Sie malt, seit sie denken kann. Autodidaktisch hat sie es sich beigebracht.
„Ich male, weil ich dabei Glücksgefühle empfinde.“
Warum sie eine Pause einlegte und vor ein paar Jahren ihre Leidenschaft neu entdeckte;
Oberlausitz-Art hat wieder für euch nachgefragt.
Frau Dienel, was bedeutet Ihnen das Malen?
Warum haben Sie lange Zeit den Zeichenstift gemieden?
Eigentlich habe ich ihn nicht bewusst gemieden, sondern es kam das Leben dazwischen. Ich habe eine Familie gegründet, 3 Kinder bekommen und musste mich beruflich zweimal neu erfinden. Ich habe 2002 noch einmal einen völlig neuen Beruf erlernt, ein Haus gebaut und 2015 noch ein Studium begonnen und 2018 absolviert. Da blieb keine Zeit, um sich kreativ auszuleben.
Wie kam es zum „Neustart“?
Was hat Ihre Leidenschaft wieder entfacht?
Der Neustart begann 2020, mitten in der Corona-Pandemie. Die Kinder waren inzwischen zu erwachsenen Menschen herangewachsen und gingen ihre eigenen Wege. Ich wusste, dass ich noch kleine Leinwände und auch Farben hatte, die ich mir für „Irgendwann mal“ gekauft hatte. Nun war also das „irgendwann mal“ eingetroffen. Ich probierte etwas herum mit Pinsel und Farben, war da aber noch nicht davon überzeugt, dass ich das langfristig machen werde. Ich malte nur sporadisch, machte auch wieder große Pausen dazwischen.
Dass ich jetzt mit so viel Hingabe male, habe ich meinen Kindern und meinem Mann zu verdanken. Diese schenkten mir 2022 eine Künstlerstaffelei, gute Acrylfarben und Pinsel, mit den Worten: „Bleib dran am Malen, es ist deine Bestimmung.“ Doreen Marie Schöngart, eine Oberlausitzer Malerin, bestärkte mich auch darin, das Malen weiter zu verfolgen und meine Techniken zu verfeinern. Sie steht mir bis heute mit Tipps und Tricks zur Seite.
Welche Maltechnik bevorzugen Sie am liebsten und warum?
Wo entstehen Ihre farbenfrohen Bilder?
Ich male vorwiegend mit Acrylfarben auf Leinwand. Warum ich mit Acryl male, kann ich nicht sagen, es fühlt sich für mich einfach richtig an. Meine Bilder entstehen bei mir im Wintergarten, da habe ich mir ein kleines Atelier eingerichtet. Dort fange ich quasi das Sonnenlicht ein. Auch kann ich nur malen, wenn mich nichts belastet oder mich seelisch aus der Bahn wirft.
Ihre Bilder strahlen Ruhe und Geborgenheit aus. Wie z. B. „Abendstille – oder wo die Seele zur Ruhe kommt“, „Hinter dem Zaun“ und „Sonnenaufgang am Meer“. Dennoch finden wir auch andere Motive wie „Ausbruch aus Strukturen“ und „Ursprung des Lichts“.
Liegen Glücksgefühl und Melancholie eng beieinander?
Ich glaube ja. Meine Werke sind kleine Erinnerungen aus mir selbst heraus. Das Meer bzw. Sonnenuntergänge am Meer sind Erinnerungen an die Zeiten, als wir mit den Kindern an der Ostsee waren, oder als ich als Kind dort war.
Für die meisten Werke verwende ich keinerlei Vorlagen, es sind so zu sagen meine Seelenbilder.
Sie nehmen oft und gern an Workshops und Weiterbildungen teil. Was können Sie sich von solchen Lehrgängen zu eigen machen?
Ich denke da speziell an den Workshop bei Marit Symalla, die ja nun eine ganz andere Technik benutzt.
Ich möchte nicht nur Landschaften malen und wollte sehen, ob ich auch mit Buntstiften zurechtkomme und auch Tiere malen möchte. Der Workshop bei Marit Symalla hat mich bestärkt, mich darin zu versuchen. Ich habe mich dann doch getraut, Tiere zu malen, wie zum Beispiel: „Kleine Hummel, ganz fleißig“ oder „Der kleine Erdbeerdieb“.
Wo können Ihre Werke käuflich erworben werden?
Übernehmen Sie Auftragsarbeiten?
Meine Werke können in der Lauengalerie in Bautzen oder bei mir zu Hause erworben werden.
Wenn es gewünscht ist, würde ich auch Auftragsarbeiten entgegennehmen.
Sie arbeiten in einer Kita. Springt da Ihre Kreativität, Ihre Freude an der Malerei auch auf „Ihre Kinder“ über?
DA ich die Leiterin einer Einrichtung bin, habe ich leider nur wenig Zeit, um direkt selber mit den Kindern kreativ zu werden, aber meine Erzieherinnen führen in den Sommerferien Kreativwochen mit den Kindern durch. Die so entstandenen Werke hängen in der Kita aus.
Frau Dienel, einige Ihrer Werke sind in der Lauengalerie in Bautzen zu sehen.
Sind in der nächsten Zeit weitere Ausstellungen geplant?
Ich hatte jetzt erst eine sechs-wöchige Ausstellung in der Alten Wasserkunst in Bautzen und werde im nächsten Jahr in der Hoyreha-Klinik in Görlitz für ein ganzes Jahr dort meine Werke zeigen.
Oberlausitz-art wünscht weiterhin viel Erfolg.
