlager einer Stadt“ wurde 1967 auch eine Sendung über Sohland/Spree gedreht. „Schlager eines großen Dorfes“. In dieser Sendung hatte ich ein Interview mit Heinz-Florian Oertel. Wir drehten damals während meiner Tätigkeit als Langholzfahrer mitten im Wald. Einige meiner Grafiken (Linolschnitte) durfte ich ihm zeigen und erklären. Ich war damals 26 Jahre und mächtig stolz.

Jürgen, du hast mit deinen Mitstreitern zwei Weihnachtspyramiden gestaltet und aufgestellt.
Bei der ersten, habe ich gehört, gab es ein besonderes Ereignis.
Wie war das genau?

In Bautzen dreht sich seit 1989 die Weihnachtspyramide. Mit meinem Schnitzzirkel Sohland, den ich 10 Jahre betreute, haben wir uns im Frühling 1989 an die Pyramide gewagt. Zum Advent sollte sie sich das erste Mal drehen. Voller Eifer, guter Ideen und viel Arbeit hatten wir um uns her ziemlich alles vergessen. Beim Schnitzen und Anmalen der Figuren, aber auch fast die Wende verpasst.

Kurz vor deinem, wie du sagst, „Unruhestand“ hast du dich in ein kleines Häuschen verliebt.
Wie kam es dazu und was passiert dort?

In Wilthen fand ich ein ca. 200 Jahre altes Umgebindehaus. Mit Freunden und Familie baute ich es nach meinen Vorstellungen aus und um. Für meine Arbeit, für die „Treffen beim Holzer“ und für die „Kleene Galerie“. Vom Wilthener Kultur- und Kunstverein e. V. erhielt ich dafür die Plakette „Vorbildliche Erhaltung und Gestaltung“. Fast täglich bin ich dort und setze meine Ideen in die Tat um. Oft wird aber auch gefeiert. Mit Familie und Freunden.

Deine letzte große Arbeit war „Das Rad der Zeit“.
Was können wir uns darunter vorstellen?

Das „Rad der Zeit“ steht in einem dafür gebauten Umgebindehäuschen auf dem Festplatz in Crostau. Es hat einen Durchmesser von ca. 2,20 m und ist in Segmente eingeteilt. Ein Segment ist immer sichtbar und zeigt jeweils Ereignisse, Persönlichkeiten und Zeitdokumente aus der Historie der Oberlausitz. Auf der Ansichtsseite vom „Rad der Zeit“ sind über 30 solcher geschnitzten Elemente zu finden. Ich denke, dass das meine letzte große Arbeit war. Der Filmemacher Reiner Nagel hat es auch in seinem Film, den er in den letzten 3 Jahren über mich gedreht hat, dokumentiert. Im Oktober wird er in Leipzig das erste Mal gezeigt.

Jürgen, du bist dieses Jahr im August 85 Jahre geworden.
Dein ganzes Leben lang hast du dich der kulturellen Entwicklung, vor allem der in der Oberlausitz, gewidmet.
Was gibst du nachfolgenden Generationen von Oberlausitzer Künstlern mit auf den Weg?

Wir sind Oberlausitzer, hier geboren oder wenigstens aufgewachsen und mit den Menschen und der Umgebung eng verbunden. Ich möchte mit einem Spruch von Rudolf Gärtner antworten.

„Ewig bin ich dir verschrieben, Oberlausitz, Heimat mein! Wer dich kennt, der muss dich lieben. Stolz bin ich, dein Sohn zu sein.“

 

Oberlausitz-Art bedankt sich für das Gespräch und wünscht weiterhin viele neue hölzerne Ideen.

Fotos: Eigentum Spottke

Fotos: Haiko Spottke,

Foto Weihnachtspyramide Bautzen: Christa Maria Hassert

Foto „Gruppe Oberland“ :  H. J. Brettschneider

Fotos Portrait S/W: Rosky

Foto Bürgermeister/Landrat und „Langer Sachse“: Prof. Dr. Dieter Rost

Zeichnung „Holzerhäusel“ : Horst Pinkau

 

 

 

 

Pin It on Pinterest

Share This